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DFB-Pokal
Pokal-Aus sorgt noch nicht für Sorgenfalten

Die Stuttgarter Gonzalo Castro, Insúa Zapata und Anastasios Donis (von links) gehen nach dem 0:2 in Rostock enttäuscht vom Platz.
Die Stuttgarter Gonzalo Castro, Insúa Zapata und Anastasios Donis (von links) gehen nach dem 0:2 in Rostock enttäuscht vom Platz. FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
Rostock. Dem VfB Stuttgart wird eine große Saison vorausgesagt. Im DFB-Pokal ist der Bundesligist aber bereits gescheitert. sid

Der VfB Stuttgart ging an der Ostsee mal wieder baden, doch so wirklich nervös machte der vierte Pokal-K.o. im vierten Duell beim derzeitigen Drittligisten Hansa Rostock die Verantwortlichen nicht. Trainer Tayfun Korkut hatte kaum etwas zu meckern, Sportdirektor Michael Reschke machte sich „wenig Sorgen“ — einzig Mittelfeldspieler Dennis Aogo schlug Alarm.


„Das ist auf jeden Fall ein Schuss vor den Bug vor dem Bundesliga-Start. Ich hoffe, dass wir die Lehren daraus ziehen und am Wochenende ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Aogo nach dem völlig unerwarteten 0:2 (0:1) in der ersten DFB-Pokalrunde in Rostock: „Es ist immer gefährlich, wenn in der Vorbereitung alles super läuft und alle große Erwartungen schüren.“

Stuttgarts Erstrunden-Aus kommt auch deshalb so überraschend, weil der Mannschaft aufgrund der famosen Rückrunde und der Transferpolitik im Sommer eine starke Saison zugetraut wird. Für 35 Millionen Euro kaufte sich der VfB viel Erfahrung (Daniel Didavi, Gonzalo Castro) und Talent (Nicolas Gonzalez, Pablo Maffeo). Doch Hansa, dessen gesamtes Aufgebot einen Wert von gerade mal knapp über fünf Millionen Euro besitzt, reichten Leidenschaft, Lauffreude und zwei Torchancen, um das hochgelobte VfB-Team zu entzaubern.



„Wir sind von der Mannschaft und dem Weg überzeugt“, sagte Sportdirektor Reschke. Er mache sich „eigentlich wenig Sorgen, was die Bundesliga angeht“, auch wenn das Auftaktprogramm mit den Auswärtsspielen in Mainz und Freiburg und dazwischen der Heimpartie gegen Rekordmeister Bayern München „brutal schwer“ sei. Auch Trainer Korkut war bei aller Enttäuschung weit davon entfernt, in Panik zu verfallen: „Das Ergebnis wird uns nicht umhauen.“

Sollte Stuttgart jedoch so auftreten wie in den ersten 20 Minuten in Rostock, wird aus dem geplanten Angriff in der Bundesliga nichts werden. Die Schwaben präsentierten sich nervös, fehlerhaft und ohne Tempo. Dass sich Ex-Nationalspieler Holger Badstuber beim 0:1 durch Cebio Soukou (8.) düpieren ließ, passte ins Bild.

Danach kontrollierte der Favorit zwar das Spiel (72 Prozent Ballbesitz, 26 Torschüsse), doch das zweite Tor machten die Rostocker. Mirnes Pepic, der fünf Minuten zuvor ausgewechselt werden wollte, traf nach einem Konter (84.) und versetzte die 24 400 Zuschauer im Ostseestadion in einen Freudentaumel.

Benjamin Pavard sah die Pleite wegen seines Trainingsrückstandes von der Bank aus. Da Badstuber erhebliche Schnelligkeits-Defizite offenbarte, wird die Rückkehr des französischen Weltmeisters sehnsüchtig erwartet – und ein Verkauf noch unwahrscheinlicher. Reschke hatte schon vor dem Pokal-Aus betont, für eine weitere Saison mit ihm auf „viel Geld“ verzichten zu wollen. Pavard war zuletzt beim FC Bayern mit einer Ablöse von 40 bis 50 Millionen Euro im Gespräch.