Nowitzki wird geadelt und liefert eine Show ab

Basketball : Nowitzki wird geadelt und liefert eine Show ab

Der deutsche Basketball-Superstar hat beim 68. Allstar-Game der NBA in Charlotte einen nahezu perfekten Abend erlebt.

Dirk Nowitzki kam aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. In seinem 14. und wohl letzten Allstar-Game verzückte der NBA-Superstar in Charlotte die versammelte NBA-Elite um LeBron James, Dwyane Wade und Co. noch einmal mit dem, was ihn in 21 Spielzeiten bei den Dallas Mavericks zu einem künftigen Mitglied der Ruhmeshalle gemacht hat – auf seine unnachahmliche Art und Weise setzte der 40-Jährige alle drei Dreier zielsicher in den Korb.

„Das war natürlich fantastisch. Ein tolles Gefühl“, sagte Nowitzki. Seine Teamkollegen um Kapitän Giannis Antetokounmpo, mit 38 Punkten alles überragender Spieler, sprangen nach jedem verwandelten Wurf von der Bank auf und streckten drei Finger in die Luft, um das „German Wunderkind“ gebührend zu feiern – auch Nowitzkis Ehefrau Jessica Olsson hielt es nicht auf ihrem Stuhl in der ersten Reihe.

In der Pause zwischen dem dritten und vierten Viertel wurde es für Nowitzki noch einmal emotional. Ein Highlight-Zusammenschnitt der von NBA-Chef Adam Silver ehrenhalber nachträglich berufenen Altmeister Nowitzki und Dwyane Wade wurde auf dem Videowürfel des Spectrum Centers abgespielt. Unter stehenden Ovationen posierten beide Routiniers mit ihren eingerahmten Trikots noch einmal im Blitzlichtgewitter der unzähligen Fotografen, umgarnt von allen Akteuren. „Das war emotional“, sagte Nowitzki: „Es war ein großartiges Wochenende für mich. Ich bin bereit, nach Hause zu gehen.“ Am Ende wollte Nowitzki die intensiven Tage nur noch sacken lassen: „Ich denke, das alles wird emotional werden, wenn ich mich zurücklehne und etwas Zeit zum Nachdenken habe“, sagte der Würzburger, der von allen Seiten in höchsten Tönen gelobt und geadelt wurde.

„Dirk ist speziell für die Liga gewesen und der wohl meist dekorierte internationale Spieler, den wir gesehen haben und sehen werden für eine lange Zeit“, sagte Paul George, Teamkollege von Dennis Schröder bei Oklahoma City Thunder. „20 Jahre in der NBA zu spielen, das ist einfach irrwitzig“, sagte Kevin Durant von den Golden State Warriors, der 31 Punkte machte und als wertvollster Spieler (MVP) des Allstar-Games ausgezeichnet wurde.

Vor dem eigentlichen Höhepunkt des Allstar-Wochenendes in der Nacht zu Montag hatte Nowitzki bereits ein ordentliches Programm abgespult. Im Spiel der Nachwuchs-Stars stand der gebürtige Würzburger als Ehrentrainer der Welt-Auswahl an der Seitenlinie. Und am Dreierwettbewerb, den er 2006 in Houston gewonnen hatte, nahm er teil, verpasste aber das Finale der besten drei Schützen.

Jetzt geht es für Nowitzki erst einmal zurück in seine Wahlheimat Dallas. 25 Spiele stehen für die Mavericks noch auf dem Programm. Als Zwölfter im Westen müssen die Texaner noch um die Playoff-Teilnahme bangen. Nowitzki wird in diesem Jahr wohl aufhören, hielt sich in Charlotte aber noch eine Tür offen: „Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhöre.“ Aber es sieht danach aus.

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