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Skandal im Landessportverband
Präsidium erstaunt immer wieder

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Eugen Roth, der Präsident des Handball-Verbandes Saar, hat am Donnerstagabend einen bemerkenswerten Satz zur Bewältigung der Finanzkrise beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) gesagt. „Wir haben alles im Griff“, äußerte der Funktionär. Natürlich hat jeder Mensch seine eigene Sicht der Dinge und darf diese auch artikulieren. Trotzdem mutet es erstaunlich an, wie Teile des LSVS-Präsidiums ihre Rolle definieren. Man sei ja dafür gewählt worden, um den Sport voranzubringen, nicht um Bilanzen zu studieren, sagt Franz Josef Kiefer, der Chef der saarländischen Turner. Dass das Präsidium aber zuvorderst dafür gewählt wird, alles, was mit Geld zu tun hat, zu kontrollieren, scheint einem Teil des Gremiums nicht klar zu sein. Und dass Milch und Honig im Saartoto-Land in den nächsten Jahren vermutlich nicht mehr so üppig fließen werden wie früher, offenbar auch nicht. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Dass der LSVS in den letzten zehn Jahren auf die finanziell schiefe Bahn geraten ist, ist offensichtlich gewesen – verschlepptes Finanzloch hin oder her. Und die Kontrolle über die Geldflüsse hat versagt – auch darüber herrscht Einigkeit. Wenn nun die Aufsichtspersonen der Meinung sind, dass sie sich nichts vorzuwerfen haben und sich für die Arbeit im LSVS-Präsidium ausreichend qualifiziert sehen, dürfen sie sich gerne im September wieder zur Wahl stellen. Die Mitgliedersammlung des LSVS darf dann entscheiden, ob sie das genauso sieht.