Noch ein letztes Mal

Die Basketballerinnen des TV Saarlouis spielen heute in Wasserburg. Im dritten Spiel der Finalserie um die deutsche Meisterschaft könnte die Saison für die Royals heute zu Ende gehen – ebenso die Ära Spandauw.

Einen größeren Kampf hätten die Basketballerinnen des TV Saarlouis dem TSV Wasserburg im Finale um die deutsche Meisterschaft nicht liefern können. Trotz seiner Breite und Tiefe im Kader standen die in der Damenbasketball-Bundesliga ungeschlagenen Bayern im zweiten Spiel der Finalserie am Rand ihrer ersten Saison-Niederlage. Die Royals haben es Wasserburg weit schwerer gemacht als noch im ersten Spiel (58:86). Erst in der Verlängerung konnte die Meistermannschaft der letzten Jahre den 80:72-Sieg erzwingen und die Führung in der Finalserie auf 2:0 ausbauen. Heute um 19 Uhr kann sie zuhause in der Badria ihren dritten Titel in Folge feiern.

Die Chance für die Royals, in Wasserburg zu gewinnen, scheint ungleich schwerer - und so könnte es für Royals-Trainer René Spandauw das letzte Spiel gewesen sein. Obwohl er nach elf Jahren in Saarlouis , drei Pokalsiegen (2008 bis 2010) sowie zwei Meisterschaften (2009 und 2010) auch im Heimspiel vergangenen Sonntag seine Mannschaft so gut eingestellt hat, dass sie drauf und dran war, ein weiteres Spiel in Saarlouis zu erzwingen. "Ich bin unwahrscheinlich stolz auf diese Mannschaft", sagte Spandauw nach dem Spiel. Diese hat, trotz der knappen Niederlage, Glauben und Selbstvertrauen gewonnen, "Wasserburg schlagen zu können", wie es Stina Barnert und Kimberly Pohlmann betonten.

Schon während der körperbetonten Partie wirkte Spandauw ungewohnt entspannt. Wenn er sich doch einmal aufregte, so nie über eine seiner Spielerinnen, sondern im Grunde nur über die Schiedsrichter, die so manches Mal ein Foul gegen Saarlouis pfiffen, das sie gegen Wasserburg nicht sehen wollten. Trotzdem hat er das Spiel genossen - gemeinsam mit 1000 mitfiebernden Zuschauern in der Stadtgartenhalle. "Ich hoffe nicht, dass es mein letztes Heimspiel war", sagte Spandauw, der auf ein weiteres Spiel in Saarlouis hofft und Trainer der Royals bleiben will, "aber die Entscheidung liegt nicht bei mir allein". Sondern auch beim Management und den Gesellschaftern der M.U.T. Sportmarketing GmbH, die die Bundesliga-Lizenz für die Royals innehat.

Aber Spandauw hat zumindest aufgeräumt mit dem Vorurteil und den Mutmaßungen über sein fürstliches Gehalt von angeblich 5000 bis 6000 Euro für den Posten als Trainer. "Ich verdiene nicht mal die Hälfte", hatte er nach dem Spiel gesagt, "und arbeite dafür etwa 45 bis 55 Stunden in der Woche". Ob ein Auto oder die Wohnung nun noch über den Verein finanziert werden, bleibt offen.

Die andere Seite ist die des Managements, der Gesellschafter und des Vereins. Gesellschafter Dieter Therre weiß, was er an Spandauw hat: "Er hat seine Qualität. Allein der Finaleinzug ist mehr, als wir uns diese Saison erwartet haben." Dennoch stünden noch Gespräche mit zwei weiteren Kandidaten aus. "Entscheiden werden wir diesen Punkt aber erst nach den Playoffs", sagte Therre und verschiebt das Thema - mindestens auf morgen Abend nach dem dritten Finalspiel in Wasserburg.