| 20:31 Uhr

Nur Kraft und Cleverness fehlen

Peter Walz (rechts) und seine HG Saarlouis waren gestern Abend nahe dran an einer Überraschung. Am Ende aber setzte sich Tabellenführer GWD Minden knapp durch. Foto: Ruppenthal
Peter Walz (rechts) und seine HG Saarlouis waren gestern Abend nahe dran an einer Überraschung. Am Ende aber setzte sich Tabellenführer GWD Minden knapp durch. Foto: Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Die Niederlagenserie des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis geht weiter. Aber gestern Abend zeigte die Mannschaft, dass sie sich nicht hängen lässt. Beinahe hätte es im Spiel gegen GWD Minden zur Sensation gereicht. Sebastian Zenner

Wie schon bei der Heimniederlage gegen den HC Empor Rostock (23:30) eine Woche zuvor erhoben sich die Fans der HG Saarlouis auch gestern Abend vorzeitig von ihren Plätzen. Allerdings nicht, um wegen einer enttäuschenden Leistung vor dem Schlusspfiff die Halle zu verlassen, sondern um ihren Zweitliga-Handballern anerkennenden und tröstenden Applaus zu spenden. Gegen Aufstiegsfavorit GWD Minden unterlag die HG knapp mit 23:25 (13:12).

"Heute hat es uns weh getan, dass wir die zwei zusätzlichen Optionen nicht hatten", sagte HG-Trainer Heine Jensen. Er spielte auf die verletzungsbedingten Ausfälle von Ibai Meoki und Martin Murawski an. "Diejenigen, die heute gespielt haben, haben einen guten Job gemacht. Am Ende haben Kraft und Cleverness gefehlt", sagte Jensen und fasste damit die Hauptgründe für die Niederlage treffend zusammen.

Die 1150 Zuschauer in der Stadtgartenhalle sahen eine Anfangsphase ganz nach ihrem Geschmack. Nach gut zwei Minuten gingen die Gastgeber beim 2:1 erstmals in Führung. Bis zur neunten Minute wuchs der Vorsprung auf drei (6:3), bis zur 21. sogar auf vier Tore (11:7) an. Vor allem die wiedererstarke Abwehr inklusive des blendend aufgelegten Torwarts Patrick Schulz machten dem Tabellenführer das Leben schwer. Hinzu kam die zuletzt vermisste Effektivität im Angriff.

Der üppige Vorsprung schmolz zwar bis zum Pausenpfiff auf einen Treffer, aber immerhin ging die HG Saarlouis mit einer überraschenden 13:12-Führung in die Halbzeit. Und nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nicht viel - aber ab der 48. Minute, nachdem Jerome Müller noch das 22:20 für Saarlouis erzielte. In den letzten zwölf Minuten gelang der HG dann aber lediglich ein Treffer - Minden noch fünf. Unter die Fehlwürfe aus dem Feld mischten sich zwei verworfene Siebenmeter von Lars Weissgerber und Jerome Müller. Der Kräfteverschleiß ließ Sicherheit, Körpersprache und Selbstbewusstsein, wie sie in Halbzeit eins zu sehen waren, weichen und machte die Saarlouiser Akteure anfällig für Unkonzentriertheiten. Der auf allen Positionen doppelt stark besetzte Gegner nutzte dies aus. "So langsam erwarte ich von den Jungs aber mal eine Entwicklung und dass sie sich zutrauen, die Bälle auch reinzuwerfen", kritisierte HG-Torhüter Schulz, ergänzte aber: "Nichtsdestotrotz muss ich der Mannschaft ein Lob aussprechen. Das war nach den drei Niederlagen ein starkes Zeichen, dass wir noch da sind."

Das sah auch Trainer Jensen so: "Eigentlich hätten die Jungs heute einen Punkt verdient gehabt." Dass bei solider Leistung bald wieder ein Punktgewinn herausspringt, davon ist Schulz überzeugt. "Wir werden in diese Richtung weitermachen, die starke Abwehr stellen und wenig Gegentore kassieren", kündigte der Schlussmann an: "Dann habe ich keine Bange, dass wir die Spiele gegen die Mannschaften gewinnen, die sich mit uns auf Augenhöhe befinden. Ich erwarte von jedem, dass er sich in den nächsten Wochen reinhängt, damit wir wieder Punkte holen." Was am Freitag in Essen (24:31) und gestern nicht funktionierte, soll kommenden Samstag beim Vorletzten Dormagen klappen.