Olympia total für Fuchs

Olympia total für Fuchs

Michael Fuchs vom BC Bischmisheim fährt zum zweiten Mal zu den Olympischen Spielen. Bei seinem zweiten Auftritt ist der 34-Jährige in zwei Disziplinen aktiv – und kann einen Höhepunkt auch live miterleben.

Es hatte etwas von nach Hause kommen. Und das war es ja auch - schließlich ist der TV Marktheidenfeld der Heimatverein von Badminton-Nationalspieler Michael Fuchs . Und so war es für den 34-Jährigen naturgemäß etwas Besonderes, als er am vergangenen Samstag in seiner fränkischen Heimat die Federbälle fliegen ließ - in einem Schaukampf mit den Kollegen aus der deutschen Nationalmannschaft. "Es war echt schön, viele Gesichter von früher wiederzusehen", erzählt Fuchs, "wir hatten viel Spaß, und ich hoffe, die Zuschauer hatten das auch."

Doch der Spaß hatte auch einen ernsten Hintergrund - der Auftritt in Marktheidenfeld war quasi der Startschuss für die letzte, unmittelbare Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio. Fuchs, der sich sowohl im Mixed an der Seite von Birgit Michels (BC Beuel) als auch im Herrendoppel mit seinem Bischmisheimer Vereinskollegen Johannes Schöttler qualifiziert hat, ist zum zweiten Mal bei der größten Sportveranstaltung der Welt dabei. 2012 in London spielte er Mixed mit Michels - und erreichte einen herausragenden fünften Platz.

Am Montag flog Fuchs wieder auf die Insel, diesmal nach Birmingham - zum Trainieren. Die Spieler der englischen Nationalmannschaft, gerade im Doppel und im Mixed, gehören zu den besten der Welt. Dazu gesellen sich die polnischen Olympia-Teilnehmer. "Das wird ein ordentliches Niveau", sagt Fuchs. Das Ziel der drei vollen Tage in Birmingham soll sein, die Leistungsfähigkeit im Training ordentlich noch oben zu verschieben. Schließlich wartet in Rio de Janeiro keine Laufkundschaft.

Gegen wen Fuchs in Rio antreten muss, weiß er noch nicht. Die Auslosung ist noch nicht erfolgt, wird vermutlich am 26. Juli stattfinden. "Es gibt Gegner, die liegen einem mehr, es gibt andere, die liegen einem weniger", sagt Fuchs, "das muss man sehen, wenn es soweit ist." Grundsätzlich ist auf dem Spielniveau, auf dem Fuchs sich vor allem im Mixed mit Birgit Michels befindet, sowieso alles möglich. Vor zwei Wochen testeten Fuchs und Michels bei einem Turnier in Russland - und gewannen es in durchaus beeindruckender Manier. "Das lief schon ganz gut. Ich möchte in Rio das Beste aufs Feld bringen, was ich drin habe", sagt Fuchs, "alles andere kommt dann von selbst." Auch auf das Doppel mit dem lange an der Hüfte verletzten Johannes Schöttler freut sich Fuchs sichtlich. "Johannes ist wieder voll da", weiß er zu berichten, "er konnte neulich sogar die ganz langen Schritte machen. Das sieht alles gut aus." Rio kann also kommen.

Bis dorthin wird noch ordentlich geschwitzt. Jetzt Birmingham, ab nächste Woche wieder Olympiastützpunkt in Saarbrücken . Birgit Michels wird dann auch an die Saarbrücker Sportschule kommen, um die letzten Feinjustierungen vorzunehmen. Am 4. August geht dann der Flieger nach Rio. "Wir kommen früh am Morgen des 5. August an", erzählt Fuchs und hat den Tag auch schon verplant: "Ankommen, Zimmer im olympischen Dorf beziehen, ein bisschen schlafen - und dann ab zur Eröffnungsfeier." Die findet nämlich am gleichen Tag im Maracanã-Stadion statt. 2012 in London konnte Fuchs nicht mit dabei sein, weil er am nächsten Morgen spielen musste. Diesmal finden die Badminton-Wettbewerbe aber erst in der olympischen Schlusswoche statt, so dass der BCB-Kapitän diesmal Olympia total erleben darf - von Anfang bis zum Schluss. So, wie es sich für seine mutmaßlich letzten Spiele auch gehört, denn "Stand heute werde ich wohl kaum noch einmal vier Jahre dranhängen", gesteht der 34-Jährige. An das Karriere-Ende verschwendet er aber keinen Gedanken: "Ich habe noch ein bisschen was im Tank."