Oliver Maurer vom SSV Homburg-Erbach ist Deutscher Turnmeister

Turnen : Deutscher Meister ohne Ansage

Oliver Maurer vom SSV Homburg-Erbach ist Deutscher Turnmeister. Damit hatte er nicht wirklich gerechnet. Zumal die Qualifikation überhaupt nicht gut verlief.

Eigentlich war die Sache bereits abgehakt. Der 18-jährige Oliver Maurer vom SSV Homburg-Erbach hatte bei den deutschen Jugendmeisterschaften im Sprung in Unterföhrung in der Altersklasse 17/18 im Vorfeld zu den Favoriten gehört. „Ich habe dann aber in den beiden Qualifikations-Durchgängen das Finale verpasst. Nur, weil sich drei qualifizierte Turner abgemeldet hatten, bin ich noch ins Finale hineingerutscht“, sagt Maurer. Zuvor hatte er sich einfach zu viel Druck gemacht, da alles perfekt ablaufen sollte. Nachher sei dann der Gewinn der Goldmedaille eine große Überraschung gewesen. Den Erbacher hatte nach der eigentlich verpassten Qualifikation kein Konkurrent mehr so richtig auf der Rechnung, was sich rächen sollte. Maurer machte sich nun keinen Druck mehr und flog in der Luft völlig ungezwungen auf Platz eins.

Sein Erststartrecht liegt beim SSV Homburg-Erbach, für seinen Heimatverein bestreitet er sämtliche Einzelwettkämpfe. Dann gibt es auch noch ein Zweitstartrecht, dabei turnt das große Nachwuchstalent in der 2. Bundesliga für die TG Saar II. „Dort bin seit seit drei Jahren aktiv. Es macht viel Spaß, mit den ganzen Jungs aus dem gemeinsamen Training als Mannschaft zu starten. Die beiden ersten Jahre sind wir in der 3. Liga geblieben. In der dritten Saison gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga“, erzählt Maurer. Nun strebe man als Aufsteiger einen Mittelfeldplatz an.

„Wir sehen die Jungs aus der ersten Mannschaft quasi jeden Tag. Mein Trainer Waldemar Eichhorn gehört ja auch zur Ersten. Wir sind zuversichtlich, dass ein paar Jungs den Sprung nach oben schaffen. Bis zum nächsten Frühjahr möchte ich auch der ersten Mannschaft angehören“, verrät Maurer seine weiteren Ziele. Trainiert wird täglich – und zwar an der Sport-Eliteschule Gymnasium am Rotenbühl Saarbrücken und an der Landessportschule. „So kann ich morgens und nachmittags trainieren. Eine Einheit am Nachmittag dauert vier Stunden“, berichtet Maurer.

Während viele andere Teenager in seinem Alter viel mit ihren Freunden zusammen unternehmen und vor allem am Wochenende gerne auch einmal lange feiern gehen, konzentriert sich der Erbacher in erster Linie auf die Schule und den Sport. „Klar, man muss vielleicht auf einiges verzichten. Allerdings sieht man durch den Sport recht viel von der Welt. Und wenn dann auch noch der Erfolg stimmt, kann man das um so besser verkraften. Man lernt auch neue Leute und Freunde kennen und freut sich über deren Unterstützung“, betont der Saarländer.

Er ist ehrgeizig und hat auch die Nationalmannschaft im Hinterkopf. „Dazu müsste ich ich den B-Kader kommen und die Qualifikation beim Deutschland-Pokal meistern“, berichtet der 18-Jährige. Er hatte sich im Alter von 15 Jahren im Rahmen einer Landesmeisterschaft das Schien- und Wadenbein gebrochen und trotz dreier Operationen wieder den Anschluss nach ganz oben hergestellt. Nach dem Abitur will er im Rahmen eines Studiums – eventuell im Bereich Sport – sein hohes Trainingspensum weiterhin aufrecht erhalten.

In seinem Heimatverein SSV Homburg-Erbach ist man natürlich mächtig stolz auf das Nachwuchstalent. „Mir liegt der Turnsport in Erbach bereits seit vielen Jahrzehnten am Herzen“, sagt der 75-jährige Turn-Abteilungsleiter Helmut Feß. „Oliver wurde von Beginn an gut trainiert und ist stets seinen Weg gegangen“, meint Feß. Und Christof Bromisch leitet für den Saarländischen Turnerbund das Turnzentrum im Sportzentrum Homburg-Erbach, wo Maurer ebenfalls oft trainiert. Der Mädchentrainer des SSV Homburg-Erbach meint: „Oliver ist sehr ehrgeizig. Es hat mich für ihn sehr gefreut.“

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