Prémat übersteht Horrorcrash

Prémat übersteht Horrorcrash

Venedig. Erst der Horrorcrash von Alexandre Prémat, dann der spektakuläre Sieg von Timo Scheider: Audi durchlebte beim turbulenten zehnten Lauf zum Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Italien innerhalb von 75 Minuten Himmel und Hölle. "Ich habe an der Adria meinen zweiten Geburtstag gefeiert", sagte Prémat nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am Sonntagabend

Venedig. Erst der Horrorcrash von Alexandre Prémat, dann der spektakuläre Sieg von Timo Scheider: Audi durchlebte beim turbulenten zehnten Lauf zum Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Italien innerhalb von 75 Minuten Himmel und Hölle. "Ich habe an der Adria meinen zweiten Geburtstag gefeiert", sagte Prémat nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am Sonntagabend. "An den Unfall habe ich keine Erinnerungen." Im Fahrerlager feierte der Franzose anschließend mit der Audi-Mannschaft den glimpflichen Ausgang. Die Erleichterung war riesig.

Timo Scheider tröstete sich mit seinem ersten Saisonsieg auf der tückisch nassen Strecke bei Venedig über den Titelverlust und bescherte Audi nach sieben Niederlagen in Serie wieder ein Erfolgserlebnis. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, von Platz 15 kommend mit neun Sekunden Vorsprung zu gewinnen", sagte Scheider.

Der Brite Gary Paffett belegte beim DTM-Comeback auf dem Adria International Raceway nach sechs Jahren den zweiten Platz vor Mercedes-Kollege Bruno Spengler. Der Kanadier hat damit Paul di Resta an der Spitze wieder abgelöst. Die Titelentscheidung fällt nun beim Saisonfinale in vier Wochen in Shanghai zwischen dem Mercedes-Trio Spengler, Paul di Resta und Paffett. Markus Winkelhock feierte als Vierter im Audi sein bestes Ergebnis.

Wie durch ein Wunder überstand Prémat seine mehrfachen Salti praktisch unverletzt. "Alles ist gut. Alexandre hat sich nur starke Prellungen am Körper zugezogen", teilte ein Audi-Sprecher gestern mit. Prémat habe keine Kopfverletzungen erlitten, trage aber eine Halskrause. Dass er so glimpflich davon kam, verdankte er dem hohen Sicherheitsstandard in der DTM. "Der Unfall zeigt, dass die Autos brutal viel aushalten", sagte Audis Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Sein Mercedes-Kollege Norbert Haug bezeichnete es als "die beste Nachricht des Wochenendes". Die DTM habe zu Recht "die Sicherheit immer an oberste Stelle gestellt".

Sieger Scheider hatte den Crash nur auf der Videoleinwand gesehen. "Unglaublich, was da passiert ist", sagte er erleichtert. "Alexandre wäre mit Sicherheit vor zehn Jahren nicht selbst aus seinem Auto gestiegen." Prémat überschlug sich mehrmals und knallte dann schräg auf eine Mauer, nachdem er anfangs der zweiten Runde mit Mercedes-Konkurrent Maro Engel kollidiert war. Der Franzose konnte jedoch selbst aus dem Wrack steigen. Engel kritisierte das überraschende Einlenken des Franzosen als "extrem gefährlich".

  • DTM: Titelverteidiger Scheider baut Gesamtführung aus
  • DTM: Bleibt Scheider weiter vorne?
  • Mercedes-Sieg in den Dünen

Scheider siegte in dem nach 38 statt 59 Runden vorzeitig beendeten Rennen in 1:15:01,965 Stunden letztlich souverän vor Paffett. Der zweimalige DTM-Champion war als 15. scheinbar aussichtslos gestartet. Dank seiner ganz an den Schluss gesetzten beiden Boxenstopps düpierten die Audi-Strategen jedoch die Konkurrenz. dpa

Mehr von Saarbrücker Zeitung