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Punktlos und grußlos

Nils Fischer und Kevin Maek sitzen nach dem 1:2 ihres 1. FC Saarbrücken am Samstag gegen Wehen Wiesbaden enttäuscht auf dem Boden. Dass sich die Profis nach dem Spiel nicht bei den Fans im Ludwigspark für die Unterstützung bedankten, sorgte ebenfalls für Enttäuschung. Foto: Schlichter
Nils Fischer und Kevin Maek sitzen nach dem 1:2 ihres 1. FC Saarbrücken am Samstag gegen Wehen Wiesbaden enttäuscht auf dem Boden. Dass sich die Profis nach dem Spiel nicht bei den Fans im Ludwigspark für die Unterstützung bedankten, sorgte ebenfalls für Enttäuschung. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Nach dem 1:2 am Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden verschwanden die Drittliga-Fußballer des 1. FC Saarbrücken in der Kabine, ohne sich bei den Fans zu bedanken. Das schlug bei den Anhängern Wellen. Von SZ-MitarbeiterPatric Cordier

Die Erwartungen waren hoch, die Enttäuschung nach der 1:2-Heimniederlage des 1. FC Saarbrücken zum Start der 3. Fußball-Liga gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag darum wohl auch umso größer. An den mehr als 5000 FCS-Fans im Ludwigsparkstadion hatte es jedenfalls nicht gelegen. Trotz fußballerisch überschaubarer Leistung der neuen Mannschaft vor allem im ersten Durchgang honorierten die Anhänger den Einsatz in der zweiten Halbzeit mit Anfeuerung und Applaus. Pfiffe blieben weitestgehend aus.

Doch nach dem Abpfiff blieben die Blau-Schwarzen in den Blöcken alleine, ihre Lieblinge verschwanden grußlos in den Katakomben. "Die Mannschaft ging nicht zum üblichen Abklatschen zu den Fans an den Zaun", bemängelt der FCS-Fanbeauftragte Peter Thielges. "Das ist für viele Anhänger ein wichtiger Bestandteil. Es gab übers Wochenende zahlreiche verärgerte Anrufe und Mails."

Thielges will nun das Gespräch mit Mannschaftsrat und Trainer Jürgen Luginger suchen, doch die haben ihren Fauxpas schon eingesehen. "Ich wurde am Samstag direkt von einer Frau darauf angesprochen", sagt Mittelfeldspieler Kevin Maek. "Ich habe ihr sofort in die Hand versprochen, dass so was nicht wieder vorkommt." Warum es passierte, dafür gibt es wohl keine wirkliche Begründung - die Mannschaft ging jedenfalls nicht sofort zu den Anhängern, der Block leerte sich auch wegen der hohen Temperaturen schneller als sonst.

"Wir waren vielleicht noch mehr enttäuscht über den misslungenen Saisonstart als die Zuschauer. Wir haben uns an der Trainerbank getroffen und brauchten zuerst ein paar Minuten, um unsere Gedanken und Emotionen zu sammeln", erklärt der stellvertretender Spielführer Maek. "Wir wissen genau, wie sehr wir die Fans brauchen. Normal stellen wir uns nach Niederlagen und feiern gemeinsam nach Siegen."

Dass Kapitän Marc Lerandy nach der Partie verletzungsbedingt nicht dabei war, dürfe keine Entschuldigung sein. Der Innenverteidiger hat nach seiner Gehirn-Erschütterung gestern wieder mittrainiert, seinem Einsatz im Auswärtsspiel am Samstag bei Holstein Kiel (14 Uhr) steht nichts im Weg.

Etwa 200 FCS-Fans werden der Mannschaft wohl an die Förde folgen - das Team reist schon am Freitag mit dem Flugzeug an. "Dort erwartet uns sicher auch eine Riesenkulisse", sagt Maek, "darum freut sich die Mannschaft über jeden Einzelnen, der uns unterstützt."

Wie viele Unterstützer der FCS im DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen (Sonntag, 4. August, 14.30 Uhr) haben wird, ist noch nicht abzusehen. Nachdem Dauerkarteninhaber und Mitglieder ihre Chance hatten, beginnt heute um 10 Uhr an den Kassenhäuschen entlang der Saarlandhalle der freie Karten-Vorverkauf. "Es gibt noch Tickets jeder Kategorie", sagt FCS-Pressesprecher Christoph Heiser, "nur die Karten für die Haupttribüne sind bereits alle vergriffen."