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Noch ein silberner Abschluss

Falun. Eric Frenzel und Johannes Rydzek haben bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften die achte und letzte Medaille für das DSV-Team geholt. Die Springer konnten diesmal ganz und gar nicht überzeugen. Dpa-Mitarbeitergerald Fritsche

Eric Frenzel und Johannes Rydzek haben die Medaillenhatz der deutschen Athleten bei den 50. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften mit Silber im Team-Sprint der Nordischen Kombination beendet. Mit dem achten Edelmetall dieser Titelkämpfe untermauerte das Duo die beste Bilanz eines deutschen Teams seit den Weltmeisterschaften 1974 an gleicher Stelle. Damals hatte die DDR elf Medaillen geholt, darunter wie diesmal fünf goldene. Rydzek krönte sich mit seiner vierten Medaille gleichzeitig zum erfolgreichsten deutschen Athleten dieser WM.

Mus auf der Strecke


Keine weitere Medaille konnten die Skispringer beitragen. Der Olympiasieger mit Michael Neumayer , Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Severin Freund kam lediglich auf den enttäuschenden Platz fünf. Den Sieg sicherte sich Norwegen, bei denen es Rune Velta Freund nachmachte und ebenfalls sein zweites Gold gewann.

Mit der vierten Medaille im vierten Wettkampf bestätigten die Kombinierer erneut ihren Ruf als Medaillenhamster im Deutschen Skiverband. Dass es im Team-Sprint "nur" Silber hinter Titelverteidiger Frankreich mit François Braud und Jason Lamy Chappuis wurde, war alles andere als ein Schönheitsfehler - es war ein hart erkämpfter Erfolg und Ausdruck von Leidenschaft und Willensstärke im deutschen Team.

"Jetzt wird richtig gefeiert. Wir haben Thüringer Bratwürste für den Grill und natürlich auch genug zu trinken im Truck. Das haben sich alle in der Mannschaft nach diesen wundervollen WM-Tagen mehr als verdient", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch und genoss den silbernen Abschluss der Titelkämpfe.

Für den erfahrenen Weinbuch war der Team-Sprint "reiner Kampfsport". Die Bedingungen waren seiner Meinung nach alles andere als WM-würdig. "Bei dem Mus konnten wir unsere Stärken im Lauf nicht ganz ausspielen", erklärte Weinbuch. Besonders am letzten Berg war vergessen worden, die Strecke zu salzen. Dadurch mussten die Athleten durch knöcheltiefen Schnee, was eher nach Bergsteigen aussah. "Mir hingen die Knie hinter den Ohren", beschrieb Frenzel die Schwere der Strecke.

Rydzek hatte Gold vor Augen, nachdem er es geschafft hatte, bei der Abfahrt ins Stadion zu Lamy Chappuis aufzuschließen. "Dass der dann im Omega die Tür einfach zumachte, war nicht ganz fair. Aber es gehört in diesem Sport auch dazu, die Ellenbogen einzusetzen", sagte Weinbuch.

"Sind zu kurz gesprungen"

Den Skispringern blieb ein ähnliches Erfolgserlebnis versagt. "Die Sprünge fast aller waren heute nicht gut genug für eine Medaille", resümierte Bundestrainer Werner Schuster. Das habe sich vom ersten Versuch des als Startspringer nominierten Neumayer wie ein roter Faden bis zum letzten Sprung von Freund durchgezogen. Der aber zeigte die Klasse eines Doppel-Weltmeisters. Freund flog auf unglaubliche 143 Meter und damit 7,5 Meter weiter als bei seinem Schanzenrekordflug am Donnerstag.

Freund musste bei der Landung allerdings in den Schnee greifen. Der Sprung wurde als gestürzt gewertet, womit auch die letzte noch theoretische Möglichkeit auf eine Bronzemedaille verflog. "Bis auf Severin haben es alle nicht auf die Kante gebracht. Im Endeffekt sind wir zu kurz gesprungen. Wir haben es heute versaut", meinte Freitag enttäuscht.