| 20:42 Uhr

Der SVE-Innenverteidiger ist zurück
Kofler kann endlich wieder richtig austeilen

Leandro Grech (li.) und Marco Kofler bilden aktuell die Innenverteidigung der SV Elversberg.
Leandro Grech (li.) und Marco Kofler bilden aktuell die Innenverteidigung der SV Elversberg. FOTO: Peter Franz
Elversberg . Die SV Elversberg empfängt am Freitag Kickers Offenbach. Innenverteidiger erlebte eine lange Leidenszeit. Von Heiko Lehmann

Zum Rückrundenstart am Freitag in der Fußball-Regionalliga Südwest liegt die SV Elversberg auf dem zehnten Tabellenplatz. Eigentlich war der Aufstieg geplant – jetzt tingelt die SVE in einer Tabellenregion herum, in der sie wohl niemand vermutet hätte. Die Mannschaft sei zu brav, es fehle die nötige Härte, vermuteten einige Experten und auch ehemalige Trainer als ein Grund für das bisher enttäuschende Abschneiden. Zumindest, was das Bravsein in der eigenen Abwehr betrifft, gibt es seit drei Wochen eine andere Entwicklung. Denn Innenverteidiger Marco Kofler ist zurück in der Stammformation.


„Na ja, ganz so schlimm bin ich ja auch nicht. Ich habe in den vergangenen drei Spielen nur eine Gelbe Karte bekommen. Das ist für mich eigentlich ein Topwert“, sagt Kofler und lächelt. Vor den drei Spielen befand sich der Österreicher in einer langen Leidenszeit. Vom 12. Mai bis zum 27. Oktober lief der 29-Jährige nur in vier Pflichtspielen auf – zweimal im Saarlandpokal und zweimal bei der zweiten Mannschaft in der Saarlandliga. Obwohl Kofler in der vergangenen Saison 28 Regionalliga-Einsätze hatte, spielte er in dieser Saison unter Ex-Trainer Roland Seitz plötzlich keine Rolle mehr. „Diese Zeit war nicht lustig. Du hast nur die Chance, dich im Training anzubieten. Du musst immer Vollgas geben, sonst bist du ganz weg“, sagt Kofler.

Am Freitag (19.30 Uhr) beim Rückrundenauftakt an der Kaiserlinde gegen Kickers Offenbach ist der beinharte Österreicher gesetzt. Stamm-Innenverteidiger Oliver Stang hatte sich vor vier Wochen am Knie verletzt und fällt mindestens bis zur Winterpause aus. Zudem stellte der Trainerwechsel von Seitz zu Horst Steffen alle Uhren wieder auf null. „Wenn ein neuer Trainer kommt, ist jeder Spieler neu motiviert. Ich möchte in jedem Fall wieder unter die ersten Elf. Ich bin nicht aus Österreich hierhergekommen, um in der zweiten Mannschaft zu spielen“, sagt der 29-Jährige.



Steffen weiß, was er an seinem kernigen Innenverteidiger hat: „Marco geht dorthin, wo es wehtut. Und er kann richtig austeilen. Im Spielaufbau waren in den vergangenen Spielen zwar ein paar Fehlpässe drin, aber das war bei vielen Spielern so, da wir den Spielaufbau neu gestalten.“ Im Flutlichtspiel gegen Offenbach kommen ziemlich sicher viele Zuschauer, und gegen die Kickers brennt es auf dem Platz ohnehin immer. „Ich muss schon darauf achten, dass ich nicht zu hart in die Zweikämpfe gehe. Eine frühe Gelbe Karte wäre nicht gut. Auf der anderen Seite gehört Härte dazu. Nur mit Fußballspielen gewinnst du in der Regionalliga nicht viel“, sagt Kofler.

Gedanken an einen Vereinswechsel hat sich der Österreicher trotz der Leidenszeit nicht gemacht. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. „Meine Familie fühlt sich hier sehr wohl, und ein Vereinswechsel ist immer mit viel Stress verbunden. Vielleicht wird es am Saisonende ein Thema, aber bis dahin beschäftige ich mich damit nicht. Ich bin jetzt froh, dass ich wieder spielen darf, und möchte meinen Platz verteidigen.“

Gegen Offenbach muss Trainer Steffen nur auf die Langzeitverletzen verzichten. Neben Kofler haben auch Gaëtan Krebs und Julius Perstaller eine neue Chance bekommen. Mit dem lange verletzten Benno Mohr könnte ein weiterer dazukommen. Der Saarbrücker feierte am Sonntag seinen 23. Geburtstag und könnte erstmals seit sechs Monaten wieder in der Startelf stehen.