„Prinzen-Gala“ in Istanbul

„Prinzen-Gala“ in Istanbul

Der Wechsel ist perfekt, die Hoffnungen von Galatasaray Istanbul ruhen auf Lukas Podolski. Vom deutschen Nationalspieler erhofft sich der türkische Meister besonders in der Champions League einen erheblichen Schub.

Selbst am Tag der Bekanntgabe seines Wechsels zu Galatasaray Istanbul gehörten Weltmeister Lukas Podolski die Schlagzeilen nicht allein. Nicht minder groß wurde in den türkischen Zeitungen die anstehenden Verhandlungen des Stadtrivalen Fenerbahce mit dem Portugiesen Nani von Manchester United vermeldet. Doch Podolskis Transfer ist bereits fix.

"Prinzen-Gala", titelte die Tageszeitung Sabah und formulierte zugleich die hohen Erwartungen an den Routinier, der für eine Ablöse von vier Millionen Euro vom FC Arsenal kommt. Der 125-malige Nationalspieler soll den türkischen Meister zu einem Schub in der Champions League verhelfen - und will sich selbst die in Gefahr geratene Teilnahme an der EM 2016 sichern. Den früheren Kölner sieht Gala-Trainer Hamza Hamzaoglu als "ideale Ergänzung" zu seinen Stars Wesley Sneijder und Felipe Melo. Bei der Suche nach torgefährlichen Stürmern seien unter anderem die Namen Robin van Persie , André-Pierre Gignac und Klaas-Jan Huntelaar gefallen. Entschieden hatte sich der Coach jedoch für Podolski. Außerdem soll der Schalker Jefferson Farfan auf der Wunschliste des Clubs stehen.

Galatasaray braucht Podolski und der 30-Jährige seinerseits unbedingt Einsätze, um sich einen Platz im EM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw für das Turnier im kommenden Jahr in Frankreich zu sichern. Seine halbjährige Stippvisite bei Inter Mailand als Leihspieler endete ernüchternd. Aktuell bringt sich das Kölner Urgestein für seine Zeit in Istanbul in Stimmung. Mit seiner Familie verbringt Podolski seinen Urlaub in Kemer an der türkischen Riviera und soll in Kürze an den Bosporus reisen, um seinen Vertrag zu unterzeichnen. Die Spekulationen in Sachen Gehalt reichen von drei bis fünf Millionen Euro netto. Dafür wollen die Türken vor allem Tore sehen von "Poldi", damit sich der 20-malige Meister in der Königsklasse nicht noch mal so blamabel präsentiert wie in der vergangenen Spielzeit. Galatasaray beendete die Gruppenphase mit nur einem Punkt und 4:19 Toren auf dem letzten Gruppenplatz. Gegen Borussia Dortmund verlor man 0:4 und 1:4.

Bei Gala hat man bisher gute Erfahrung gemacht mit deutschen Gastarbeitern, besonders mit Trainern. Ex-Bundestrainer Jupp Derwall (1984 bis 1988), der zwei Meisterschaften mit Galatasaray gewann, öffnete dabei seinen Nachfolgern wie Karl-Heinz Feldkamp, Reinhard Saftig oder Reiner Hollmann die Tür.

Podolski spürte das Vertrauen der Club-Bosse bei den Gesprächen. Das war ein Grund, warum der sensible Stürmer diesmal nicht lange überlegte. Die Türken hatten sich in der Vergangenheit mehrfach um ihn bemüht. Vor allem auf der ganz großen Bühne der Champions League will Podolski nunmehr alle Zweifler überzeugen. Besonders Bundestrainer Löw, der einst eine Saison Trainer beim Lokalrivalen Fenerbahce (1998 bis 1999) war.

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