Olympia-Traum platzt in einem Krimi

Olympia-Traum platzt in einem Krimi

Olympia findet ohne die deutschen Volleyballer statt. Vital Heynens Mannschaft scheiterte nach einem unglaublichen Thriller gegen Polen. Star Georg Grozer wird erstmal eine Pause einlegen, Heynen lässt seine Zukunft offen.

Nach dem Olympia-Aus verdrückten die deutschen Volleyballer Tränen und ließen sich von Freunden und Familienmitgliedern trösten. Der Traum von Rio de Janeiro platzte nach einem schier unfassbaren Thriller gegen Weltmeister Polen noch auf den letzten Drücker. Selbst eine 2:1-Satzführung und ein eigener Matchball reichten Vital Heynens leidenschaftlich kämpfender Mannschaft gestern beim 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16) in der Qualifikation nicht.

"Die Enttäuschung wird in den nächsten Wochen und Monaten kommen", sagte Heynen: "Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Sie hat super gespielt." Seine Zukunft als Bundestrainer ließ er offen. "Ob ich weiter mache, darüber habe ich noch nicht nachgedacht", sagte der Belgier, dessen Vertrag bis Sommer 2016 läuft. Der Verband will Heynen halten. "Er ist trotzdem einer der besten Trainer der Welt", lobte Präsident Thomas Krohne.

Die deutschen Volleyballer schlichen indes deprimiert in die Katakomben. "Wir haben es uns so sehr gewünscht. Es ist schwer, darüber zu reden", meinte Star Georg Grozer, der nun seiner Familie zuliebe eine Pause in der Nationalmannschaft einlegen wird. Mit einem Sieg im Spiel um Platz drei hätte sein Team noch die Chance auf ein Turnier im Mai in Japan gehabt, um sich für Olympia zu qualifizieren. Erstmals seit 1992 nehmen damit weder die deutschen Männer noch die deutschen Frauen an Olympia teil. Die Volleyballerinnen waren in Ankara gescheitert. "Das ist eine Riesenenttäuschung", sagte Verbandsboss Krohne.

Die deutschen Volleyballer hatten das schmerzhafte Halbfinal-Aus am Samstag gegen Olympiasieger Russland gut weggesteckt. Hochkonzentriert ging der EM-Achte in das Zitterduell vor 7200 mehrheitlich polnischen Fans und präsentierte sich in Angriff und Abwehr stabil. Nach seinem "schwarzen Tag" gegen die Russen war auch Grozer wieder voll da und zeigte eine Weltklasse-Leistung. Doch Polen konterte immer wieder, gab sich nach dem deprimierenden 0:3 gegen Europameister Frankreich vom Vortag nicht geschlagen. Heynen mahnte im Zitterduell zur Ruhe. Satz fünf musste die Entscheidung bringen. Nun waren nur noch die Nerven gefragt. Am Ende setzten sich die Polen durch, und die deutschen Männer versanken förmlich in Enttäuschung.

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