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Nur Lance Armstrong bleibt fern

Nur Lance Armstrong bleibt fern

Paris. Der siebenfache Rekord-Sieger Lance Armstrong, der 2009 nach vier Jahren Pause womöglich ein Comeback bei der Tour de France feiern wird, fehlt heute beim Aufmarsch der Prominenz an der Porte Maillot

Paris. Der siebenfache Rekord-Sieger Lance Armstrong, der 2009 nach vier Jahren Pause womöglich ein Comeback bei der Tour de France feiern wird, fehlt heute beim Aufmarsch der Prominenz an der Porte Maillot. Die drei spanischen Toursieger der vergangenen Jahre sind Ehrengäste: Oscar Pereiro, der das Gelbe Trikot am Grünen Tisch nach der Doping-Entlarvung von Floyd Landis erhielt, Alberto Contador, der mit dem Doping-Arzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht wird, und der Bjarne Riis-Schützling Carlos Sastre.

Auch Prinz Albert wird im Palais des Congrès in Paris in der ersten Reihe sitzen. Der Adlige ist Schirmherr und Mit-Initiator einer Premiere: Zum ersten Mal startet die Tour de France im Fürstentum Monaco, wo sie zum ersten Mal 1964 einen Etappen-Stopp einlegte. Heute wird der Parcours vorgestellt, der am 4. Juli 2009 mit einem 15 Kilometer Einzelzeitfahren auf dem Formel-1-Kurs beginnt und am 26. Juli traditionsgemäß auf den Pariser Champs Elysées endet.

Das deutsche Element wird der Niederländer Gerry van Gerwen als Teamchef des einzig übrig gebliebenen nationalen ProTour-Teams Milram vertreten. Auf den Nachbarn sind die Franzosen im Moment wegen des Ausstieges von ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung allerdings nicht gut zu sprechen. Die Tour-Chefs schickten einen bösen Brief, der Unverständnis ausdrückte. Ähnlich argumentierte die Fahrer-Vereinigung CPA: "Einige Medien und Organisatoren boykottieren einen Sport, der den Mut hat, sich dem Dopingproblem zu stellen, die Athleten zu bestrafen, die nicht die sportliche Ethik respektieren."

Milram-Chef van Gerwen glaubt übrigens nicht an die Armstrong-Rückkehr nach Frankreich: "Er wollte in erster Linie PR für seine Krebs-Foundation, und die hat er allein durch seine Comeback-Ankündigung reichlich gehabt. Jetzt heißt es bei ihm ja schon: Vielleicht fahre ich nur den Giro. Ich glaube, er kommt gar nicht." Die offenen Arme, mit denen die Tour-Gewaltigen den Problem-Boy aus Texas erwarten, verwundern. Schließlich wurde Armstrong 2005 mit viel Häme und der nachträglichen Entlarvung als EPO-Doper von der Tour verabschiedet.

Aber die Politik in der Chefetage des Tour-Veranstalters ASO scheint sich sowieso geändert zu haben. Seit den Olympischen Spielen gab es eine Annäherung an den schon abgeschriebenen Weltverband UCI: die Kündigung des bisherigen ASO-Chefs Patrice Clerc, der UCI-Boss Pat McQuaid schon öfter den Rücktritt nahe legte, und die Ankündigung durch den Dachverband, ab 2009 wieder die Doping-Kontrollen bei der Tour de France zu leiten.

In diesem Jahr tat das zum ersten Mal die französische Anti-Doping-Agentur AFLD - mit dem Ergebnis von sieben positiven Fällen. Im Netz zappelte mit Riccardo Ricco, Stefan Schumacher und Bernhard Kohl auch Fahrer-Prominenz aus der allerersten Reihe. dpa