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Radprofi Lisa Klein will mit Blick auf Olympia 2020 einen Spagat wagen

Radsport : Saarsportlerin 2018 will wieder durchstarten

Radprofi Lisa Klein plant fest mit der Teilnahme an der Bahnrad-WM. Mit Blick auf Olympia 2020 will sie einen Spagat wagen.

Wenn Radrennfahrerin Lisa Klein auf das Jahr 2018 zurückblickt, kommen ihr sowohl positive als auch negative Momente in Erinnerung. „2018 war sicherlich das ereignisreichste Jahr seit Langem“, sagt Klein rückblickend. Sportlich gesehen gab es für die aus Völklingen-Lauterbach stammende Sportlerin, die seit 2016 in Erfurt lebt und trainiert, einige Höhepunkte. Bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck im vergangenen September gewann sie Gold im Mannschaftszeitfahren. Ein Titel, der ihr ein paar Monate später noch einen weiteren einbrachte: Mitte Dezember wurde sie vom Verein Saarländische Sportjournalisten (VSS) zur Saarsportlerin des Jahres 2018 gekürt.

Eine große Ehre für Klein, gerechnet hat sie damit allerdings nicht. „Ich war überrascht. Das war toll und ist eine weitere Motivation für mich“, erzählt sie. Persönlich dabei sein konnte sie bei der Ehrung allerdings nicht, weil sie sich zu der Zeit in einem Trainingslager in Marbella befand. Nur ein paar Tage später machte sie sich dann kurz vor Weihnachten selbst ein riesiges Geschenk. Bei den deutschen Bahnrad-Meisterschaften setzte sich die Saarländerin in der Disziplin Omnium überlegen mit 143 Punkten vor Lisa Küllmer (Cottbus/123) und Lea Lin Teutenberg (Köln/115) durch.

Doch auch die negativen Seiten des Lebens holten die junge Saarländerin im vergangenen Jahr ein – nicht nur sportlich, auch privat. Nachdem sich die 22-Jährige bei einem Trainingsunfall im vergangenen Mai das Schlüsselbein gebrochen hatte und sie operiert werden musste, war zunächst nicht ganz klar, wie lange sie ausfallen würde. Nach nur vier Wochen Pause war die ehrgeizige Saarländerin schon wieder zurück im Trainingsalltag. Eine Rückkehr, die ihrer besten Freundin, der querschnittsgelähmten Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, nicht vergönnt war. „Sie ist so unglaublich stark und hat eine wahnsinnig tolle Lebenseinstellung. Sie ist zu 100 Prozent mein Vorbild“, sagt Klein voller Respekt.

Seit 2. Januar ist Klein wieder im Trainingslager – diesmal bei sonnigen 14 Grad auf Mallorca. Perfekte Bedingungen. Über 700 Kilometer hat sie seither zurückgelegt, immer um die sechs Stunden am Stück sitzt sie auf dem Rad. Ein hartes Training, das viel Disziplin erfordert. In einer so trainingsintensiven Sportart ist das auch notwendig, um Leistung beständig halten oder steigern zu können. An diesem Freitag geht es wieder zurück nach Deutschland, bevor es Anfang Februar mit ihrem Team Canyon Scram Racing erneut ins Trainingslager geht.

Kleins Fahrplan für 2019 ist gesteckt. „Ich starte mit ganz viel Motivation in dieses Jahr, bin gesund und leistungsfähig“, sagt Klein, die sich vor allem im Einzelzeitfahren weiterentwickeln möchte. Ende des Monats (25. bis 27. Januar) geht Klein beim letzten von insgesamt sechs Läufen des Bahnrad-Weltcups in Hongkong an den Start. Danach stehen vom 27. Februar bis zum 3. März die Bahnrad-Weltmeisterschaften im polnischen Pruszków auf dem Programm. Bei den Frühjahrs-Klassikern, unter anderem dem belgischen Rennen Gent-Wevelgem Ende März, geht es für sie von der Bahn zurück auf die Straße.

Hauptziel und größter Ansporn der Saarländerin sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Am liebsten wäre ihr ein Doppelstart – beim Straßenrennen und auf der Bahn. Ein Spagat, der nicht einfach ist, den sie sich aber zutraut. „Bis zu einer Nominierung ist es noch ein sehr harter und verdammt langer Weg“, sagt Klein, die 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als Ersatzfahrerin dabei war, allerdings ohne Einsatz im Bahn-Vierer blieb. Dass sie jedoch diszipliniert und ehrgeizig genug dafür ist, ihr Ziel zu erreichen, hat sie unter Beweis gestellt. Vor allem 2018.