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"Platz drei ist für einen Aufsteiger ein gutes Ergebnis"

"Platz drei ist für einen Aufsteiger ein gutes Ergebnis"

Vor der Saison haben Sie als Ziel einen Platz im oberen Tabellendrittel angegeben. Der dritte Platz ist eine Punktlandung, sind Sie zufrieden? Bernd Zewe: Ja. Ich kannte die Liga überhaupt nicht, habe also eigentlich ins Blaue getippt. Aber der dritte Platz ist für einen Aufsteiger ein gutes Ergebnis

Vor der Saison haben Sie als Ziel einen Platz im oberen Tabellendrittel angegeben. Der dritte Platz ist eine Punktlandung, sind Sie zufrieden?

Bernd Zewe: Ja. Ich kannte die Liga überhaupt nicht, habe also eigentlich ins Blaue getippt. Aber der dritte Platz ist für einen Aufsteiger ein gutes Ergebnis.

Hätte es auch mehr werden können?

Zewe: Die Vizemeisterschaft wäre möglich gewesen, aber es lag an unserer Unerfahrenheit, dass es dazu nicht gekommen ist. Im ersten Spiel, zu Hause gegen Neuwied, führten wir 2:1 nach Sätzen, vergaben dann aber zwei Matchbälle und verloren am Ende mit 2:3. Auch die 1:3-Niederlage in Ehrang war vermeidbar. Dennoch muss ich sagen: die beiden Mannschaften, die vor uns stehen, Neuwied und Etzbach, sind insgesamt ausgeglichener und stärker als wir.

Aber die Vizemeisterschaft ist rechnerisch trotzdem noch möglich.

Zewe: Dazu müssten wir am Samstag gegen Sinzig gewinnen und Etzbach müsste zu Hause gegen den TV Saarwellingen verlieren. Daran glaube ich nicht.

Hat sich Ihre Mannschaft weiterentwickelt?

Zewe (nach langem Zögern): In der Vorrunde waren wir auf Grund einer sehr intensiven Vorbereitung körperlich besser drauf. Aber Krafttraining macht Mädchen keinen Spaß, darunter hat die Physis gelitten.

Haben sich einzelne Spielerinnen weiterentwickelt?

Zewe: Den größten Schritt nach vorne hat Anne Dörr gemacht. Sie hat sich von der Bank in die Mannschaft gespielt. Meine Tochter Lena und Michelle Grandinetti kann man sich aus der Mannschaft nicht mehr raus denken.

Gibt es Spielerinnen, von denen man mehr erwarten durfte?

Zewe: Es gibt keine, die mich enttäuscht hat. Aber natürlich ist bei einigen noch Luft nach oben. Julia Hoffmann zum Beispiel haben wir als Führungsspielerin zurückgeholt. Sie hatte Höhen und Tiefen, vielleicht, weil sie übermotiviert war. Ebba Schröder hat fast nie gespielt, weil sie ständig verletzt war, ebenso Maria Staudte. Elena Bader und Julia Bartsch haben zu Saisonbeginn stärker gespielt, als am Ende.

Wo hat Ihre Mannschaft Stärken und wo hat sie noch Schwächen?

Zewe: Unsere Stärke ist, dass wir uns auch aus schwierigen Situationen wieder rausreißen können. Schwachpunkt ist immer noch die Annahme und der Block. Aber das kann man in den Griff bekommen.

Bleibt die Mannschaft zusammen?

Zewe: Ja. Nur Luba Kudlikowa denkt ans Aufhören, aber ihr macht es immer noch Spaß. Vielleicht können wir sie überreden, noch ein Jahr dran zu hängen.

Sind Verstärkungen geplant?

Zewe: Natürlich schaue ich mich immer nach guten Spielerinnen um. Wer zu uns ins Training kommen will, darf das sehr gerne tun, aber ich werde niemanden abwerben. Gebrauchen könnte ich noch zwei, drei junge Spielerinnen im Alter von 16, 17 Jahren.

Wollen Sie nächstes Jahr in die Regionalliga?

Zewe: Ich weiß nicht, ob die Mannschaft das will. Darüber habe ich mit den Spielerinnen noch nicht gesprochen. Aber das werde ich nach dem letzten Spiel tun.

Am Samstag, 19.30 Uhr, kommt es zu Hause gegen den LAF Sinzig zu einem Wiedersehen mit einem ehemaligen Gegner aus der Zweiten Bundesliga. Wäre die Zweite Bundesliga wieder eine Option für den TV Holz?

Zewe: Das glaube ich nicht. Wer soll die finanzieren? Dafür braucht man einen Jahresetat von 50 000 Euro. Ich mache den Job in Holz als Ein-Mann-Firma. Es fehlen also komplett die Strukturen, um die Zweite Bundesliga noch einmal anzugehen.