1. Sport
  2. Saar-Sport

Oliver Kahn Kandidat für die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge

FC Bayern München : Erst einmal Probezeit für Kahn

Der einstige Torwart-Titan plant seinen sukzessiven Einstieg beim FC Bayern.

Oliver Kahn kniff kurz die Augen zusammen und hob abwehrend die linke „Hand. „Bei dem Wort Praktikum wäre ich jetzt ein bisschen vorsichtig“, sagte er leicht brüskiert. Als kleiner Lehrbubi beim großen FC Bayern München will der frühere Weltklasse-Torwart nicht dastehen. Dennoch gibt es kaum mehr Zweifel daran, dass Kahn wohl schon im Januar 2020 zu „seinem“ Club zurückkehren und von Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge dann als dessen Erbe aufgebaut wird.

„Natürlich überlege ich mir das und kann mir das auch durchaus vorstellen“, sagte Kahn der Passauer Neuen Presse über entsprechende Pläne. Im Aktuellen Sportstudio des ZDF kündigte er weitere Gespräche an, um seine künftige Rolle zu konkretisieren. „Ich habe 14 Jahre für den FC Bayern gespielt und wahnsinnig viel erlebt mit diesem Verein. Das ist keine einfache Kopf-, sondern eine emotionale Entscheidung“, sagte er. Präsident Uli Hoeneß (67) hatte den 49-Jährigen zuletzt als „Wunschkandidaten“ für die Rummenigge-Nachfolge bezeichnet. Dessen Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft Ende 2021 aus. Kahn soll in rund neun Monaten im Vorstand einsteigen und dort von Rummenigge (63) in einer Art Probezeit angelernt werden.

„Ich glaube, wenn Oli sich dazu entschließt und der Aufsichtsrat das auch beschließt, dass es dann die richtige Entscheidung wäre, dass er ein Jahr vorher kommt, um sich einzuarbeiten“, sagte Rummenigge. Er halte Kahn „für fähig. Er hat Ahnung vom Fußball, hat sich auf dem zweiten Bildungsweg mit Finanzen und Wirtschaft befasst.“

Kahn betonte, die Kennenlernphase sei seine Idee gewesen. „Das ist keine Position, die man von heute auf morgen einfach bekleiden kann. Es ist sinnvoll, dass man Stück für Stück reinwächst.“ Die Gespräche liefen „in die richtige Richtung, jetzt muss man schauen, wenn es konkreter wird“. Das ist noch keine endgültige Zusage, zumal Kahn vor einem Einstieg bei den Bayern seine diversen unternehmerischen Tätigkeiten regeln muss. Mit seiner jüngsten Firma „Goalplay“ verfolgt er das ehrgeizige Ziel, führender Anbieter für Torwartprodukte zu werden. „Ich kann nicht Hals über Kopf sagen: Hier bin ich jetzt weg und fange bei Bayern München an“, meinte Kahn. Es gebe „nichts Besseres“, sagte er, als vom erfahrenen Rummenigge zu lernen. „Das ist kein Fußballverein mehr, das ist ein Riesenrad, das beim FC Bayern mittlerweile gedreht wird. Da brauchst du Einarbeitungszeit“, sagte Rummenigge.