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Quälendes Warten auf positive Nachrichten

Quälendes Warten auf positive Nachrichten

Auch am Tag nach dem schweren Unfall beim Großen Preis von Japan bangt die gesamte Formel 1 um das Leben des verunglückten Jules Bianchi. Der Franzose wurde in der Nacht zu Montag offenbar ein zweites Mal am Kopf operiert.

Fernando Alonso konnte aus Sorge um seinen Freund Jules Bianchi kaum schlafen, der Vater des verunglückten Formel-1-Piloten und dessen Manager eilten noch in der Nacht nach Japan : Am Tag nach dem Horror-Crash des 25 Jahre alten Franzosen stand die Königsklasse des Motorsports unter Schock. Positive Nachrichten über Bianchis Gesundheitszustand gab es zunächst nicht.

"Mit Blick auf die Kommunikation von Informationen bezüglich Jules' Gesundheitszustand werden wir die Wünsche der Familie Bianchi respektieren und ihnen Folge leisten", heißt es in einem Statement des Marussia-Rennstalls, der gestern um Geduld bat: "Mit der Betreuung von Jules hat das höchste Priorität."

Nach dem schweren Unfall beim Großen Preis von Japan soll es erst wieder neue Informationen zum Zustand des Franzosen geben, wenn die Ärzte im Mie General Medical Center in Yokkaichi das für angemessen halten. Die Privatsphäre habe Vorrang. Außerdem teilte Marussia mit, dass Mitglieder des eigenen Teams, darunter zunächst die Chefs John Booth und Graeme Lowdon, sowie von der Scuderia Ferrari im Krankenhaus bleiben werden, um Bianchi und seine Familie zu unterstützen.

Nach einem Ausrutscher von Adrian Sutil war Bianchi am Sonntag in Suzuka gegen einen Abschleppwagen geprallt, der zur Bergung von Sutils Sauber ausgerückt war. Anschließend wurde er mit dem Rettungswagen abtransportiert und nach einem ersten operativen Eingriff am Sonntag auf die Intensivstation des Krankenhauses verlegt.

Bianchis Zustand hat sich nach Informationen einiger französischer Medien anscheinend noch nicht signifikant verbessert. Angeblich ist der Pilot in der Nacht nach seinen schweren Verletzungen zum zweiten Mal am Kopf operiert worden, nachdem es zu weiteren Blutungen gekommen war. Die Klinik lehnte allerdings nähere Auskünfte ab.

In den sozialen Netzwerken hatten nahezu alle Fahrer und Teams ihr Mitgefühl ausgedrückt und Bianchi, der Teil des Ferrari-Nachwuchsprogramms ist, eine schnelle Genesung gewünscht. Der Mercedes-Doppelsieg für Lewis Hamilton und Nico Rosberg geriet zur absoluten Nebensache. "Es ist schwer zu schlafen . . .", twitterte Ferrari-Star Fernando Alonso , der seit vielen Jahren mit Bianchi befreundet ist. Marussia bedankte sich nach unzähligen Wortmeldungen für die "überwältigende Anteilnahme".

Für den englisch-russischen Rennstall war es der zweite schlimme Zwischenfall innerhalb kurzer Zeit. Im Juli 2012 war Testfahrerin María de Villota in einem Marussia verunglückt, sie erlitt beim Aufprall gegen die Ladeklappe eines Teamlasters schwere Verletzungen. Die Spanierin starb im Oktober 2013, die Folgen der neurologischen Verletzungen sollen ein Grund dafür gewesen sein.