Nicolas Kiefer verliert die Ruhe

Nicolas Kiefer verliert die Ruhe

Bremen. Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat die Sensation gegen Spanien verpasst und steht vor dem Aus im Davis-Cup-Viertelfinale. Der leidgeprüfte "Leitwolf" Philipp Kohlschreiber unterlag am Freitag in Bremen dem Weltranglisten-Fünften David Ferrer mit 7:6 (7:3), 3:6, 4:6, 2:6 und kassierte das schon vorentscheidende 0:2

Bremen. Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat die Sensation gegen Spanien verpasst und steht vor dem Aus im Davis-Cup-Viertelfinale. Der leidgeprüfte "Leitwolf" Philipp Kohlschreiber unterlag am Freitag in Bremen dem Weltranglisten-Fünften David Ferrer mit 7:6 (7:3), 3:6, 4:6, 2:6 und kassierte das schon vorentscheidende 0:2. Nach anfänglicher Klasseleistung verpasste der Augsburger den erhofften Ausgleich, nachdem sich Nicolas Kiefer die zu erwartende 6:7 (5:7), 0:6, 3:6-Pleite gegen den Topstar des Topfavoriten, Rafael Nadal, abgeholt hatte. "In den entscheidenden Situationen hat Rafael unglaubliches Tennis gespielt", sagte der ernüchterte Kiefer, der dem Weltranglisten-Zweiten vor 7500 Fans in Bremen nur im längsten ersten Satz seiner Karriere Paroli bieten konnte. Nun helfen nur noch Siege in den verbleibenden drei Matches. Im Doppel treffen Kohlschreiber und Philipp Petzschner an diesem Samstag (13.30 Uhr/DSF) auf Fernando Verdasco/Feliciano Lopez. Bei einer Niederlage wäre die Entscheidung bereits vor den beiden Einzeln am Sonntag zwischen Kohlschreiber und Nadal sowie Kiefer und Ferrer gefallen. Spanien träfe im Halbfinale auf die USA oder Frankreich. Dabei hatte Kohlschreiber die Hoffnungen genährt, als ihm im Tiebreak des ersten Satzes mehr gelang als zuvor Kiefer. Doch die Souveränität erwies sich als fragil. Erst riss der Faden und Kohlschreiber geriet mit 0:5 in Rückstand - dann schmerzte der Rücken. Kohlschreiber lag auf einmal flach und wurde von Physiotherapeut Klaus Eder minutenlang gedehnt. Zwar rappelte sich der als Nummer 25 der Weltrangliste bestplatzierte deutsche Tennisprofi wieder auf, doch der zweite Satz war nicht mehr zu retten. Auch im dritten Durchgang patzte der Wahl-Schweizer trotz großer Gegenwehr. Und auch danach war das Unheil nicht aufzuhalten. "Das war schon bitter", meinte Kiefer nach seiner Niederlage, bei der er sich über eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung ärgerte. "Mehr als alles geben konnte ich heute nicht", sagte der Niedersachse nach dem 2:59 Stunden langen Match. Dabei versuchte er zunächst alles. Bis zum 5:5 und eigenem Aufschlag, als ein Return Nadals offenbar doch neben ihm auf die Linie tropfte, lief es auch für ihn. Statt 40:0 stand es 30:15, was Kiefer erst nach längeren Protesten akzeptierte. Die Konzentration aber war von einem Moment auf den anderen verflogen. Nadal nutzte die Schwäche eiskalt. dpa

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