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„Niklas Jakusch wird im Tor stehen“

Niklas Jakusch ist die neue Nummer eins im Tor des Fußball-Regionalligisten FC Homburg. Foto: Schlichter
Niklas Jakusch ist die neue Nummer eins im Tor des Fußball-Regionalligisten FC Homburg. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Homburg. Für den FC Homburg geht es schon morgen Abend los. Zum Auftakt ist der Regionalligist beim FC Nöttingen gefordert. Im Tor der Grün-Weißen steht dann ein ganz neues Gesicht: Niklas Jakusch. Er kam von Holstein Kiel. Ralph Tiné

Wenn der FC Homburg am Freitag um 19 Uhr beim Aufsteiger FC Nöttingen in die neue Fußball-Regionalligasaison startet, ist völlig offen, wer bei den Grün-Weißen in der ersten Elf stehen wird. "Wir haben jetzt einen Konkurrenzkampf, den es so letzte Saison noch nicht gegeben hat", lässt sich Jens Kiefer nicht in die Karten blicken. Nur auf einer Position hat sich der Trainer des FCH festgelegt: "Niklas Jakusch wird im Tor stehen."



Der neue Torwart des FCH musste lange warten, bis sich ein Trainer so klar zu ihm bekennt. "Es ist natürlich schön, wenn Trainer und Mannschaft hinter einem stehen. Die Situation ist jetzt eine komplett andere für mich, weil ich zum ersten mal als Nummer eins in die Saison gehe", sagt der 26-Jährige. Bei Holstein Kiel , wo er seine fußballerische Jugend verbracht hatte und in den letzten fünf Jahren wieder spielte, zeigte Jakusch immer wieder ansprechende Leistungen, wenn er zum Einsatz kam. Seine Auftritte in den beiden Relegationsspielen, in denen Kiel gegen den KSV Hessen Kassel 2013 den Aufstieg in die Dritte Liga schaffte, bezeichnet Jakusch sogar als "das Beste, was ich jemals gespielt habe". Dennoch wurde dem gebürtigen Bad Segeberger bei den Störchen immer wieder ein anderer Torwart vor die Nase gesetzt. Zuletzt verdrängte ihn Kenneth Kronholm bei den Holsteinern. Trotzdem verbindet ihn ein sehr gutes Verhältnis mit dem Ex-Elversberger Torwart, wie er berichtet: "Kenneth und ich sind fast schon Blutsverwandte, so gut wie wir uns verstehen. Wir telefonieren auch heute noch regelmäßig." "Warum mir als Eigengewächs in Kiel nie dauerhaft das Vertrauen geschenkt wurde, weiß ich nicht", sagt das Nordlicht, das nach eigener Aussage noch nie Schleswig-Holstein verlassen hat.

Dass Jakusch sich von Rückschlägen nicht so leicht unterkriegen lässt, wird im Gespräch mit dem jungen Mann schnell klar. Sein Lebensmotto ist es, immer weiter zu kämpfen. Das hat er sich sogar auf den Unterarm tätowieren lassen. "Against all odds" steht da zu lesen - gegen jeden Chancen. Gemäß diesem Motto hat er sich auch seine Vorbilder ausgewählt. Mit Marc Nielsen, mit dem Jakusch in Kiel zusammengespielt hatte, findet sich auch ein Name darunter, der außerhalb der Schleswig-Holsteiner Fußballszene den Wenigsten bekannt sein dürfte. "Marc ist für mich eine ganz prägende Persönlichkeit. Er hat so viele Verletzungen durchgemacht, ist heute Sportinvalide und hat trotzdem nie aufgehört, an sich zu glauben", ist Jakusch von seinem alten Weggefährten beeindruckt. Ziele zu definieren, empfindet der Torwart als eine Limitierung, mit der er nicht viel anfangen kann. "Für mich zählt nur, was man aus den Dingen macht. Es geht immer weiter. Ich bin gespannt, wo das am Ende hinführen wird", sagt er.