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Positiv angespannt vor der WM

Positiv angespannt vor der WM

Jerome Müller und Lars Weissgerber vom Handball-Zweitligisten HG Saarlouis spielen bei der U 19-Weltmeisterschaft in Russland für Deutschland. Deshalb fehlen sie ihrem Club einen Großteil der Vorbereitung.

Über Saarlouis führt ihr Weg nach Russland: Die Handball-Spieler Jerome Müller und Lars Weissgerber werden für Deutschland bei der U 19-Weltmeisterschaft in Jekatarinenburg (8. bis 20. August) am Ball sein. Seit Ende Juni sind die beiden Spieler des Zweitligisten HG Saarlouis mit ihrem HG-Mannschaftskollegen Michael Schulz sowie Robin Egelhoff vom Drittligisten SV 64 Zweibrücken in der Weltmeisterschafts-Vorbereitung. Müller und Weissgerber gehören zu den 16 vom Bundestrainer-Duo Christian Schwarzer und Jochen Beppler nominierten Spielern. Schulz und Egelhoff stehen dagegen für die Weltmeisterschaft auf Abruf im Reserve-Kader.

"Man zittert schon ein bisschen, von daher ist die Freude natürlich groß, wenn man dabei ist", sagt Weissgerber. "Ich habe schon ein bisschen damit gerechnet", ergänzt Müller, muss sich aber eingestehen: "Natürlich hat man trotzdem ein Kribbeln im Bauch, wenn die Post vom Deutschen Handball-Bund ankommt. Man kann ja nie wissen, ob man nun wirklich dabei ist - oder in der Reserve steht.
Bei EM Erfahrung gesammelt

Müller wird in Jekatarinenburg wohl hinter Dominik Claus vom Drittligisten TV Hochdorf die Rolle des zweiten Mannes auf der rechten Rückraumposition übernehmen. "So haben wir es auch schon bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr gemacht", sagt er. Weissgerber wird auf der Rechtsaußen-Position eingesetzt und ist zuversichtlich, zu den ersten Sieben in der Startformation zu gehören: "Ich habe auch schon bei der Europameisterschaft 2014 Erfahrung gesammelt - und das kann mein Vorteil sein."

Die EM lief nicht so wie erhofft. Durch ein 30:30 gegen den späteren Europameister Frankreich verpasste die deutsche Auswahl das Halbfinale nur um ein Tor. Sie belegte am Ende Rang sieben. "Das war blöd gelaufen, wir waren vor allem im Spiel gegen Frankreich ziemlich nervös und haben dumme Fehler gemacht. Die müssen wir dieses Mal vermeiden", erklärt sich Weissgerber.

Seit der EM hat sich der Kader der Nationalmannschaft nur auf wenigen Positionen verändert. Für beide Saarlouiser ist es nun die erste Weltmeisterschaft. Das Selbstbewusstsein und die Erwartungen schmälert dieses Erfahrungsdefizit nicht. Auch Nervosität spielt keine Rolle. "Wir sind positiv angespannt", sagt Weissgerber und schiebt nach: "Eine Medaille wäre schon etwas Tolles. Im Idealfall kommen wir mit dem Titel nach Hause." Müller ergänzt: "Ich denke schon, dass wir uns hohe Ziele stecken können. Eine Medaille halte ich durchaus für möglich." Zum Favoritenkreis zählen neben Europameister Frankreich Dänemark, Spanien und Slowenien.

Bis zur Abreise gen Russland nehmen die beiden 18 Jahre alten Talente der HG Saarlouis wieder an der Saisonvorbereitung ihres Vereins teil. Dass sie diese nicht komplett bestreiten können, sich nicht mit der Mannschaft einspielen können und sich womöglich höherem Verletzungsrisiko aussetzen, mildert die Freude von HG-Trainer Heine Jensen über die WM-Teilnahme seiner Schützlinge. "Das ist natürlich nicht optimal, aber diese Turniere finden nun einmal im Sommer statt. Und das wussten wir vorher", erklärt Jensen, der mit der HG Saarlouis in drei Wochen im DHB-Pokal ran muss: "Aber für die Jungs ist es eine schöne Anerkennung für ihre harte Arbeit."
DHB-Pokal am 15. August

Am 15. August spielt die HG Saarlouis im DHB-Pokal in der heimischen Stadtgartenhalle um 17 Uhr gegen Drittligist TV Leichlingen. Bei einem Sieg trifft die HG einen Tag später um 17 Uhr auf den Sieger der Partie zwischen Erstligist VfL Gummersbach und Zweitligist HC Erlangen.

hg-saarlouis.de