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Nullnummer bringt Wiesbach näher ans Ziel Klassenverbleib

Fußball-Oberliga : Nullnummer bringt Hertha nah ans Ziel

Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach ist durch ein 0:0 zu Hause gegen die TuS Koblenz dem Ziel Klassenverbleib ein Stück näher gekommen. Fast hätte die Hertha schon den Sack zugemacht, doch kurz vor Schluss vergab Patrick Ackermann eine Riesenchance zum 1:0.

Die 92. Minute am Freitagabend im Wiesbacher Stadion am Wallenborn: Zwischen der gastgebenden Hertha und der TuS Koblenz steht es vor 400 Zuschauern 0:0. Trotz Unterzahl – Leutrin Kabashi sah nach einem Foul an Djibril Diallo in der 88. Minute Gelb-Rot – müssen die Gäste hohes Risiko gehen. Denn um im Rennen um die Relegationsrunde zur Regionalliga bessere Chancen zu haben, braucht Koblenz einen Sieg.

Das macht die Gäste natürlich anfällig für Konter. Wiesbach spielt nach einer Balleroberung schnell nach vorne. Der eingewechselte Fabio Pelagi steckt für den ebenfalls neu in die Partie gekommenen Patrick Ackermann durch. Der steht frei vor der Hütte und zieht ab. TuS-Torwart Dieter Paucken kommt mit der Fußspitze gerade noch so an den Ball – und gibt diesem so eine kleine, aber entscheidende Richtungsänderung. Die Kugel geht statt ins Netz um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Direkt danach ist Schluss – und Wiesbach hat es verpasst, bereits zwei Spieltage vor Schluss die letzten theoretischen Zweifel am Ligaverbleib zu beseitigen. „So brauchen wir halt noch einen Dreier aus den letzten beiden Begegnungen“, sagte Hertha-Trainer Michael Petry.

Seit Samstag ist aber klar: Wiesbach braucht wegen der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber dem FV Diefflen, der mit fünf Punkten weniger als die Hertha auf dem ersten möglichen Abstiegsplatz steht, wohl nur noch einen Zähler, um endgültig gesichert zu sein. Diesen Punkt einzufahren sollte in den Begegnungen beim Tabellenvorletzten SC Idar-Oberstein am Samstag (15.30 Uhr) und zu Hause gegen Schlusslicht VfB Dillingen am Mittwoch in einer Woche möglich sein.

Entsprechend hielt sich die Enttäuschung über die vergebene Großchance zum Sieg bei den Gastgebern auch in Grenzen. „Ich bin zufrieden, weil Koblenz eine Mannschaft ist, die schwer zu bespielen ist“, urteilte Petry. Dass der Tabellenvierte aus dem Rheinland, der in der Auswärtstabelle sogar auf Rang eins steht, ein unangenehmer Gegner war, bestätigte auch Hertha-Kapitän Sebastian Lück: „Es war ein Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen auf beiden Seiten“, sagte er. „Wir haben hinten gut gestanden und hatten vorne unsere Nadelstiche. Schade nur, dass wir keinen davon nutzen konnten, sonst wären wir durch gewesen.“

Obwohl es keine drei Punkte gab, wurde Lück nach dem Schlusspfiff von vielen Seiten gratuliert. Denn der Abwehrchef der Hertha wurde am Spieltag 30 Jahre alt. Deshalb kam Lück auch die Spielverlegung auf Freitagabend gelegen. „Morgen habe ich die Jungs alle eingeladen und dann werden wir ein wenig feiern“, verriet der Kapitän nach dem Schlusspfiff.

Was sich zuvor in den etwas mehr als 90 Minuten auf dem Rasen abgespielt hatte, fasste TuS-Trainer Anel Dzaka präzise zusammen: „Wir haben trotz des 0:0 ein sehr gutes Oberliga-Spiel gesehen. Meine Mannschaft hatte ein bisschen mehr Ballbesitz aber Wiesbach die klareren Chancen. Wir hatten einige gute Situationen, aber da kam der letzte oder vorletzte Pass nicht an. Ich denke, wenn man das ganze Spiel betrachtet war das Unentschieden gerecht“, gab der 38-Jährige zu Protokoll.

Vor der Großchance von Ackermann in der Nachspielzeit hatten die Gastgeber insbesondere in der ersten Hälfte drei Mal das 1:0 auf dem Fuß. Doch Djibril Diallo schoss in der Anfangsphase nach Zuspiel von Ruddy M’Passi am langen Eck vorbei. Danach vergab M’Passi zwei Mal in aussichtsreicher Position – auch weil beide Male die Ballannahme des Stürmers zuvor nicht perfekt gewesen war.

Die besten Gelegenheiten der Gäste sahen die Zuschauer ebenfalls noch vor dem Seitenwechsel: Leon Waldminghaus schoss in der 29. Minute drüber. Kurz vor der Pause strich ein Versuch von Felix Könighaus am zweiten Pfosten vorbei.

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