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SV Elversberg in der Bundesliga-Relegation
Nur der Aufstieg zählt, die WM noch nicht

Außenverteidiger Tim Steinmetz fühlt sich gerüstet für das Rückspiel in der Aufstiegs-Relegation an diesem Sonntag in St. Ingbert gegen den FSV Frankfurt. Zur neuen Saison wird der 18-Jährige Profi bei der SV Elversberg.
Außenverteidiger Tim Steinmetz fühlt sich gerüstet für das Rückspiel in der Aufstiegs-Relegation an diesem Sonntag in St. Ingbert gegen den FSV Frankfurt. Zur neuen Saison wird der 18-Jährige Profi bei der SV Elversberg. FOTO: Heiko Lehmann
Elversberg. Die U19 der SV Elversberg spielt gegen den FSV Frankfurt um die Bundesliga-Teilnahme. Tim Steinmetz hat darüber hinaus viel vor. Von Heiko Lehmann

Zwei Tage ist die Fußball-Weltmeisterschaft nun schon alt, doch so richtig übergeschwappt ist der Funke bei Tim Steinmetz noch nicht. „Für mich beginnt die WM erst am Sonntag gegen 15 Uhr. Vorher gibt es wichtigere Sachen“, sagt der 18 Jahre alte Rechtsverteidiger der SV Elversberg. Am Sonntag um 13 Uhr beginnt im Mühlwaldstadion in St. Ingbert das Rückspiel um den Aufstieg in die Junioren-Bundesliga. Die U19 der SVE empfängt den FSV Frankfurt.


Das WM-Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien und den Kracher Portugal gegen Spanien verpasste Steinmetz – wegen Trainingseinheiten. „Das ist egal. Für uns zählt nur der Aufstieg. Und Deutschland spielt ja erst am Sonntag um 17 Uhr. Bis dahin sind wir auch fertig“, sagt Steinmetz und lacht.

Das Hinspiel in Frankfurt hatten die Elversberger am vergangenen Sonntag mit 2:1 gewonnen. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, und wir waren richtig gut. Zu Hause sind wir noch ein bisschen besser“, sagt der Nachwuchsspieler. Es wäre ein weiterer Höhepunkt des Außenverteidigers, der erst zu Beginn der vergangenen Saison vom 1. FC Kaiserslautern zur SVE wechselte. Von da an ging es steil bergauf. Zum Ende der vergangenen Saison wurde Steinmetz gemeinsam mit Stürmer David Häbel in den erweiterten Kader der U18-Nationalmannschaft berufen. „Es war schön, aber man ist ja nicht richtig dabei. Man bekommt eine E-Mail, dass man sich bereithalten soll. Mehr war da noch nicht“, sagt das in Homburg geborene Talent, das im pfälzischen Schönenberg-Kübelberg wohnt.



Der zweite Höhepunkt stand vor wenigen Wochen an. In einem Gespräch mit Sportvorstand und Trainer Roland Seitz bekam Steinmetz mitgeteilt, dass er für die kommende Saison einen Profivertrag unterschreiben soll. „Das war eine tolle Ehre für mich und zugleich ein sehr gutes Zeichen des Vereins, dass er auf seinen Nachwuchs setzt“, berichtet der 18-Jährige.

Am 3. Juli wird der Rechtsverteidiger in das Training der Regionalliga-Mannschaft einsteigen. Nach der Vorbereitung geht es dann aber bis März 2019 in die U21 in der Saarlandliga zum Trainieren und Spielen. „Ich habe beschlossen, dass ich mich zuerst voll auf mein Abitur konzentriere. Erst wenn ich damit fertig bin, werde ich mein Glück bei den Profis versuchen. Ich habe schon mal mittrainiert. Das ist schon alles viel schneller, und es geht hart zur Sache“, sagt er.

Vorher steht aber das zweite Relegationsspiel gegen den FSV Frankfurt auf dem Programm. Den 2:1-Erfolg vor einer Woche muss der souveräne Meister der Regionalliga Südwest verteidigen. Die Auswärtstor-Regelung aus dem Europapokal gilt übrigens nicht. Bei einem 0:1 nach 90 Minuten gäbe es eine Verlängerung. Den Sprung in die Bundesliga will die Mannschaft unbedingt schaffen. Eine U19 der SVE war in dieser Spielklasse bisher noch nicht vertreten, nur zwei Mal eine U17. „Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, dann schaffen wir das“, sagt Steinmetz.

Auch sein Trainer Marijan Kovacevic ist optimistisch. Es gab keine verletzten Spieler in Frankfurt, dem 44-Jährigen steht der ganze Kader zur Verfügung. „Die Jungs sind gut drauf, die Stimmung ist gut. Wenn wir locker bleiben, dann klappt das“, sagt Ex-Profi Kovacevic vor seinem letzten Spiel bei der SVE, bevor er Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Stuttgarter Kickers wird. Steinmetz hingegen bleibt hier – und hat noch viel vor, wenn die WM dann vorüber ist.