Pokalsieg soll erstes Jahr des Frauen-Projekts der SV Elversberg krönen

Frauenfußball : Saarlandpokalsieg soll das erste Jahr krönen

Zwei Meisterschaften, das Konzept für die Jugend steht: Das Frauen-Projekt der SV Elversberg und des SV Göttelborn schreitet voran.

Die Saison im saarländischen Frauenfußball ist vorbei, nur noch ein Pokalspiel steht an. Im Training auf dem Kunstrasen in Göttelborn geht es aber alles andere als locker zu – keine Spur von Spaßtraining am Saisonende. „Ballannahme durch das Hütchentor und dann ein genauer Pass zur Mitspielerin. Und denkt dran, Passweg ist gleich Laufweg“, gibt Co-Trainer Pascal Völkle das Thema beim Aufwärmen vor. Cheftrainer Kai Klankert setzt derweil die Hütchen für den Hauptteil des Trainings. „Wir wollen uns in jedem Training verbessern, deshalb gehen wir jedes Training voll konzentriert an. Außerdem haben wir am Wochenende ein schweres Spiel“, sagt Klankert, wie Völkle A-Lizenz-Inhaber.

Das von vorneherein sehr ambitionierte Projekt Frauenfußball der SV Elversberg und des SV Göttelborn hat in der ersten, abgelaufenen Saison alle Erwartungen erfüllt. Die erste Frauenmannschaft gewann alle Spiele in der Verbandsliga und steigt mit einem Torverhältnis von 128:2 in die Regionalliga Südwest auf. Die zweite Mannschaft entschied in der Bezirksliga Nord ebenfalls alle Spiele für sich (140:5 Tore) und rückt auf in die Landesliga. Ein Erfolg, der genauso geplant war, das perspektivische Ziel heißt Frauen-Bundesliga.

In der abgelaufenen Saison sollten beide Teams unter dem Vereinsnamen SV Elversberg an den Start gehen. Die SVE wollte die Göttelborner Frauen-Abteilung übernehmen. Der Saarländische Fußballverband (SFV) machte den beiden Vereinen allerdings einen Strich durch die Rechnung, dennoch startete das Projekt unverändert – nur unter dem Namen SV Göttelborn. Gut möglich, dass die Namensänderung jetzt klappt, da der Regionalverband Südwest über die Namensänderung neu entscheidet. Beide Vereine haben einen Antrag eingereicht.

Der Name ist allerdings nur ein Mosaiksteinchen in einem großen Konzept. „Wir werden in der kommenden Saison auch in der Jugend starten – mit einer C-Jugend. Dort spielen die größten Talente des Saarlandes, und die Mädchen werden nur gegen Jungs spielen. Nur so können sie sich in Sachen Spieltempo und Zweikampf-Führung deutlich weiterentwickeln“, erklärt Klankert, der auch der Abteilungsleiter Frauenfußball bei der SVE ist: „Der Wettkampf gegen Jungen ist ein roter Faden in unserem Konzept, zumal auch SFV und DFB diese Philosophie vertreten.“

Der SFV unterstützt das neue Nachwuchskonzept der SVE, die eine Reihe von Kooperationspartnern für sich gewonnen hat: die Eliteschule des Mädchen- und Frauenfußballs in Saarbrücken mit dem angeschlossenen Verbundsystem, darüber hinaus die Ganztags-Gemeinschaftsschule in Neunkirchen und das Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, beide Eliteschulen des Fußballs, sowie die ProSoc GmbH, die sich um US-amerikanische Fußballerinnen des Stützpunktes Ramstein/Kaiserslautern kümmert. „Wir wollen den Mädchen in Kombination mit unserem Nachwuchsleistungszentrum im Verein die bestmögliche Ausbildung geben – mit dem Ziel Jugend-Nationalmannschaft und Frauen-Bundesliga in Elversberg“, erläutert Klankert, bevor es im Training mit der Verbandsliga-Meistermannschaft weitergeht.

Mit voller Konzentration wohlgemerkt, denn ein Ziel möchte der SV Göttelborn in dieser Saison noch erreichen. An diesem Sonntag steht der SVG im Finale des Saarlandpokals. Gegner ist Ligakonkurrent SG Parr Medelsheim. Anstoß ist um 15 Uhr auf dem Rasen der DJK St. Ingbert. In der Liga haben die Göttelborner mit 6:0 und 7:0 gewonnen. Die Ex-Champions-League-Siegerin in Reihen der Göttelborner, Selina Wagner, weiß aber, dass es kein Selbstläufer wird. „Wir wissen alle, wie das im Pokal und in einem Endspiel laufen kann. Wir müssen voll konzentriert an die Sache herangehen“, sagt die 28-Jährige.

Die Medelsheimer wissen, dass sie der klare Außenseiter sind, wollen aber alles versuchen. „Zunächst einmal sind wir schon wahnsinnig stolz darauf, dass wir überhaupt das Finale erreicht haben. Der SV Göttelborn hat ganz andere Voraussetzungen und auch ein ganz anderes Budget als wir. Aber wir finden das Projekt, das die beiden Vereine vorhaben, sehr gut. Wir wollen alle den Frauenfußball bestmöglich repräsentieren“, sagt Diana Hassler von der SG Parr Medelsheim.

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