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Fußball-WM in Russland
Ohne Uli Effenbasler ins Achtelfinale

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Gegen Südkorea sollte es für die Nationalelf heute noch reichen, aber was dann? Die Kritiker stehen jedenfalls schon bereit und wetzen die Messer. Von Stefan Regel
Stefan Regel

Der nächste Tag der Wahrheit ist für die deutsche Mannschaft gekommen. Heute Nachmittag geht es gegen Südkorea um den Einzug ins Achtelfinale. Und hoffentlich haben Sie im Büro auch einen Fernseher oder können es per Livestream auf dem Computer sehen. Aber wie kompliziert ist der Modus, wenn wir nicht mit zwei Toren Unterschied gegen die Asiaten gewinnen. Denn wenn Deutschland und Schweden (gegen Mexiko) jeweils mit 1:0 verlören, käme sogar der Fairplay-Vergleich zum Tragen. Ganz schön abgefahren. Und schwer zu verstehen. Ganz nach dem Motto „Wenn der Aszendent des Schiedsrichters kein Wasserzeichen ist, kommt an einem ungeraden Tag das Team weiter, das im Alphabet steht.“


Ich jedenfalls – sonst eigentlich – Berufspessimist, habe ein gutes Gefühl. Auch, wenn durch einen Sieg nicht automatisch alles gut ist, was vorher kritisiert wurde. Von der Körpersprache der Spieler und den Unkonzentriertheiten bis zum fehlenden Superstar wie Lukaku, Kane oder Ronaldo.

Dennoch:  Das Achtelfinale müsste eigentlich nach dem Nervendrama am Samstag gegen Schweden klappen. Nur: Dann wird es richtig schwer. Werden die Probleme „fehlende Durchschlagskraft im Angriff“ und „defensive Anfälligkeit“ nicht gelöst, könnte schnell wieder Feierabend im Turnier sein. Zumal dann mit Brasilien und der Schweiz zwei echte Brocken drohen. Die einen ein starker Außenseiter, die anderen haben noch von 2014 eine 1:7-Rechnung mit uns offen.



Sollte es das DFB-Team jedenfalls nicht bis ins Halbfinale schaffen, werden sie wieder aus den Löchern kommen, die Kritiker wie Uli Stein, Stefan Effenberg oder Mario Basler. Vielleicht hören wir dann auch wieder was von einem Twitterer mit dem ironisch hübschen Namen Uli Effenbasler. Der schrieb nach dem Mexiko-Spiel: „Dat einzige, was in der deutschen Abwehr dicht ist, sind die Haare von Hummels!“ Also: am besten ab sofort jedes Spiel mit zwei Toren Unterschied gewinnen. Dann ist auch der Aszendent egal.