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Radprofi Schumacher: "Es war klar, was gespielt wurde"

Radprofi Schumacher: "Es war klar, was gespielt wurde"

Stuttgart. Die Souveränität von Stefan Schumacher ist schlagartig weg. Fragen von Richter Martin Friedrich hatte der Radprofi gelassen beantwortet. Als aber Staatsanwalt Peter Holzwarth sich gestern Nachmittag im Landgericht Stuttgart nach vorne beugt und dem geständigen Doper die Sätze um die Ohren knallt, verschränkt Schumacher die Arme

Stuttgart. Die Souveränität von Stefan Schumacher ist schlagartig weg. Fragen von Richter Martin Friedrich hatte der Radprofi gelassen beantwortet. Als aber Staatsanwalt Peter Holzwarth sich gestern Nachmittag im Landgericht Stuttgart nach vorne beugt und dem geständigen Doper die Sätze um die Ohren knallt, verschränkt Schumacher die Arme. Welcher Arzt ihm bei seinem ehemaligen Team Gerolsteiner vom Epo-Präparat Cera erzählt und es ihm gegeben habe? Darauf will Schumacher zum Auftakt des Betrugsprozesses nicht antworten. Wieder nicht. "Die Leute waren Teil des Systems, so wie ich Teil des Systems war", sagt Schumacher. "Die Leute wollten mir helfen, so komisch das klingt." Er werde deshalb in der Verhandlung "niemanden denunzieren". Den Willen zur Zusammenarbeit mit den Anti-Doping-Agenturen bekräftigt Schumacher aber.

Die Staatsanwaltschaft hat den zweifachen Etappensieger der Tour de France angeklagt, seinen Ex-Teamchef Hans-Michael Holczer um drei Monatsgehälter in Höhe von 151 463,50 Euro betrogen zu haben. Schumacher habe Doping bei der Tour de France 2008 geleugnet und das Geld daher unrechtmäßig erhalten.

Holczer könne nicht von ihm betrogen worden sein - denn er müsse ja vom Doping gewusst haben und habe es geduldet, findet Schumacher. "Es wurde nie ausgesprochen, aber es war eine Form der Kommunikation, wo klar war, was gespielt wurde", schilderte der Schwabe die Situation im Rennstall. In einem Gespräch nach seinem Sieg beim Amstel Gold Race 2007 habe sich Holczer etwa nach Verbindungen zum Doping-Arzt Eufemiano Fuentes erkundigt. Als Schumacher verneinte, sei die Reaktion von Holczer gewesen: "Ich bin der Meinung, dass du für einen Weltklassefahrer relativ sauber fährst." dpa