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"Nie war die Konkurrenz größer als heute"

"Nie war die Konkurrenz größer als heute"

Frankfurt. Erfolg ist relativ. "Es ist unser ambitioniertes Ziel, unseren Platz in der Weltspitze zu verteidigen. Am Ende kann auch Platz sechs oder sieben ein gutes Abschneiden sein", sagt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ein Jahr vor der Eröffnung der Sommerspiele 2012

Frankfurt. Erfolg ist relativ. "Es ist unser ambitioniertes Ziel, unseren Platz in der Weltspitze zu verteidigen. Am Ende kann auch Platz sechs oder sieben ein gutes Abschneiden sein", sagt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ein Jahr vor der Eröffnung der Sommerspiele 2012. Die Vorgabe an die Athleten formuliert er bewusst vorsichtig optimistisch.2008 in Peking war das deutsche Team im Medaillenspiegel auf Rang fünf vorgerückt. Doch die Zeiten ändern sich - auch im Sport. "Nie war die Konkurrenz größer als heute. Nie wurde weltweit so viel Geld in den Spitzensport investiert wie aktuell. Von daher wird es sicher ein enges Rennen zwischen Deutschland, Australien, Japan und Südkorea im Medaillenspiegel hinter der Gruppe mit den USA, China, Russland und Großbritannien geben", prognostiziert Bach und mahnt, die in Peking vor drei Jahren gewonnenen 41 Medaillen nicht zum Maßstab zu erheben. Es gelte, betont der DOSB-Chef, die Globalisierung im Sport zu berücksichtigen. Ergo könnte auch weniger Edelmetall als 2008 ein zufriedenstellendes Ergebnis sein. Eine Bilanz hänge immer auch von den Verhältnissen und den Umständen ab.

Bach verweist auf die aus seiner Sicht als Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erfreuliche Entwicklung. In Athen 2004 hatten noch 74 Nationen Edelmetall gewonnen, vier Jahre später waren es 85 Länder. Im Medaillenspiegel, der sich an den Olympiasiegen orientiert, lag China mit 51 Goldmedaillen vor den USA (36), Russland (23), Großbritannien (19) und Deutschland (16).

440 Athleten waren in Peking für die Bundesrepublik angetreten. Eine Zahl, die angesichts der verpassten Olympia-Teilnahme der beiden Fußballmannschaften und der nicht allzu großen Chancen der Hand-, Volley- und Basketballer, die Tickets noch zu buchen, eher nicht erreicht wird. "Derzeit sieht es so aus, als würde die deutsche Olympiamannschaft 400 plus X Sportlerinnen und Sportler umfassen", sagt Bach. Er ist zuversichtlich, dass Deutschland auch in den meisten Teamsportarten vertreten sein wird. "Lassen Sie uns erstmal die Qualifikationsturniere abwarten. Die Konkurrenz ist zwar hart, der Weg steinig, aber ich bin optimistisch. Bislang steht nur fest, dass die Basketballerinnen sowie die beiden Fußball-Teams nicht dabei sind. Das ist für ein fußballbegeistertes Land wie Deutschland schon eine Enttäuschung."

Das Unternehmen Olympia 2008 hatte 5,75 Millionen Euro verschlungen, mehr als zwei Millionen hatte allein die Kleidung gekostet. Mit welcher Summe London zu Buche schlagen wird, lässt sich wegen der noch nicht abgeschlossenen Ausschreibungen und Kalkulationen laut DOSB noch nicht beziffern, nur soviel: "London ist zwar näher als Peking, jedoch wahrscheinlich nicht preiswerter", sagt Bach.

Für London setzt der deutsche Sport auch und gerade auf seine Goldmedaillengewinner. Im sogenannten Top-Team 2012, das 164 Athleten aus Einzelsportarten umfasst, stehen acht Titelverteidiger - unter anderem der noch nicht qualifizierte Triathlet Jan Frodeno aus Saarbrücken. Fecht-Olympiasieger Benjamin Kleibrink, der nach einem Motorradunfall im April an seiner Rückkehr arbeitet, ist schon voller Vorfreude: "London wird der Knaller. Aber man muss natürlich sehen, dass man auch die Qualifikation dafür schafft." dapd

Hintergrund

13 deutsche Top-Athleten, darunter Weitspringer Christian Reif aus Saarbrücken, haben in Berlin symbolisch den "Sporthilfe London Express" gestartet. Angeführt von den Pekinger Olympiasiegern Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) und Benjamin Kleinbrink (Fechten) beluden sie einen für die britische Olympia-Metropole typischen roten Doppeldecker-Bus mit ihren Sportutensilien wie Fechtwaffen, Booten, Ruderblättern, Speeren und Spikes. "Solche Aktionen rufen deutlich ins Bewusstsein, dass der Weg nicht mehr lang ist", erklärte Speerwerferin Christina Obergföll.

Der Bus, der am Olympiastadion startete, trägt das Logo der Spendenkampagne "Dein Name für Deutschland". Hierbei kann jeder für drei Euro pro Monat mit seinem eigenen Namen offizieller Sponsor der deutschen Spitzensportler und des Olympiateams für London 2012 werden. dpa