Nullnummer in Yokohama

Nullnummer in Yokohama

Die für Rio nominierte Anne Haug vom LAZ Saarbrücken war beim WM-Rennen in Yokohama nicht am Start. Die neun restlichen Starter der Deutschen Triathlon Union verpassten das Ticket für die Spiele in Rio.

Es hatte sich schon in den ersten Qualifikations-Rennen in diesem Jahr angedeutet, nun ist es Gewissheit: Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hängt weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Zeiten, als sie mit Jan Frodeno (2008 in Peking) einen Olympiasieger stellte, lassen sich nicht so leicht wiederherstellen. Auch im letzten Anlauf gelang es keinem weiteren deutschen Triathleten, die Norm für die Olympischen Spiele in Rio zu erfüllen.

Bei den Rennen der WM-Serie in Yokohama /Japan verfehlten die insgesamt neun Starter der DTU eine Platzierung unter den besten Acht und damit erneut auch die geforderte Zielvorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Einzige deutsche Triathletin, die sich auf offiziellem Weg für Rio qualifiziert hat, ist damit Anne Haug vom LAZ Saarbrücken . "Das sind die aktuellen Leistungsmöglichkeiten, und da kann ich niemandem wirklich einen Vorwurf machen", sagt Bundestrainer Dan Lorang: "Die verpassten Olympia-Qualifikations-Chancen führen natürlich zu Enttäuschungen. Aber die Kurve zeigt insgesamt nach oben. Hier müssen wir sehen, dass wir das Positive für die anstehenden Aufgaben mitnehmen."

Da der DTU eigentlich drei Startplätze bei den Frauen und zwei bei den Männern zustehen, werden diese wohl ohne erfüllte Norm genutzt - sofern der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mitspielt. Die DTU teilte mit, dass sie sich in den kommenden Wochen beraten werde und dann dem DOSB weitere Olympia-Teilnehmer neben Haug vorschlagen werde. Die endgültige Entscheidung über den Start in Rio trifft dann der DOSB.

Nur wer kommt in Frage? Bester Deutscher in Yokohama war Steffen Justus von den Triathlonfreunden Saarlouis, der auf Rang 14 unmittelbar vor Gregor Buchholz landete. Zudem kam Franz Löschke auf Platz 22. Es gewann der Spanier Mario Mola. "In der Summe haben wir immerhin das beste Ergebnis dieser Saison erzielen können. Natürlich hätten wir gerne mehr in den Händen gehalten, aber die Jungs haben alles gegeben und letztlich auch gute Leistungen gezeigt", sagt Lorang. Justus dürfte in der Gesamtheit aktuell die besten Chancen haben, in Rio dabei zu sein.

Bei den Frauen schafften Laura Lindemann als Zehnte und Rebecca Robisch auf Rang zwölf zwar Saisonbestleistungen, verfehlten die Olympia-Norm aber knapp. Auch sie sind in der Rio-Frage nun favorisiert. Hanna Philippin landete auf Platz 16, Sophia Saller wurde 34., Anja Knapp belegte Rang 50. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Gwen Jorgensen. "Die Athletinnen haben gezeigt, dass sie einen guten Wettkampf machen und sich auf besondere Rennen gut einstellen können. Das gilt es aufzugreifen", sagt Bundestrainer Dan Lorang.