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1. FC Saarbrücken
Der Neue will beim Ziel Aufstieg helfen

 Winter-Neuzugang Ivan Franjic kam vom Drittligisten Eintracht Braunschweig. Der 21-Jährige verstärkt die Offensive des 1. FC Saarbrücken, der am Saisonende unbedingt den Aufstieg in die 3. Liga schaffen will.
Winter-Neuzugang Ivan Franjic kam vom Drittligisten Eintracht Braunschweig. Der 21-Jährige verstärkt die Offensive des 1. FC Saarbrücken, der am Saisonende unbedingt den Aufstieg in die 3. Liga schaffen will. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Ivan Franjic ist vom 1. FC Saarbrücken richtig angetan. Der 21-Jährige sagt: „Das ist kein normaler Regionalligist.“ Von Patric Cordier

Das Trikot gefühlt drei Nummern zu groß, die Mitspieler mindestens zwei Köpfe größer. „So hat das damals bei Bayer Leverkusen ausgesehen“, sagt Ivan Franjic. Der Winter-Neuzugang des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken zeigt Handyfotos seiner ersten Stationen als Kicker und schwelgt in Erinnerungen.


Angefangen hat alles in Altenkirchen im Westerwald mit Papa Zdenko. „Er hat mir meinen ersten Ball geschenkt, mit mir im Garten gespielt“, sagt der 21-Jährige: „Als ich dann in die Jugend von Bayer gegangen bin, hat meine Mutter mich gefahren. 70 Kilometer hin. 70 Kilometer zurück. Jeden Tag. Mein Problem war dann aber, dass ich zu klein war, körperlich mit den anderen nicht mithalten konnte.“

Da halfen auch seine Schnelligkeit und das gute Ballgefühl nicht mehr. Über Siegen und Euskirchen kam Franjic zur U19 des FC Erzgebirge Aue. „Das war schon eine Umstellung. Die Familie nicht da, Mama hat die Wäsche nicht gewaschen, ich musste schnell selbstständig werden“, sagt er heute. Neben dem Fußball hat er in Aue den mittleren Bildungsabschluss gepackt, wechselte über den VFC Plauen weiter zum VfB Halberstadt, wo er auf seinen heutigen FCS-Kollegen Gillian Jurcher traf.



Dass es über den Ex-Verein derzeit Gerüchte über Spielmanipulationen gibt, kann der Neu-Saarbrücker nicht nachvollziehen. „Das gab es bei uns nicht. Manager Andreas Petersen hat das Herz am rechten Fleck. Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagt Franjic, der beim FCS noch einen alten Bekannten getroffen hat: „Gilli habe ich bei der Germania kennengelernt, Nino Miotke kommt aus meiner Gegend, wir haben oft miteinander abgehangen. Als das mit Saabrücken spruchreif wurde, habe ich beide angerufen – und einen Tag später war ich bei ihnen im Trainingslager in Belek.“

Bei Drittligist Eintracht Braunschweig, wo Franjic vor der Saison angeheuert hatte, „ging es für mich unerwartet gut los. Aber nach dem Trainerwechsel hatte ich keine Chance mehr. Ein halbes Jahr auf der Triüne sitzen, das kam für mich nicht in Frage“, sagt Franjic: „Natürlich will man, wenn man mal in der 3. Liga ist, eigentlich in der Klasse bleiben. Aber bei Saarbrücken musste ich nicht lange überlegen. Das ist kein normaler Regionalligist. Die Mannschaft spielt richtig guten Fußball, ist sehr stark. Und ich will gerne dazu beitragen, das Ziel Aufstieg zu erreichen.“

Franjic ist offensiv flexibel einsetzbar. „Meine Lieblingspositon ist hinter den Spitzen“, sagt er. Und seine größte Schwäche? „Ich muss torgefährlicher werden. Ich spiele gerne den Ball noch mal quer, selbst wenn ich ihn eigentlich reinmachen müsste. Daran muss ich arbeiten.“

Die neue Heimat konnte Franjic, gesprochen Franitsch, noch nicht wirklich erkunden. „Ich wohne noch im Hotel, neben den ganzen Trainingseinheiten blieb nicht viel Zeit. Aber ich werde mir hier schnellstmöglich eine kleine Wohnung suchen“, erzählt der Offensivspieler, der anders als viele Altersgenossen kein Videospiel-Zocker ist: „Ab und an mal. Ich gehe lieber raus mit Freunden und wenn sonntags frei ist, auch mal aus.“ Starallüren sind dem 21-Jährigen ebenfalls fremd. „Was soll ich große Sprüche klopfen? Das bringt doch nichts. Auf dem Platz zählt es, da liegt die Wahrheit. Da muss man sich beweisen. Und ich, ich bin eigentlich nur ein ganz normaler Junge.“ Einer, dem mit seinen 1,82 Metern Körpergröße das FCS-Trikot ganz gut passen wird. Mindestens bis Sommer 2020 will er es tragen.