| 20:29 Uhr

Nur Kerber und Kohlschreiber halten die deutsche Fahne hoch

Dustin Brown lag gegen den Brasilianer Thomaz Belucci auf Siegkurs als er umknickte und aufgeben musste. Foto: Reynolds/dpa
Dustin Brown lag gegen den Brasilianer Thomaz Belucci auf Siegkurs als er umknickte und aufgeben musste. Foto: Reynolds/dpa FOTO: Reynolds/dpa
Rio de Janeiro. Sie spielte nicht gut, doch am Ende reichte es für Angelique Kerber zum Einzug in die zweite Runde. Nach ihrem 6:3, 7:5-Sieg sind aus deutscher Sicht nur noch Kerber und nur Philipp Kohlschreiber im Turnier vertreten. Agentur

Angelique Kerber hat sich von nerviger Warterei nicht aufhalten lassen, beim olympischen Tennis-Turnier aber nur mit viel Mühe die zweite Runde erreicht. Dustin Brown verließ mit Tränen in den Augen den Centre Court. Der 31-Jährige knickte bei seiner Olympia-Premiere um und musste beim Stand von 6:4, 4:5 gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci aufgeben.


Als sich Brown zur Untersuchung im Krankenhaus aufhielt, betrat Australian-Open-Siegerin Kerber knapp zwei Stunden später als geplant den Platz. Zwischenzeitlich starker Wind hatte gestern den Spielbeginn auf den Außenplätzen verzögert. Die Mitfavoritin musste im zweiten Satz einen 2:5-Rückstand aufholen, setzte sich dann aber 6:3, 7:5 gegen die Kolumbianerin Mariana Duque-Mariño durch und besserte die ernüchternde deutsche Bilanz vom Samstag auf, als nur Philipp Kohlschreiber gewann.

Vor Kerbers Match gegen Duque-Mariño löste sich eine Abdeckung vom Tribünengestell, so wollten die Organisatoren erst aus Sicherheitsgründen die Banner auf den Außenplätzen checken. Bei Spielbeginn hatte der Wind deutlich nachgelassen. Trotzdem streute Kerber zunächst zu viele Fehler ein, ehe die Nummer zwei der Tennis-Welt ihren Rhythmus fand. Im zweiten Durchgang musste sie dann mächtig kämpfen und einen Satzball der Kolumbianerin bei 3:5 abwehren. Als sie mit hochrotem Kopf das Match beendete, ballte sie erleichtert die Faust. In der zweiten Runde trifft die 28-Jährige heute auf die frühere Wimbledon-Finalistin Eugenie Bouchard. Für die Norddeutsche stand noch ein zweites Match auf dem Programm. Mit Andrea Petkovic sollte sie im Doppel in der Nacht zu Montag auf das an acht gesetzte Duo Sara Errani und Roberta Vinci aus Italien treffen.



Petkovic gehörte zu den deutschen Tennisprofis, die bereits am ersten Tag des olympischen Turniers ihre Ambitionen im Einzel begraben mussten. Auch für Annika Beck und Jan-Lennard Struff kam gleich das Aus, im Doppel scheiterten Laura Siegemund und Anna-Lena Grönefeld. Wenigstens Kohlschreiber war am Samstag gegen den Argentinier Guido Pella in drei Sätzen erfolgreich und hat gegen den Slowaken Andrej Martin beste Chancen auf das Achtelfinale.

Brown saß schon weinend auf seiner Bank, als der Turnierarzt seinen Knöchel bandagierte. Er ahnte wohl, dass es für ihn nicht weitergehen würde. Zwei Ballwechsel probierte Brown noch, dann humpelte er zum Netz und signalisierte seine Aufgabe.