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Occéan will einfach nur dem Team helfen

Kaiserslautern. An diesem Samstag startet der 1. FC Kaiserslautern mit einem Heimspiel die Mission Aufstieg. Erster Gegner ist ein direkter Konkurrent, Greuther Fürth. Und an ihn hat FCK-Stürmer Olivier Occéan gute Erinnerungen. Von SZ-MitarbeiterMirko Reuther

Viel wurde in zuletzt über die Stürmer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern berichtet. Über Srdjan Lakic, den verlorenen Sohn, der nach unglücklichen Jahren in der Fremde nun wieder zurückgekehrt ist. Über Simon Zoller, das 22-jährige Toptalent, für das der FCK gerade ein Millionenangebot des FC Fulham ausgeschlagen hat. Über Kapitän Albert Bunjaku, der sich nach schwerer Knieverletzung wieder herangekämpft hat. Oder über Topscorer Mohamadou Idrissou, der sowieso im Fokus steht.

Nur um Olivier Occéan, den letzten Stürmer aus dem Angreifer-Quintett der Roten Teufel, bleibt es meist still. Zu stören scheint das den Kanadier, der vor der Saison von Bundesligist Eintracht Frankfurt in die Pfalz wechselte, nicht: "Das ist doch nicht wichtig", meint Occéan lachend, "die einzige Frage, die ich mir stelle, ist die, wie ich der Mannschaft auf dem Platz helfen kann." Was sich bei vielen Spielern nach einer Plattitüde anhört, klingt bei Occéan authentisch. Denn auf dem Rasen stellt sich der 32-Jährige grundsätzlich in den Dienst der Mannschaft. Auf die Frage, welche Eigenschaften Trainer Kosta Runjaic an ihm wohl am meisten schätzt, antwortet Occéan dann auch: "Ich vermute, meine Zweikampfstärke und meine Laufbereitschaft."

Welchen Stellenwert der Sohn haitianischer Eltern bei seinem Trainer genießt, zeigt ein Blick in die Statistik. In elf der zwölf Spiele unter Runjaic stand Occéan trotz starker Konkurrenz auf dem Feld, sieben Mal in der Startelf. Nur gegen den SC Paderborn lief der Stürmer aufgrund eines Nasenbeinbruchs überhaupt nicht auf. In seinem Kerngeschäft, dem Toreschießen, hat Occéan allerdings noch Luft nach oben. Sechs Mal traf der Kanadier bislang in 20 Spielen in der Liga und im DFB-Pokal.

Dass er es durchaus noch besser kann, bewies der 1,86 Meter große Angreifer in der Saison 2011/2012 in der 2. Liga - bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Occéan sicherte sich mit 17 Treffern die Torjägerkrone, bereitete weitere zehn Tore vor und führte die als unaufsteigbar geltenden Kleeblätter damit in die Bundesliga. "Ein schönes Jahr und viele gute Erinnerungen" verbindet Occéan mit seiner Zeit bei den Mittelfranken.

Die dürfte aber spätestens an diesem Samstag (13 Uhr) vergessen sein, wenn der Tabellendritte den Zweiten aus Fürth zum Spitzenspiel der 2. Liga im Fritz-Walter-Stadion empfängt. Mit einem Sieg würde der FCK bis auf einen Punkt an den Tabellennachbarn - und damit an den angepeilten direkten Aufstiegsplatz - heranrücken.

Die Chancen, dass Occéan gegen seinen alten Verein in der Startelf beginnt, stehen nicht schlecht. Nicht nur weil Zoller an einer Oberschenkelverletzung laboriert, Bunjaku noch die letzte Spritzigkeit fehlt und Winterneuzugang Lakic erst wenige Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert hat. Sondern auch, weil Occéan eine starke Vorbereitung spielt. Er traf zuletzt unter anderem in den Tests gegen Austria Wien (2:0) und den SC Paderborn (3:2). Ein weiteres Tor am Samstag gegen Fürth - und in den Medien würde bestimmt auch wieder öfter der Name Olivier Occéan fallen.



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Auf einen BlickFür die meisten Trainer der 2. Liga steht der erste Aufsteiger längst fest. Vor dem Restrückrundenstart an diesem Freitag waren sich gleich elf von 18 Trainern sicher, dass dem Tabellenführer 1. FC Köln im Sommer die Rückkehr in die Eliteklasse gelingen wird. Mit wesentlich mehr Skepsis begegnen sie dem Tabellenzweiten Greuther Fürth: Nur zwei wollten sich in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa darauf festlegen, dass die Franken den Aufstieg schaffen. Mit 39 Punkten führen die Kölner die Tabelle vor Fürth (35) an. Dahinter folgt der 1. FC Kaiserslautern (31) auf dem Relegationsplatz - aber nur dank der besseren Tordifferenz vor Karlsruhe, Union Berlin und dem FC St. Pauli. dpa