Patrick Franziska Timo Boll Tischtennis WM in Budapest Herrendoppel

Tischtennis-WM in Ungarn : Mit breiter Brust nach Budapest

Patrick Franziska zählt bei der Tischtennis-WM in Ungarn zum erweiterten Favoritenkreis im Herrendoppel mit Timo Boll.

Auf die Saisonhöhepunkte mit dem 1. FC Saarbrücken muss Patrick Franziska noch warten. Bevor der FCS im Mai in den Endspielen gegen GV Hennebont TT um den Sieg im ETTU-Pokal (3. und 11. Mai) und gegen die TTF Ochsenhausen um die deutsche Meisterschaft (25. Mai) kämpft, steht mit der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Budapest ab Sonntag der Jahreshöhepunkt in den Einzel-, Doppel- und Mixedwettbewerben auf dem Programm.

Die Saarbrücker Nummer eins geht nach einem Bombenjahr mit dem FCS mit sehr viel Selbstvertrauen in die Welttitelkämpfe. Ist das zurzeit vielleicht sogar der beste „Franz“, den es bisher zu sehen gab? „Das ist immer schwer zu sagen. Ich habe zuletzt gut gespielt. Die Form stimmt, die Schläge passen zusammen, die Beine sind schnell, und der Kopf ist voll da. Und nach den Finaleinzügen im ETTU-Cup und in der Meisterschaft fahre ich mit breiter Brust dahin“, ist der 26-Jährige zuversichtlich.

Was ist drin bei dieser WM? Was sind die Träume, und wie sehen die Minimalziele aus? „Der Traum ist natürlich, in die Medaillenränge zu kommen. Ich denke, dafür stehen die Chancen in allen drei Wettbewerben etwa gleich gut – vielleicht im Doppel am besten“, sagt Franziska und fügt grinsend hinzu: „Das würde auch 30 Jahre nach dem WM-Titel für Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner auch gut passen.“ 1989 wurden der heutige Nationaltrainer Roßkopf und Fetzner als erste und bisher einzige Deutsche Weltmeister im Doppel. Nach seinem mit dem Dänen Jonathan Groth errungenen EM-Titel 2016 ist Franziska im Doppel mit Timo Boll in diesem Jahr zum Favoritenkreis zu rechnen. „Wir harmonieren sehr gut, kennen uns in- und auswendig“, sagt der Saarbrücker über seinen Partner, mir dem er sich in den letzten Tagen vor der WM den „Feinschliff“ geholt hat. Bei den Katar-Open vor drei Wochen verlor das Duo erst im Endspiel gegen die Hongkong-Chinesen Kwan Kit Ho und Chung Ting Wong mit 1:3. Auch im Mixed gehört Franziska mit Petrissa Solja zum erweiterten Favoritenkreis.

Der wichtigste Wettbewerb ist auch für Franziska die Einzelkonkurrenz. Hier stellt sich für alle Teilnehmer mit Medaillenambitionen, die nicht aus dem Reich der Mitte stammen, dieselbe Frage: Wie sind die haushoch favorisierten Chinesen zu knacken? „Ich habe schon ein paar Mal versucht, gegen die Top-Chinesen zu gewinnen. Aber das ist sehr schwer. Sie sind nun mal die Besten. Ob sie zu schlagen sind, weiß ich nicht. Aber das muss auf jeden Fall das Ziel von uns allen sein“, sagt Franziska.

Mit Fan Zhendong, Xu Xin und Lin Gaoyuan besetzen die Chinesen Platz eins bis drei der Weltrangliste. Dazu kommt der amtierende Weltmeister und Olympiasieger Ma Long, der wegen einer Systemänderung bei der Zählung der Ranglistenpunkte nur an Position elf gesetzt ist. Durch diese Änderung ist auch Franziska aus den Top 16 gerutscht und muss an Position 18 auch auf Losglück hoffen. Der Deutsche stellt sich der chinesischen Übermacht dennoch mit Ehrgeiz entgegen: „Als bester Europäer kannst du dir bei der WM nichts kaufen. Ich würde lieber in die Phalanx der Chinesen einbrechen. Auch wenn ich 1:4 verloren habe, habe ich bei meinem Spiel gegen Xu Xin in Katar gesehen, dass da was geht.“

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