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Offensiv-Spektakel des Weltmeisters

Offensiv-Spektakel des Weltmeisters

Die deutsche Nationalelf hat in ihrem letzten EM-Gruppenspiel Nordirland mit 1:0 (1:0) besiegt. Der Weltmeister zeigte tollen Offensiv-Fußball und erspielte sich zahlreiche hochkarätige Torchancen. Als Gruppenerster spielt er am Sonntag gegen die Slowakei oder Albanien.

Weltmeister Deutschland steht bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich im Achtelfinale. Durch ein Tor von Mario Gomez kam die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gestern in Paris zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Nordirland. Sie trifft als Gruppensieger am Sonntag um 18 Uhr in Lille auf die Slowakei oder Albanien (siehe Inkokasten). Der Weltmeister zeigte gestern eine Leistungssteigerung im Vergleich zu den Spielen gegen die Ukraine (2:0) und Polen (0:0), vergab aber elf Großchancen.

"Das geht nicht! Wenn man in der K.o.-Runde mal nur wenige Torchancen bekommt, muss man die alle auch verwerten", haderte Löw: "Damit kann man nicht spaßen! Da müssen wir auch mal das Tor treffen!" Nur Gomez traf in der 29. Minute vor 44 125 Zuschauern im Prinzenpark. Löw erklärte: "Der Gegner hatte keine Torchance. Wir haben sehr gute Chancen herausgespielt, aber viele vergeben." Allein in Halbzeit eins vergaben seine Spieler acht "Hochkaräter". Sie hätten das Fernduell mit Polen um Platz eins in Gruppe C nach 45 Minuten für sich entscheiden können. Polen besiegte die Ukraine mit 1:0 (0:0) und belegt wegen der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz Platz zwei.

"Wir hätten zur Halbzeit 3:0 oder 4:0 führen müssen", sagte Löw. Die Spielweise stellte ihn aber zufrieden: mehr Bewegung, mehr Durchschlagskraft, mehr Abschlüsse. Seine Umstellungen hatten Wirkung gezeigt. Gomez und EM-Debütant Joshua Kimmich standen neu in der Startelf. Mit Gomez erhielt der Sturm mehr Torgefahr. Kimmich leitete viele Angriffe ein. Er auf der rechten Seite und der Saarländer Jonas Hector auf der linken agierten als Außenverteidiger fast als Flügelspieler. "Joshua hat große Laufwege verrichtet und gute Flanken geschlagen. Ich war absolut zufrieden mit der Leistung auf der großen Bühne", lobte Löw. Nicht zufrieden mit sich war Thomas Müller . Er traf Pfosten (27. Minute) und Latte (34.) und vergab weitere Großchancen (8. und 23.) - legte aber Gomez das 1:0 auf. "Heute haben alle gesehen, was sie sich immer gewünscht haben. Wir wissen aber: Die Tore haben gefehlt", sagte Müller, für den es eine verflixte Sache geworden ist mit seinem ersten Tor bei einer EM: "Allein ich hätte heute mit Gareth Bale gleichziehen müssen." Der Waliser hat bei dieser EM drei Tore erzielt.

Mario Götze vergab drei weitere Großchancen (12., 52., 53.). Die Abwehr war derweil kaum gefordert - und bleibt ohne Gegentor. Ein Schuss von Jamie Ward (26.). Mehr hatte EM-Neuling Nordirland nicht zu bieten. Trainer Michael O'Neill sagte: "Das interessiert mich nicht. Wir sind stolz, dass wir gegen den Weltmeister antreten durften. Meine Spieler haben nicht oft die Gelegenheit, sich mit den ganz Großen zu messen." Mit drei Punkten bangt Nordirland als Gruppendritter um das Weiterkommen.

Bastian Schweinsteiger ist seit gestern mit 15 Einsätzen alleiniger deutscher EM-Rekordspieler. Phillip Lahm bringt es auf 14. Schweinsteiger kam für Sami Khedira ins Spiel (67.). Vom Feld musste Jérôme Boateng (76.). Er hatte ein Problem an der Wade. "Sie hat etwas gekrampft", sagte Löw: "Ich gehe davon aus, dass er im Achtelfinale spielen kann."

Zum Thema:

Hintergrund Deutschland spielt im Achtelfinale aller Wahrscheinlichkeit nach gegen die Slowakei. Von 15 Varianten der vier besten Dritten sind noch 7 möglich. In 6 der Fälle trifft Deutschland auf den Dritten der Gruppe B, die Slowakei. Denkbar ist noch das Duell mit dem Dritten der Gruppe A, Albanien - aber nur, wenn morgen die Dritten aus den Gruppen E und F in der Rangliste der besten Dritten die Plätze fünf und sechs belegen. sid