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Olympischer Staatsauftrag

Sotschi. Der Gewinn des Eishockey-Turniers ist das wichtigste Ziel der Russen in Sotschi. Die Mannschaft um Alexander Owetschkin steht unter gewaltigem Druck. Wen interessiert daneben noch Biathlon oder Bobfahren? Von dpa-MitarbeiterManuel Schwarz

Der olympische Staatsauftrag kam von ganz oben. Nichts anderes als Gold erwartet Kremlchef Wladimir Putin von den russischen Eishockey-Spielern, keine Medaille ist wichtiger beim Megaspektakel am Schwarzen Meer. "Tja, dann kostet Gold eben 50 Milliarden Dollar", scherzte Star-Stürmer Alexander Owetschkin jüngst, angesprochen auf die Bedeutung eines Erfolgs der "Sbornaja" auf heimischem Eis. Das gesamte Sotschi-Budget nur für diesen einen Finalsieg - die Rechnung ließe sich dem Riesenreich verkaufen. "Außer Gold zählt nichts", betont Wjatscheslaw Fetissow, Ex-Profi und Mitorganisator dieser Winterspiele.

Seit langen 22 Jahren warten die Russen auf den nächsten Sieg bei Olympia. Der Auftakt gestern ist gelungen mit einem 5:2-Erfolg gegen Slowenien. Politiker und Funktionäre bemühen sich nicht einmal, von der Auswahl von Nationaltrainer Sinetula Biljaletdinow den Druck zu nehmen. Jeden einzelnen der 25 Spieler platzierte der Verband kurz vor Turnierstart auf dem Podium einer Pressekonferenz im größten Saal des Medienzentrums. "Das ganze Team muss Gold holen, deswegen sitzen jetzt alle hier", sagte Wladislaw Tretjak. Der Verbandschef und Ex-Weltstar durfte bei der Eröffnungsfeier die olympische Flamme entzünden - abgeholt worden war die Fackel vor ihrem Rekordlauf in Olympia von einem anderen Eishockey-Star, nämlich Owetschkin, der gegen Slowenien in der zweiten Minute zur Führung traf. Für die Russen schloss sich so ein Kreis, wie Kommentatoren bereits festgestellt haben.

Die Krönung ist aber erst für den 23. Februar geplant, dem Tag des Eishockey-Finals, vor 12 000 Fans im Bolschoi-Dom von Sotschi. "Bolschoi" bedeutet "groß". Die Glitzer-Arena hat Putin selbst getestet: Anfang Januar stand der Hobbysportler in einem Spiel mit Altstars wie Fetissow und Alexander Jakuschew auf dem Eis. "Natürlich verstärkt das den Druck, aber gerade das kann uns weiter nach vorne bringen", sagt Alexej Kassatonow, Manager der russischen Mannschaft, zu den Erwartungen an die Puckjäger aus der nordamerikanischen Liga NHL und der russischen KHL. "Eishockey ist Nationalsport Nummer eins in Russland. Alle sehnen sich nach dem Olympiasieg. Niemand erinnert sich an den Sieger im Biathlon oder Bob", sagt Kassatonow. Das Eishockey-Turnier degradiert die restlichen 97 Wettbewerbe in Sotschi zum Rahmenprogramm.

Nach der Auftakthürde steht der russischen Mannschaft an diesem Samstag gegen die USA (13.30 Uhr) der erste Kracher bevor. "Wir werden jedes Spiel wie ein Finale angehen", kündigte Verbandschef Tretjak an. 16 Profis aus der NHL sollen es richten, angeführt von Owetschkin, dem derzeit besten Torjäger in Nordamerika, und seinem nicht minder gefährlichen Sturmpartner Jewgeni Malkin - die beiden schossen Russland 2012 zu WM-Gold. Nur hier geht es um Olympia. Im eigenen Land.