Team Saarland Das sind die Saarländer, die an den olympischen Spielen 2024 teilnehmen könnten

Saarbrücken · Die Sportstiftung Saar hat das „Team Saarland“ als „Markenbotschafter“ für die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekanntgegeben. Diese elf Spitzensportler sind dabei – und weitere könnten folgen.

 Johannes Kopkow (stellvertretender Vorsitzender der Sportstiftung Saar), Lang- und Mittelstrecklerin Sara Benfares, Para-Sprinterin Nicole Nicoleitzik und der Vorsitzende der Sportstiftung Saar Dr. Klaus Steinbach (von links) an der Landessportschule in Saarbrücken bei der Präsentation der elf saarländischen Botschafter für Olympia 2024 in Paris.

Johannes Kopkow (stellvertretender Vorsitzender der Sportstiftung Saar), Lang- und Mittelstrecklerin Sara Benfares, Para-Sprinterin Nicole Nicoleitzik und der Vorsitzende der Sportstiftung Saar Dr. Klaus Steinbach (von links) an der Landessportschule in Saarbrücken bei der Präsentation der elf saarländischen Botschafter für Olympia 2024 in Paris.

Foto: Andreas Schlichter

Eine Woche ist es her, seit Sportminister Reinhold Jost an der Landessportschule in Saarbrücken die Kampagne „Team Saarland – gemeinsam Spitze“ vorgestellt hat. Im Vorfeld der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris soll sie zahlreiche Fördermöglichkeiten für Veranstaltungen in Breiten-, Vereins- und Schulsport bieten. An gleicher Stelle präsentierte die Sportstiftung Saar am Donnerstag, 31. August, elf Saar-Sportler, die „Speerspitze und Markenbotschafter“ der Spiele sein sollen. Sie erhalten eine zusätzliche Förderung.

Para-Sprinterin Nicoleitzik und Langstrecklerin Benfares sind dabei

„Wir wollen den Endspurt unterstützen und Rückenwind geben. Soviel Unterstützung hat es im Saarland bisher in dieser Höhe noch nie gegeben“, sagte Dr. Klaus Steinbach. Der ehemalige Weltklasse-Schwimmer und Silber-Medaillen-Gewinner bei den Spielen 1972 in München ist Vorsitzender der Sportstiftung, die den elf Auserwählten in den kommenden zwölf Monaten mit jeweils 1000 Euro monatlich unter die Arme greifen wird. „Diese Förderung ist ein weiterer Ansporn. Sie hilft bei der Teilnahme an Wettbewerben oder auch beim Kauf von Ausrüstung“, sagte Para-Sprinterin Nicole Nicoleitzik.

Auch Mittel- und Langstreckenläuferin Sara Benfares hat das Geld schon verplant: „Wir werden im Januar ein Höhentrainingslager in Mexiko machen und danach an einem Wettkampf in den USA teilnehmen. Da hoffe ich dann die Olympianorm über die 5000 Meter schaffen zu können“. Für die Tochter einer Deutschen und eines Franzosen, die in der Seine-Metropole großgeworden ist, sind die „Spiele vor der saarländischen Haustür“ noch einmal ein Stück bedeutender. „Natürlich ist es mein großer Traum, in Paris Gold zu gewinnen. Mit der Unterstützung ist es jetzt leichter, Studium und Sport unter einen Hut zu bringen.“ Dass Sportler einen finanziellen Anteil zu Trainingsmaßnahmen beisteuern müssen, könne man sich laut Steinbach „in der Welt des Fußballs kaum vorstellen. Im richtigen Sport ist das Gang und Gäbe.“

Auch diese Neun gehören zum „Team Saarland“

Zugpferde der saarländischen „Elf für Paris“ sind Tischtennisspieler Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken), Silbermedaillen-Gewinner mit der deutschen Mannschaft in Tokio, und Marathon-Europameister Richard Ringer (LC Rehlingen). Auch die Ringer Gennadij Cudinovic (AC Heusweiler) und Etienne Kinsinger (KSV Köllerbach) durften in Japan bereits Olympialuft schnuppern. Gleiches gilt für die Para-Boccia-Spieler Anita Raguwaran und Boris Nicolai (beide BRS Gersweiler). Triathlet Tim Hellwig fehlen zur endgültigen Qualifikation für Paris noch ein paar Weltranglistenpunkte. Er könnte im Einzel für eine Überraschung, in der Mixed-Staffel sogar für eine Medaille gut sein. Im Badminton heißen die Hoffnungsträger Isabel Lohau und Marvin Seidel (beide BC Bischmisheim). Ihr Problem ist die Verletzungspause des gemeinsamen Doppelpartners Mark Lamsfuß. In den Doppel- und Mixed-Weltranglisten fehlen dadurch einige Punkte zu den Qualifikationsrängen. Diese müssen nun noch aufgeholt werden.

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Foto: dpa/Clara Margais

„Die Modi der Qualifikation sind in jeder Sportart unterschiedlich. Bei den einen zählt die Weltrangliste, andere müssen zu Qualifikationswettbewerben. Für einige ist schon sehr früh klar, ob sie sich qualifizieren. Andere haben noch bis Juli 2024 Zeit“, betonte Steinbach und erklärte, dass die Förderung so lange gezahlt werde, „wie auch nur die geringste Chance auf eine Teilnahme besteht.“ Dabei sei der Kreis nicht auf die nun auserkorenen Elf begrenzt. „Für positive Überraschungen steht immer eine Tür offen“, stellte Steinbach klar.

Weitere Saar-Sportler mit Chancen nachzurücken

Zum Beispiel könnten die verletzte Sprinterin Laura Müller, Fechter Fabian Braun oder Triathlet Lasse Priester mit guten Ergebnissen noch ins „Team Saarland“ hineinrutschen. Die Auswahlkriterien beschrieb Stiftungs-Vize und LSVS-Vorstand Johannes Kopkow folgendermaßen: „Es gilt die Zugehörigkeit zu Olympia- oder Perspektivkader. Hinzu kommt die Frage, wie groß sind die Qualifikationschancen? Auch ob die Sportler schon einmal dabei waren, war ein Kriterium. Natürlich ist bei der Betrachtung auch wichtig, ob Sportler aktuell verletzt sind.“

Benfares war zur Vorstellung des „Team Saarland“ eigens vom Trainingslager in Südfrankreich angereist, Nicoleitzik musste als LSVS-Mitarbeiterin quasi nur die Straßenseite wechseln. Die restlichen Neun fehlten mit unterschiedlichen Entschuldigungen. Ärztin Raguwaran und Maschinenbautechniker Nicolai mussten arbeiten, Lohau und Seidel sind auf dem Weg zu Turnieren in Asien, alle anderen bei verschiedenen Trainingsmaßnahmen. Zumindest per Video meldete sich Seidel dann aber doch zu Wort. Der Mann, der in St. Ingbert mit dem Badminton begann, erklärte noch einmal die Bedeutung von Landessportverband, Sportförderung und – gerade im Nachwuchsbereich – Sponsoren.

Saarland will „die Welt willkommen heißen“

Dabei hob der Athlet auch die ausgezeichneten Bedingungen an der Landessportschule hervor. Die Vermarktung des Standorts im Saarbrücker Stadtwald als optimaler Zwischenstopp vor und während der Spiele in Paris hat in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen. Etliche internationale Verbände haben ihr Interesse bekundet. Die Auslastung sei gut, heißt es. „Wir wollen die Welt willkommen heißen, und unsere Sportler sollen diese Nachricht in die Welt tragen“, formulierte Kopkow die außenwirksame Aufgabe des „Team Saarland“.

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