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Nur Neuer muss sich gedulden

Nur Neuer muss sich gedulden

Nach zwei freien Tagen ist im deutschen Nationalteam die Vorfreude und der Optimismus für die WM in Brasilien gestiegen. Vor der Generalprobe gegen Armenien senden die Sorgenkinder positive Signale.

Auf der Zielgeraden der WM-Vorbereitung verspricht Bundestrainer Joachim Löw den deutschen Fans Vollgas-Fußball. "Wenn es los geht, werden wir den WM-Turbo zünden", sagte Löw vor der heutigen Generalprobe der deutschen Nationalmannschaft (20.45 Uhr/ZDF) in Mainz gegen Armenien: "Wir wollen uns von den Fans mit einem Sieg, einem guten Spiel und einem Lächeln aus Deutschland verabschieden."

Für den gestiegenen Optimismus bei Löw sorgten vor allem die guten Nachrichten der drei Sorgenkinder: Kapitän Philipp Lahm ist wieder an Bord, Spielmacher Bastian Schweinsteiger fit, Torwart Manuel Neuer wohl beim WM-Auftakt dabei. Der letzte WM-Test einen Tag vor dem Abflug nach Brasilien und zehn Tage vor dem Auftaktknaller gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo soll die bislang unglückliche Vorbereitung daher unbedingt vergessen machen: "Alles ist ausgerichtet auf unser Spiel gegen Portugal."

Gegen den EM-Halbfinalisten von 2012 wird wohl auch der an der rechten Schulter verletzte Neuer auflaufen können. "Es wird keine Probleme geben", betonte Löw. Zuvor hatte der Torhüter von Bayern München die Fans mit einer Botschaft auf seinen sozialen Netzwerkseiten persönlich beruhigt. Neuer postete ein Bild, auf dem er bewusst seinen verletzten rechten Arm hebt und die Hand zur Faust ballt. Darüber steht der hoffnungsvolle Satz: "Läuft alles nach Plan!" Gegen Armenien mit Dortmund-Ass Henrich Mchitarjan wird Neuer aber noch pausieren. Man wolle kein Risiko eingehen, begründete Löw und gab dafür dem Dortmunder Roman Weidenfeller eine Einsatzgarantie.

Anders als Neuer, der ohne jede Testspiel-Praxis das deutsche WM-Tor hüten würde, werden die ebenfalls angeschlagenen Lahm (Kapselverletzung im Sprunggelenk) und Schweinsteiger (Patellasehnen-Entzündung) am Freitag auflaufen. "Sie werden zu Einsatzzeiten kommen, denn sie brauchen Wettkampfrhythmus", sagte Löw.

Das gilt auch für Miroslav Klose, dem einzig verbliebenen Stürmer im 23-köpfigen WM-Aufgebot. Aber ob der Routinier von Lazio Rom in Mainz Werbung für sich betreiben darf, ließ der Bundestrainer offen. Mit der Debatte um das umstrittene System mit der "falschen Neun", also ohne nominelle Spitze, will sich Löw nicht mehr auseinandersetzen: "Ich nehme diese Diskussion nicht mit ins Gepäck nach Brasilien, sonst müsste ich für Übergepäck zahlen."

Nach zweieinhalb freien Tagen zum Kräftesammeln in der Familie nahm Löw gestern seine WM-Spieler im Mainzer Hotel Hyatt Regency wieder in Empfang. Durch die kurze Freizeit konnten sich die Geburtstagskinder Lukas Podolski (29 Jahre) und Mario Götze (22) zu Hause von ihren Liebsten feiern lassen. Allerdings hatten alle Spieler vom Bundestrainer Trainingspläne mit an die Hand bekommen. Gute Nachrichten hatte auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff für die Spieler: Das Quartier Campo Bahia in Santo André, in das der DFB-Tross am Morgen des Pfingstsonntags einziehen soll, ist entgegen anfänglicher Befürchtungen inzwischen fertig geworden. "Es steht, alles ist intakt", sagte Bierhoff.

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Auf einen BlickDie voraussichtlichen Aufstellungen: Deutschland: Weidenfeller/Borussia Dortmund (33 Jahre/2 Länderspiele) - Lahm/FC Bayern München (30/105), Mertesacker/FC Arsenal (29/97), Hummels/Bor. Dortmund (25/29), Durm/Bor. Dortmund (22/1) - Khedira/Real Madrid (27/45), Schweinsteiger/FC Bayern (29/101) - Müller/FC Bayern (24/48), Özil/FC Arsenal (25/54), Reus/Bor. Dortmund (25/20)) - Klose/Lazio Rom (35/131). Armenien: Roman Beresowski (39/85) - Hrayr Mkojan (27/28), Warasdat Harojan (21/10), Robert Arsumanjan (29/63), Lewon Hayrapetjan (25/21) - Artur Jedigarjan (26/35), Rumjan Howsepjan (22/2) - Edgar Manutscharjan (27/41), Henrich Mchitarjan (25/46), Geworg Ghasarjan (26/39) - Jura Mowsisjan (26/28). sid