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Fußball: Obernosterer lässt Spitze gegen SVE nicht aus

Fußball : Obernosterer lässt Spitze gegen SVE nicht aus

Der Österreicher trifft mit dem 1. FC Saarbrücken morgen auf die SV Elversberg – und spricht schon von fünf Punkten Vorsprung.

Radrennfahrer Gerhard Totschnig, Rennrodler Markus Prock, der ehemalige deutsche Postminister Christian Schwarz-Schilling oder Schauspieler Dietmar Schönherr – sie alle kommen aus der Stadt, die für ihr „Goldenes Dacherl“ und das Springen der Vierschanzentournee bekannt ist. „Innsbruck, do bin I dahoam“, sagt Markus Obernosterer, der neue Spielmacher des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, mit deutlich hörbarem Tiroler Einschlag: „Aber ich fahre während der Saison eigentlich nie heim. Dafür ist es einfach zu weit.“

Beim letzten Wechsel musste der Ex-Elversberger nicht umziehen. Er wohnt weiter mit Freundin Tamara, einer Fitnesstrainerin mit eigenem Pole-Dance-Studio, direkt hinter der Grenze. „Stuttgart ist sicher eine schöne Stadt, Cottbus hat mir gar nicht gefallen“, sagt der 27-Jährige zu seinen bisherigen Stationen in Deutschland: „Das Saarland ist wie Innsbruck. Irgenwie kennt jeder jeden. Es ist einfach familiär.“ Nicht umziehen zu müssen, sei aber kein Grund für den Wechsel gewesen. „In meinen zwei Jahren in Elversberg hatte kein anderer Spieler mehr Torbeteiligungen als ich“, rechnet Obernosterer vor: „Das wurde vom Trainer und Sportdirektor aber viel zu wenig wertgeschätzt. Als ich dann im ersten Spiel nach der Winterpause nicht im Aufgebot war, wusste ich, dass ich weg muss.“

Der FCS hatte bereits im Sommer angefragt, nun wurden die Gespräche konkret. Für Saarbrücken hätten sportliche und menschliche Argumente gesprochen: „Bei Dirk Lottner habe ich das Gefühl, dass es kein Alibi-Satz ist, dass jeder mit Problemen zu ihm kommen kann. Der Herr Wiesinger hatte nur seine eigenen Vorstellungen. Entsprach man diesen nicht oder hatte er seine Laune, hat er einen sechs Wochen nicht angeschaut.“

Dass es morgen (19 Uhr) schon zum zweiten Saisonspiel mit dem neuen Verein gleich wieder an die Kaiserlinde geht, verursacht beim Neu-Saarbrücker eine riesige Vorfreude. „Die Leute wissen, dass ich bis zum Schluss alles für die SVE gegeben habe. Darum denke ich, dass es keine Pfiffe geben wird“, sagt Obernosterer: „Nach dem Spiel in Ulm wird es für uns quasi das erste Heimspiel. 2200 Fans waren bei der Saisoneröffnung da, in Ulm auswärts 700. Das ist nicht normal. Das macht dir als Fußballer einfach Spaß, und du willst den Leuten etwas zurückgeben.“

Dass seine Leistungen in der Vorbereitung die hohen Erwartungen an ihn noch nicht erfüllt haben, weiß der Tiroler selbst. „Ich hatte auch wegen des kurzen Urlaubs etwas Rückstand. Ich will Vorlagen geben, Tore schießen, Betrieb machen. Das Spiel in Ulm war okay, aber da kommt noch mehr“, verspricht Obernosterer: „Ich bin jetzt 27, aber noch immer ehrgeizig und will etwas erreichen im Fußball.“

Schließlich habe er bereits wertvolle Zeit verschenkt. „Wenn ich noch mal 18 wäre, würde ich einiges anders machen. Früher nach Deutschland wechseln, weil hier Fußball einen anderen Stellenwert hat“, sagt Obernosterer, der zwar Ski und Snowboard fahren kann, aber von Kindesbeinen an von einer Karriere als Kicker geträumt hat – und dafür lebt. „Ich achte sehr auf meine Ernährung. Trinke keinen Alkohol während der Saison, keine Zigaretten oder solchen Mist. Ein Mal in der Woche gehe ich ins Fitnessstudio, arbeite zusätzlich an meinem Körper.“ Die Tätowierungen auf seinem Arm spiegeln die ruhige Seite des auf dem Feld extrovertierten Fußballers wider. „Tattoos waren schon immer meine Leidenschaft. 2013 habe ich angefangen, aber es werden weitere dazukommen. Es sind Motive von Familie und Religion. Ich gehe regelmäßig in die Kirche“, sagt der Österreicher und ergänzt lachend: „Aber nicht, dass du jetzt glaubst, ich sei ein Ministrant.“

Zurück zu seiner Rückkehr an die alte Wirkungstätte. „Elversberg steht nach dem ersten Spieltag schon unter Druck“, sagt Obernosterer zum ersten Spieltag. Der FCS gewann beim SSV Ulm mit 4:1, die SVE patzte gegen Aufsteiger TSV Stadtallendorf (0:0): „Wenn wir gewinnen, müssten sie schon fünf Punkte auf uns aufholen. Das ist schwer, auch wenn es dann erst das zweite Spiel der Saison ist.“ Also noch kein „Goldenes Dacherl“, aber schon ein goldener Start für den neuen FCS-Ösi.