| 21:17 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
Obernosterer will nach Stotterstart neu angreifen

Markus Obernosterer trägt seit dem Sommer das FCS-Trikot. 
Markus Obernosterer trägt seit dem Sommer das FCS-Trikot.  FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der ehemalige Elversberger hat beim FCS noch nicht eingeschlagen. Am Samstag geht es in der Liga gegen seinen Ex-Club. Von Patric Cordier

Markus Obernosterer flankt butterweich, Christoph Fenninger köpft zum 1:0 ein. Es ist die Szene, die dem Fußball-Regionaligisten 1. FC Saarbrücken im Trainingslager in Portugal im Testspiel gegen den südkoreanischen Erstligisten Ulsan Hyundai den Sieg einbrachte. Ein gelungener Spielzug und ein Ergebnis, mit dem die Blau-Schwarzen sicher auch am Samstag (14 Uhr) beim Restrundenstart gegen die SV Elversberg sehr gut leben könnten – vor allem der Ex-Elversberger Obernosterer.


„Ich habe zwei Jahre dort gespielt, und es ist jetzt erst ein gutes halbes Jahr her. Darum kenne ich da noch viele. Es ist schon etwas anderes als gegen Offenbach, Stuttgart oder sonstwen zu spielen. Aber irgendeinen Hass verspüre ich nicht“, sagt Obernosterer, der von den guten Vorbereitungs-Ergebnissen des Gegners sehr wohl gehört hat: „Ich bin keiner, der das Internet aufmacht und nachforscht, wie meine Ex-Vereine gespielt haben. Aber man trifft die Spieler ja auch in der Stadt und redet mal.“ Ängstigen lässt sich der 27-jährige Österreicher vom Gehörten aber nicht: „Ich bin gespannt, wie die SVE aus dem Winter kommt. Aber wir wissen schon, was wir können. Angst haben wir da keine, auch wenn wir dem Gegner Respekt zollen. Wir müssen auf uns schauen und dagegenhalten.“

In der vergangenen Saison hatte Obernosterer gerade in der Rückrunde großen Anteil am Titelgewinn der SVE. In 22 Partien traf er sieben Mal. In dieser Spielzeit kam er beim FCS bislang auf nur elf Einsätze, ein Tor und vier Vorlagen. Geschuldet auch einer langwierigen Muskelverletzung. „Das hat mich zurückgeworfen. Ich konnte halt nichts anderes tun, als meinen Körper wieder in Schwung bringen“, erzählt der Innsbrucker, der auch nach fast drei Monaten Verletzungspause im jüngsten Trainingslager zwischenzeitlich kürzer treten musste: „Ich hatte einen Schlag auf den Knöchel abbekommen und konnte nicht laufen. Aber jetzt ist alles wieder in Ordnung.“



Den Wechsel nach Saarbrücken hat er trotz seines eigenen Stotterstarts nicht bereut. „Ich fühle mich hier sauwohl. Für mich ist nur eines nicht optimal“, sagt er und fährt mit einem Lächeln fort: „Wir haben mit Patrick Schmidt und Kevin Behrens zwei brutale Stürmer. Die Besten der Liga, die auch höher spielen könnten. Darum muss ich halt öfter auf den Flügel ausweichen, obwohl ich lieber zentral spiele. Die Situation ist für mich ganz anders.“

Der Konkurrenzkampf ist groß – und mit der Verpflichtung von Sebastian Jacob wurde er weiter angeheizt. Dennoch sei die Stimmung im Team ebenso außergewöhnlich gut wie die Klasse. „Wir haben eine Qualität, das ist gegenüber Elversberg in den letzten beiden Jahren eine ganz andere Liga. Bei uns können drei Spieler ausfallen, und keiner merkt etwas“, sagt Obernosterer: „Wir sind alle noch nicht satt. Jeder möchte spielen, aber man gönnt es auch den anderen, wenn man selbst auf die Ersatzbank muss.“ Großen Anteil am sportlichen Erfolg und der internen Harmonie hat laut Obernosterer der FCS-Trainer Dirk Lottner. „Wir haben großen Respekt vor ihm. Er gibt uns das Gefühl, dass er noch weiß, wie ein Spieler tickt. Ich habe schon Trainer miterlebt, die haben einfach ohne Worte einen Zettel mit der Aufstellung aufgehängt. Entweder man war dabei oder nicht. So ging es die ganze Woche. Zu Dirk Lottner kann man immer kommen, auch wenn man ein Problem hat.

Obernosterer will angreifen, der FCS aufsteigen. „Körperlich sind wir topfit. Ich habe auch einige Extra-Einheiten gemacht. Spielerisch muss man sehen, wo wir nach zwei Monaten Pause stehen“, sagt Obernosterer: „Wir können uns den Spielplan nicht aussuchen mit Elversberg und dann Freiburg II zum Auftakt. Wenn wir die beiden Spiele gewinnen, ist es schon ein Zeichen an die Liga.“ Nämlich, dass der Titel nur über den FCS führt.