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Pokalfinale wird zur Kopfsache

Pokalfinale wird zur Kopfsache

Im Finale um den Fußball-Saarlandpokal an diesem Mittwoch um 18 Uhr in Hasborn ist der Drittligist 1. FC Saarbrücken klar favorisiert. Oberliga-Aufsteiger FC Hertha Wiesbach setzt dagegen auf „freie Köpfe“.

Nach seinem Führungstreffer zum 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden (Endstand: 1:3) formte Manuel Stiefler ein Herz mit seinen Fingern und reckte es Richtung Tribüne. Die Liebeserklärung des Mittelfeldspielers richtete sich aber mehr an Freundin Sina als an seinen derzeitigen Arbeitgeber, den Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken. "Erst kommt das Pokalfinale, dann Heidenheim, und dann reden wir", sagt Stiefler. Die ungeklärte Zukunft der Stammspieler Stiefler, Sven Sökler, Benedikt Fernandez, Lukas Kohler und Christian Eggert könnte vor dem Saarlandpokal-Endspiel an diesem Mittwochabend gegen Oberliga-Aufsteiger FC Hertha Wiesbach (18 Uhr, Waldstadion in Hasborn) ein Unruhefaktor sein.

FCS-Kapitän Marc Lerandy sieht das anders. "Das ist ein Thema der Medien, nicht in der Mannschaft", sagt er. Mit einem Sieg stünde der FCS in der ersten Runde des DFB-Pokals, allein über 100 000 Euro an Fernsehgeldern winken. Geld, das der Verein nicht in den Lizenzierungsunterlagen eingeplant hat. Mögliche Einnahmen aus künftigen sportlichen Ereignissen werden vom DFB nicht zugelassen. Aber Geld, mit dem für die Kaderplanung eigentlich fest gerechnet wird. "Wir suchen zwei Spieler für die Außenbahnen defensiv, zwei fürs Mittelfeld und einen Stürmer", hat FCS-Trainer Jürgen Luginger die Mindestanforderungen formuliert, die Zukunft von Mittelfeldmann Ufuk Özbek und Stürmer Marcel Sökler aber offen gelassen: "Das hängt davon ab, wie sich die anderen fünf entscheiden."

Entscheidend für das Pokalfinale könnte auch die nötige Anspannung sein. Nach dem sicheren Klassenverbleib ließ Lugingers Mannschaft in den letzten beiden Spielen die erforderliche Konzentration vermissen. Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung kostete gegen Rostock (1:1) und Wehen Punkte. "Ich werde schon dafür sorgen, dass sich bis zum 18. Mai keiner hängen lässt", betont Lerandy, der vor dem dritten Pokalsieg in Folge steht: "Es ist Ehrensache, dass wir uns den Arsch aufreißen bis zum Schluss."

Voller Elan geht auch der FC Hertha Wiesbach in die Partie. "Die ganze Saison ist bislang wie ein Traum, und dieses Finale ist die Krönung", sagt Trainer Helmut Berg. Im Winter gewann seine Mannschaft das Hallenmasters des Saarländischen Fußballverbandes, am Samstag feierten die Gelb-Schwarzen die Saarlandliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Kommt jetzt mit einem Pokal-Sieg das "Triple"? "Der FCS ist aufgrund seiner großen Qualität klarer Favorit. Saarbrücken will sich nicht die Chance entgehen lassen, in den DFB-Pokal einzuziehen. Trotzdem wollen wir versuchen, so gut wie möglich Paroli zu bieten", meint Berg.

Auch in den vergangenen beiden Jahren standen Saarlandligisten im Endspiel des Saarlandpokals gegen den FCS - und beide verloren jeweils nur knapp. 2011 zog der SV Mettlach mit 2:3 den Kürzeren, 2012 der SV Rot-Weiß Hasborn mit 1:2. Ein kleiner Hoffnungsschimmer also für Wiesbach.

Dass seine Mannschaft nach dem Titelgewinn in der Saarlandliga am Samstag ausgiebig gefeiert hat, sieht Berg übrigens nicht als Nachteil. Ganz im Gegenteil: "Dadurch haben wir die Köpfe frei für das Finale", sagt der Wiesbacher Übungsleiter.

Der Saarländische Fußball-Verband rät den Zuschauern zu einer frühzeitigen Anreise, stellt aber fest, dass "ausreichend Parkplätze in fußläufiger Entfernung zum Waldstadion zur Verfügung" stehen.

Im Finale um den Fußball-Saarlandpokal der Frauen stehen sich mit den Regionalligisten FSV Jägersburg und DJK Saarwellingen an diesem Donnerstag zwei Ligarivalen auf dem Rasenplatz in Riegelsberg gegenüber. Jägersburg geht als Favorit in die um 15 Uhr beginnende Partie.

Die Mannschaft von Trainer Michael Kuntz holte am Sonntag im letzten Ligaspiel ein 2:2 beim TuS Issel und beendete die Saison als Vierter deutlich vor den siebtplatzierten Saarwellingerinnen, die zum Abschluss dem SV Furpach 1:2 unterlagen. Außerdem hatte Jägersburg in den beiden Vergleichen mit der DJK insgesamt die Nase vorn: Das Hinspiel endete 1:1, zu Hause gewann der FSV recht klar mit 4:2. "Jägersburg ist individuell besser besetzt", sagt Saarwellingens Spielertrainerin Claudia Fetzer.

Dass ihrem Team die Außenseiterrolle aber bestens liegt, bewies es vor fast genau einem Jahr ziemlich eindrucksvoll. Damals noch unter der Fahne der SSV Saarlouis behielt Fetzers Elf im Endspiel gegen den gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegenen SV Bardenbach dank dreier Treffer von Ramona Weyrich sensationell mit 4:3 nach Verlängerung die Oberhand. Auch deshalb ist Jägersburgs Trainer Kuntz gewarnt: "Sie haben es uns in den Rundenbegegnungen schwer gemacht. Ich denke, die Tagesform wird entscheiden."