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Pohlmann wieder bei den Royals
Die „Mama“ ist froh, zurück zu sein

Kimberly Pohlmann trägt wieder das Trikot der Saarlouis Royals, wie schon von 2013 bis 2016. Die 26-Jährige ist die älteste Spielerin im runderneuerten Team, das um den Ligaverbleib wird kämpfen müssen.
Kimberly Pohlmann trägt wieder das Trikot der Saarlouis Royals, wie schon von 2013 bis 2016. Die 26-Jährige ist die älteste Spielerin im runderneuerten Team, das um den Ligaverbleib wird kämpfen müssen. FOTO: Thomas Wieck
Saarlouis. Rückkehrerin Kimberly Pohlmann soll die Saarlouis Royals zum Verbleib in der Basketball-Bundesliga führen. Von Julia Franz

Kimberly Pohlmann strahlt an diesem Nachmittag mit der Herbstsonne um die Wette. Seit Juli ist die 26-Jährige wieder zurück im Saarland. Zurück an alter Wirkungsstätte beim Basketball-Bundesligisten Saarlouis Royals – trotz der schwierigen Ausgangslage. Am heutigen Freitagabend (20.30 Uhr) trifft das Team von Neu-Trainer Ondrej Sykora zum Bundesliga-Auftakt in Keltern auf die TK Hannover. Die Mission Ligaverbleib beginnt.


Wenn man Pohlmann zuhört, kam ihre Rückkehr gar nicht mal so überraschend. „Ich habe das von Anfang an nicht ausgeschlossen. Wenn ich an meine Zeit hier zurückdenke, kommt mir immer ein Lächeln ins Gesicht“, schwärmt sie. Besonders das „familiäre Umfeld und die tollen Fans“ haben ihr bei ihrer Station in Halle immer gefehlt.

Die 1,80 Meter große Pohlmann spielte von 2013 bis 2016 bei den Royals. Nach ihrer bisher erfolgreichsten Saison 2015/2016, in der sie auch in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde, wechselte sie von Saarlouis zum SV Halle Lions, der in der vergangenen Spielzeit in die 2. Bundesliga abgestiegen ist. „In Halle lief es für mich im Team persönlich und sportlich gar nicht mehr so richtig gut“, erzählt die aus dem nordrhein-westfälischen Hagen stammende Pohlmann. Das sportliche Konzept mit Neustart in Saarlouis und vielen jungen Spielerinnen hat sie dagegen überzeugt.



Von den alten Teamkolleginnen sind fast keine mehr da. In der zweiten Pokalrunde der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) am vergangenen Sonntag bei Zweitligist DJK Bamberg (92:83) präsentierte sich eine runderneuerte Mannschaft mit vielen neuen, vor allem jungen Gesichtern. Mit gerade mal 26 Jahren ist Pohlmann sogar die älteste und erfahrenste Spielerin auf dem Feld.

Ob das Fluch oder Segen ist, will sie noch nicht festlegen. „Ich finde das eigentlich relativ witzig, weil ich mich selbst manchmal noch wie ein Kind fühle oder wie mit Anfang 20“, erzählt Pohlmann lachend und ergänzt: „Die Mädels sagen aus Spaß sogar manchmal Mama zu mir.“ Für ihren Trainer scheint sie auf jeden Fall ein Segen zu sein. „Sie ist eine große Bereicherung für uns. Sowohl sportlich als auch menschlich spielt sie in der Mannschaft eine ganz wichtige Rolle, sie unterstützt alle Mädels“, sagt Sykora.

Seit ihrem zehnten Lebensjahr spielt Pohlmann Basketball. „Ich bin damals über eine Schul-AG dazu gekommen“, erinnert sie sich. Davor hatte sie es schon mit Reiten und Voltigieren ausprobiert. Ihr Herz blieb jedoch beim Basketball hängen – und das nun schon seit 16 Jahren. „Privat spiele ich aber auch ganz gerne Fußball“, sagt sie. Neben dem Trainingspensum und ihrem Bürojob in einer Dachdeckerei bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit für andere Dinge oder Sportarten.

Das Pensum bei den Royals ist hoch. In der Vorbereitung trainierte das Team drei Mal täglich, während der Saison wird der Umfang wieder etwas zurückgeschraubt. Dass die Royals in dieser Saison ganz andere Voraussetzungen haben als noch vor drei Jahren, ist inzwischen kein Geheimnis. Vorrangiges Ziel ist erstmal der Ligaverbleib, alles darüber hinaus Bonus. Dessen ist sich auch jeder bewusst – Pohlmann sowieso, sie kennt die Unterschiede von früher zu heute nur zu gut.

Den ersten Schritt wollen Pohlmann und ihr Team bei der traditionellen Saisoneröffnung in Keltern machen. „Hannover ist Favorit, aber das erste Spiel ist immer eine Wundertüte“, sagt die 26-Jährige. Auf das erste Heimspiel und die Fans, die ihr so ans Herz gewachsen sind, muss Pohlmann aber noch ein wenig warten – bis 21. Oktober. Dann geht es in der Saarlouiser Stadtgartenhalle gegen die Fireballs Bad Aibling.