Punkte weg, Vizepräsident in Urlaub

Regensburg · Auch unter Bernd Eichmann hat die Mannschaft des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken die Wende nicht geschafft und verlor in Regensburg mit 0:2. Danach verabschiedete sich Vize-Präsident Harald Ebertz in den Urlaub.

"Und ganz egal, wo wir auch stehen, der FCS wird niemals untergehen." Gerade einmal 100 verbliebene Fans des Fußball-Drittligisten sangen am Samstag im Jahnstadion zu Regensburg fast schon trotzig das Vereinslied. Nach der 0:2 (0:0)-Niederlage bei Jahn Regensburg steht der FCS auf Platz 18 - auf einem Abstiegsrang. Und er steht in dieser schwersten Krise der vergangenen fünf Jahre ohne Vize-Präsident da. Denn nach der Beurlaubung von Trainer Jürgen Luginger am Donnerstag hat sich Vize-Präsident Harald Ebertz in den Urlaub verabschiedet. "Der Urlaub war aus familiären Gründen nicht zu verschieben. Aber es ist nicht vom Ort abhängig, ob man arbeitet oder nicht", sagt Ebertz. Er bereite gerade eine Liste mit Trainerkandidaten vor, die er den Gremien zur Beratung vorlegen wird. "Dabei geht Genauigkeit vor Schnelligkeit. Ich kann in der Türkei genauso telefonieren wie in Saarbrücken", sagte Ebertz.

Vorerst soll weiter U23-Trainer Bernd Eichmann der Mannschaft Impulse geben. "Die Stimmung ist schlecht und nach jeder Niederlage wird sie noch schlechter", weiß der Ex-Profi, "dagegen hilft nur arbeiten." Dafür waren die zwei Tage zum Regensburg-Spiel zu knapp. "Die Woche ist nicht spurlos an uns vorübergegangen", sagte Spieler Raffael Korte, den Eichmann als zentralen Mittelfeldspieler einsetzte: "Der Trainer hat versucht, uns den Druck zu nehmen."

Es dauerte 30 Minuten und eine Großchance des Regensburgers Abdenour Amachaibu (er zielte frei vor FCS-Torwart Timo Ochs in den zweiten Stock), bis der Gast den emotionalen Rucksack ablegte. Thomas Rathgeber schoss volley über das Tor (33.), Korte scheiterte mit einem Seitfallzieher an Jahn-Torwart Patrick Wieger (35.). Nils Fischer - er spielte im defensiven Mittelfeld, Kevin Maek gab den Innenverteidiger - zielte bei seinem Fernschuss knapp daneben (36.). Doch selbst, als in der Jahn-Abwehr das reine Chaos herrschte, brachten Rathgeber gleich zwei Mal und Korte den Ball nicht im Tor unter (39.). Direkt nach dem Wechsel ließ Wieger ein Schüsschen von Korte unter dem Körper durchrutschen, der Ball trudelte an den Pfosten (46.). Richtig gute 15 Minuten blieben gegen einen auch nicht gerade sicheren Gegner ohne Belohnung.

"Wenn wir da ein Ding machen, läuft es anders", sagte Korte enttäuscht, "wir brauchen einfach ein Erfolgserlebnis fürs Selbstvertrauen." So kam, was kommen musste: Nach eigenem Freistoß wurden die Saarländer klassisch ausgekontert, Markus Smarzoch überwand Ochs im zweiten Versuch - 1:0 (58.). Das Spiel war entschieden, das 2:0 durch Daniel Franziskus (90.) nur eine Formalie. "Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden, in der zweiten waren wir zu wenig torgefährlich und kamen im Zweikampf immer einen Schritt zu spät", meinte Eichmann.

In der Zwischenbilanz der Trainersuche kommt man beim FCS auf über 40 Namen - einer fällt häufiger: Peter Hyballa. Der Ex-Aachener soll laut SZ-Informationen eine Anfrage von Liga-Konkurrent Wacker Burghausen abgelehnt haben. "Wir sind noch immer am Sammeln, aber die Zahlen sagen ja nichts über die Qualität der Bewerbungen", sagte Präsident Paul Borgard.