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Pini noch weiter im Amt

FCS-Aufsichtsrats-Chef Michael Arnold. Foto: Schlichter
FCS-Aufsichtsrats-Chef Michael Arnold. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Hat FCS-Vizepräsident Sebastian Pini eine Abstimmung bei der Mitgliederversammlung versucht zu manipulieren? Dieser Frage wollte gestern der FCS-Aufsichtsrat auf den Grund gehen. Das Ergebnis seiner Tagung: keines. Michael Kipp

Gestern Abend hat sich der Aufsichtsrat des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken getroffen, um über die Zukunft von Vize-Präsident Sebastian Pini zu entscheiden (wir berichteten). Die Sitzung startete um 19 Uhr. Nach der Sitzung gab es keine offizielle Meldung über ihren Ausgang. Laut SZ-Informationen hat der Aufsichtsrat die Entscheidung auf kommende Woche Dienstag vertagt. Es lägen noch nicht alle Beweise gegen oder für Pini vor. So soll es weitere Tonbandaufnahmen und Textdokumente zum Fall geben, die dem AR noch nicht vorlagen. Bevor er eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantrage, die Pini abwählen könnte, wolle der Rat zunächst alle Beweise und Indizien würdigen.

Pini wollte angeblich einen Ultrachef und seine Gruppe dazu bewegen, gegen einen Antrag bei der Mitgliederversammlung (MV) am vergangenen Dienstag zu stimmen. Der Ultrachef machte diesen Vorgang bei der MV öffentlich, schickte Tonbänder von Gesprächen zwischen ihm und Pini, die den Vorgang beweisen sollten, an Redaktionen. Ob die vorliegenden Aussagen und Tonbänder reichen, Pini Nötigung oder gar Erpressung nachzuweisen? Eher weniger. Dass Pini zumindest seine Wahl-Empfehlungen an die Ultragruppe mit Geld-Anreizen und dem Wegfallen eines Stadionverbots verband, ist aber zu vermuten.

Pini wollte sich laut Aufsichtsratsvorsitzender Arnold nicht zur Sache erklären, obwohl Arnold das wollte: "Ich habe seit Dienstag zwei Mal mit ihm gesprochen. Er hat jeden Kommentar mit Verweis auf eventuelle Ermittlungen abgelehnt", sagte Arnold vor der Sitzung. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag ist ein solches nicht anhängig. Gestern Nachmittag war sie nicht zu erreichen. Offenbar gab es aber bereits Vernehmungen bei der Polizei zur Sache.

Kurz vor der Sitzung des Aufsichtsrates gab es gestern einen Appell von Teilen der Fanszene auf der Internetseite ludwigspark.de an den Aufsichtsrat, Pini des Amtes zu entheben, um das Vertrauen zwischen Mitgliedern und Verein halbwegs zu glätten.

Auslöser der ganzen Problematik und der vermeintlichen Wahlmanipulationen war der Antrag eines Vereinsmitglieds, einen Passus in der Satzung zu ändern. Dort steht in Paragraf 23, dass das Präsidium eine Überführung der Profi-Abteilung in eine andere Rechtsform veranlassen darf. Im Alleingang. Das Mitglied wollte daher in der Satzung stehen haben, dass eine Ausgliederung nur mit 75-prozentiger Unterstützung der Mitglieder vom Präsidium durchgezogen werden darf.

Das Präsidium verwies vor der Abstimmung am vergangenen Dienstag darauf, dass die Mitglieder - unabhängig von der Satzung - in jedem Fall gefragt werden müssen, da dies das Umwandlungsgesetz vorschreibe. Die Satzungsänderung sei unnötig, die MV auch, da eben dieses Gesetz die Satzung dominiere. Dem widersprechen aber Aussagen von Rechtsexperten , die die Saarbrücker Zeitung gefragt hat. Sie sind sich nahezu einig, dass der Verein aufgrund seines Satzungsparagrafens ohne Mitgliederbefragung ausgliedern dürfe. Das gäbe das Umwandlungsgesetz her. Selbst eine Klage auf eine einstweilige Verfügung, die im Falle eines Alleinganges des Präsidiums von Seiten der Mitglieder möglich wäre, hätte kaum eine Chance. Angesprochen darauf, antwortete FCS-Präsident Hartmut Ostermann am vergangenen Mittwoch: "Wir werden in jedem Fall die Mitglieder befragen."