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Nicoleitzik staubt fünfte Medaille ab

Nicoleitzik staubt fünfte Medaille ab

Leichtathletin Claudia Nicoleitzik ist ihrer Mitfavoritenrolle bei den Paralympics in Rio de Janeiro gerecht geworden und hat über 100 Meter die Silbermedaille gewonnen – und das in einer neuen persönlichen Bestzeit.

Sie hat es wieder einmal geschafft: Leichtathletin Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen hat für die vierte deutsche Medaille bei den Paralympics in Rio de Janeiro gesorgt. Über 100 Meter der Klasse T36 gewann die 26-Jährige Silber . Nicoleitzik lief im Olympia-Stadion in 14,64 Sekunden persönliche Bestzeit und musste sich nach einem starken Rennen nur der Argentinierin Yanina Andrea Martinez (14,46) geschlagen geben. Martha Florian-Hernandez aus Kolumbien (14,71) holte Bronze.

"Als ich auf die Anzeigetafel geschaut habe, war ich sehr überrascht über die Zeit", sagte Nicoleitzik. Dabei hatte sie zur Hälfte des Rennens noch auf Platz vier gelegen. "Da dachte ich schon kurzzeitig: Keine Medaille, das ist schade. Aber dann habe ich mich reingekämpft, und zum Ende lief es besser." Für die in Saarlouis geborene Nicoleitzik, die an Ataxie leidet, war es bereits die fünfte paralympische Medaille. 2012 in London wurde sie Dritte über 100 und 200 Meter. In Peking 2008 hatte die 100-Meter-Weltmeisterin von 2013, die von Trainerin Evi Raubuch betreut wird, über ihre beiden Strecken jeweils Silber gewonnen.

Nicole Nicoleitzik und Vanessa Braun vom TV Püttlingen sind bei ihrem ersten Auftritt ihrer Paralympics-Premiere in Rio direkt ausgeschieden. Beide starteten über 100 Meter in der Klasse T38, wurden Vorletzte und Letzte, aber dennoch mit einem guten Ergebnis: Nicoleitzik verbesserte ihren persönliche Bestzeit auf 14,49 Sekunden, Braun ihre Bestmarke auf 14,59 Sekunden. Beide gehen in Rio im Weitsprung an den Start, außerdem mit Medaillen-Hamsterin Nicoleitzik und Trainingskollegin Maike Hausberger in der 4x100-Meter-Staffel am kommenden Freitag.

Schon in der Nacht zu Freitag hatten die Paralympics aus deutscher Sicht erfolgreich begonnen. Die erste deutsche Goldmedaille gewann Kugelstoßer Niko Kappel, genannt Bonsai. "Weil ich ein kleiner Mann bin und für einen kleinen Mann so viel Kraft habe", sagte der 1,40 Meter große Athlet. Der 21-Jährige siegte in der Starklasse F41 der Kleinwüchsigen mit der persönlichen Bestleistung von 13,57 Metern und nur einem Zentimeter Vorsprung vor dem Weltmeister Bartosz Tyszkowski aus Polen (13,56). "Ich wusste, wenn ich ihn unter Druck setzen kann, dann habe ich eine Chance", sagte Kappel strahlend.

Zwei Silbermedaillen für die Judo-Zwillinge Carmen und Ramona Brussig rundeten den ersten Wettkampftag ab. Carmen Brussig unterlag in Finale der Klasse bis 48 Kilo der Chinesin Liqing Li. Nach dem Sieg 2012 in London und Bronze 2008 in Peking hat die 39-Jährige damit ihren Medaillensatz komplettiert. "Ich bin überglücklich", sagte sie. Anschließend verlor ihre Schwester Ramona im Limit bis 52 Kilo gegen die Französin Sandrine Martinet. Nach den Siegen 2004 und 2012 sowie Silber 2008 war es ihre vierte Medaille. Die Schwestern hatten 2012 in London binnen weniger Minuten jeweils Gold erkämpft.