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Projekt „Senior Volley Saar“ des Volleyball-Verbandes wird zum Erfolg

Saarländischer Volleyball-Verband : Projekt „Senior Volley Saar“ wird zum Erfolg

Fast alle Sportverbände und Vereine sehen ihre größten Herausforderungen im Bereich der Jugendarbeit. Bei den saarländischen Volleyballern ist das nicht anders. Doch auch am anderen Ende der Altersklassen tut sich was.

Um dem gerecht zu werden, dass die heutigen Seniorinnen und Senioren immer aktiver werden, und um dem Rückgang an Spielern zu begegnen, hatte Verbands-Vizepräsident Harald Petry vor etwa fünf Jahren die Idee, eine entsprechende Fördergruppe ins Leben zu rufen.

„Die Reaktionen auf meinen Vorschlag waren von Verbandsseite sofort positiv. Nur Geld durfte es keines kosten“, erinnert sich Petry. Allerdings war das, was ihm vorschwebte, nicht kostenlos zu stemmen: Eine gute, öffentlichkeitswirksame Auftakt-Veranstaltung mit guten Referenten sowie die Schaffung der Marke „Senior Volley Saar“ mit entsprechendem Wiedererkennungswert. Hinzu kamen Kosten für Trainer und Material. Über Spenden und die Kooperation mit Sponsoren konnte die knapp fünfstellige Summe schließlich aufgebracht werden.

Anfang 2015 war es dann soweit: Rund 35 volleyball- und lebenserfahrene Damen und Herren fanden sich zum Projektstart ein. „Das war mehr, als ich erwartet habe“, freut sich Projektleiter Petry, „Ich hatte mit 20 bis 25 Interessierten gerechnet. Inzwischen sind wir bei etwa 50 Teilnehmern angekommen.“

Ursprünglich war geplant, einmal pro Monat ein gemeinsames, qualifiziertes, modernes und seniorengerechtes Fördertraining zu absolvieren. „Das heißt, dass insbesondere Themen wie Koordination, Reaktionsfähigkeit und beispielsweise Sturzprophylaxe die Schwerpunkte bilden“, erklärt Petry. Für diese Konzeption wurden zwei Cheftrainer mit A-Lizenz gewonnen sowie ein Sportmediziner und ein Physiotherapeut, die das Projekt begleiten. „Das ist schon was. Im Training wird dann auch nicht nur ein bisschen gelacht und gespielt, sondern da werden schon richtig gute Übungen gemacht, die einem auch schon mal schwer fallen“, gibt Petry zu.

Dass sich die Quälerei lohnt, zeigen die Fakten: Schon in den ersten beiden Jahren holten Senior Volleys zwei Titel und einen dritten Platz bei den deutschen Mixed-Meisterschaften. 2018 in Berlin wurde das Ü59-Männerteam sogar sensationell deutscher Meister. „Die Jungs hatten einen Lauf und wurden unterschätzt – das war grandios“, erinnert sich Petry: „Die Ü49-Frauen wurden bei ihrer ersten Teilnahme deutscher Vizemeister. Spätestens da war klar, dass wir dieses Niveau stabil halten wollen.“

Auch im laufenden Jahr waren die saarländischen Teams erfolgreich: Die Männer landeten auf Platz fünf, die Frauen auf Platz vier. Eine Grundlage des Erfolges ist neben dem gemeinsamen qualifizierten Training, dass alle Mitmachenden zusätzlich mit einer Vereins-Freizeitmannschaft am Spielbetrieb teilnehmen und in der Regel einmal pro Woche trainieren. Viele Spielerinnen und Spieler standen sich während ihrer Aktiven-Zeit als Gegner gegenüber. Nun sammeln sie gemeinsam Erfolge für das Saarland.

Über den sportlichen Anreiz hinaus nimmt sich das Projekt auch soziale Ziele vor. Zum Beispiel richten die Volleyball-Senioren seit einigen Jahren das Familien-Mini-Volleyballturnier des Verbands aus, bei dem Kinder mit ihren Eltern und manchmal sogar Großeltern gemeinsam spielen. Darüber hinaus wurden aus dem Kreis der Senior Volleys fünf neue Präsidiumsmitglieder für die ehrenamtliche Arbeit des Verbandes gewonnen. Weitere Präsidiumsmitglieder engagieren sich als Trainer oder Spieler im Projekt. „Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt“, stellt Petry fest.