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Fußball-WM in Russland
„Querpass-Toni“ polarisiert

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Dass Deutschland etwa 80 Millionen Bundestrainer hat, ist ja hinlänglich bekannt. Meine Wenigkeit gehört natürlich auch dazu. Das Interesse am Fußball schlägt sich auch privat nieder – wie zum Beispiel in einer privaten Fußballmanager-Runde, in der ich mit ein paar Kumpels seit nun bald 20 Jahren die Bundesligasaison durchspiele. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Bei großen Turnieren wie einer EM oder WM wird nicht gespielt, aber analysiert – im eigens dafür eingerichteten WhatsApp-Chat. Während der deutschen Spiele ist es auffallend still im Chat – schließlich sitzt jeder konzentriert vor der Glotze und schaut dem Treiben auf dem Rasen zu. Gegen Schweden kam während des Spiels allenfalls mal ein „Jogi, einen Müller darf man auch mal auswechseln“ oder ein „Querpass-Toni und Rückpass-Ilkay“ (Kroos und Gündogan) in der Gruppe an.


Sie lesen schon – die Leistung von Toni Kroos spaltet auch unsere Gruppe. Ich persönlich habe mich immer gefragt, warum die Bayern Kroos vor Jahren zu Real Madrid ziehen ließen. Daniel, ein neu zur Gruppe Gestoßener und Bayern-München-Fan der Hardcore-Kategorie, vermisst ihn in seinem Herzensverein überhaupt nicht. Nach Kroos’ Leistung in den ersten 94 Minuten gegen Schweden freundete ich mich auch langsam mit dem Gedanken an, dass Daniel vielleicht Recht haben könnte, und tat das in der Gruppe kund. „Wahrscheinlich huddelt der gleich noch irgendeine Murmel rein“, schrieb Daniel als Antwort. Dann kam die 95. Minute . . .

Wir sind also weiter dabei – dank des Freistoßes von Querpass-Toni. Auch Daniel ist milder gestimmt. „Schuss war okay“, schrieb er.