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Paffett hält Titelrennen offen

Paffett hält Titelrennen offen

Dijon. Mercedes-Pilot Gary Paffett schwebte nach seinem Sieg beim vorletzten Saisonlauf des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) in Dijon auf Wolke sieben. Der Brite gewann beim "Mercedes-Festival" vor vier weiteren "Sternfahrern" und verhinderte damit die vorzeitige Titelverteidigung von Audi-Rivale Timo Scheider

Dijon. Mercedes-Pilot Gary Paffett schwebte nach seinem Sieg beim vorletzten Saisonlauf des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) in Dijon auf Wolke sieben. Der Brite gewann beim "Mercedes-Festival" vor vier weiteren "Sternfahrern" und verhinderte damit die vorzeitige Titelverteidigung von Audi-Rivale Timo Scheider. "Das habe ich nicht mehr erwartet", gab Paffett im Ziel zu. "Es wird nicht leicht, aber wir versuchen jetzt alles, doch noch den Titel zu holen." In der Gesamtwertung verkürzte der Brite seinen Rückstand auf Scheider von 14 auf sieben Punkte.

Paffett, der Meister von 2005, feierte bei der DTM-Premiere auf dem ehemaligen Formel-1-Kurs in der Bourgogne seinen dritten Saisonsieg - so oft triumphierte in dieser Saison noch kein anderer Fahrer. Obwohl nur von Platz acht gestartet, gewann er nach 1:04:38,472 Stunden vor Paul di Resta. Dahinter folgten Bruno Spengler, Jamie Green und Ralf Schumacher. Tabellenführer Scheider kam als bester Audi-Fahrer nur auf Rang sechs. In zwei Wochen kommt es nun in Hockenheim zum Duell zwischen Scheider und Paffett, wobei der Audi-Pilot aber die besseren Karten hat. Bei einem erneuten Sieg von Paffett müsste Scheider mindestens Fünfter werden.

Audi erlebte in Dijon - ähnlich wie vor Jahresfrist in Le Mans - eine Schlappe: Scheider hatte seinen ersten Matchball im Titelrennen quasi schon in der Qualifikation durch eine falsche Reifenwahl vergeben. Dadurch musste er von Platz 16 starten. Der zweite Tiefschlag folgte zwei Kurven vor seinem erstem Tankstopp: Auf dem Weg zur Box platzte am A4 des 30-Jährigen der linke Hinterreifen. Ein Defekt, der auch bei vier weiteren Audi-Fahrern eintrat: Großer Pechvogel war der bis dahin auf Siegkurs liegende zweite Audi-Titelkandidat Mattias Ekström. Sechs Runden vor dem Ziel platzte auch bei ihm der Reifen - und der Traum vom Titel. Durch den zusätzlichen Reifenwechsel fiel Ekström auf Rang neun zurück und büßte seine letzte Meisterschaftschance ein.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich konnte nach dem Rennen seine Enttäuschung nicht verbergen: "Fünf Reifenschäden in einem Rennen sind nicht normal. Das hilft uns vor allem nicht beim Gewinnen einer Meisterschaft. Alle Autos waren mit der gleichen Abstimmung unterwegs und nach dem Warm-up gab es keinerlei Anzeichen für mögliche Probleme." Bei Mercedes herrschte nach dem Fünffach-Triumph in Frankreich dagegen Partystimmung. "Wir waren cleverer, die Konkurrenz hat Federn gelassen", jubelte Motorsportchef Norbert Haug. "Ich bin aber dennoch nach wie vor der Ansicht, dass die Meisterschaft bereits gelaufen ist. Scheider ist der hohe Favorit."wip

Am Rande

Der Franzose Jules Bianchi ist neuer Meister der Formel-3-Euro-Serie. Der 20 Jahre alte Dallara-Mercedes-Pilot sicherte sich gestern in Dijon mit seinem achten Saisonsieg vorzeitig den Titel. Christian Vietoris (Gönnersdorf), der am Samstag auf dem 3,801 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs gewonnen hatte, kann Bianchi in den beiden ausstehenden Läufen nicht mehr überholen. "Es ist fantastisch für mich, dass ich den Titel bei meinem Heimrennen gewonnen habe", sagte der neue Meister, der mittelfristig in die Formel 1 aufsteigen will. Vietoris hatte das Titelrennen durch seinen Erfolg beim 17. Lauf noch einmal spannend gemacht. Nach dem sechsten Rang des deutschen Dallara-Piloten gestern war die Meisterschaftsentscheidung aber gefallen. dpa