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Das ist der Neue beim 1. FC Saarbrücken
Der Neue ist ein echter Strafraumspieler

Neuzugang Fabian Eisele macht sich künftig für Regionalligist 1. FC Saarbrücken krumm. Seine Art, Fußball zu spielen, umreißt der Stürmer so: „Verwerten von Flanken, Kopfballspiel, sich in jeden Ball reinhauen.“
Neuzugang Fabian Eisele macht sich künftig für Regionalligist 1. FC Saarbrücken krumm. Seine Art, Fußball zu spielen, umreißt der Stürmer so: „Verwerten von Flanken, Kopfballspiel, sich in jeden Ball reinhauen.“ FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Neuzugang Fabian Eisele soll für den 1. FC Saarbrücken am besten schon am Sonntag bei der TSG Balingen treffen. Patric Cordier

Lange hat die Suche des 1. FC Saarbrücken nach einem Angreifer gedauert. Dann ging es – wie so oft – sehr schnell: Am Donnerstagabend löste Fabian Eisele seinen Vertrag beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau auf, am Freitagvormittag unterzeichnete der 23-jährige gebürtige Stuttgarter einen neuen Kontrakt beim Fußball-Regionalligisten. Und an diesem Sonntag soll der Stürmer in Reutlingen beim Spiel des FCS gegen Aufsteiger TSG Balingen (14 Uhr, Stadion an der Kreuzeiche) am besten schon sein erstes Tor für die Blau-Schwarzen erzielen.


„Das wäre natürlich das Allerbeste“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann, sichtlich zufrieden mit der Neuverpflichtung. „Ich bin ein Spieler für die Box“, beschreibt der Neue seine Qualitäten als Strafraumspieler. „Verwerten von Flanken, Kopfballspiel, sich in jeden Ball reinhauen und das Tor machen. Das ist meine Art, Fußball zu spielen.“

Fußballerisch ausgebildet wurde Eisele beim VfB Stutgart (67 Einsätze in der Junioren-Bundesliga, 22 Treffer), spielte dann zwei Jahre bei der U23 von Hertha BSC (61 Spiele, 23 Tore), ehe er sich 2017 dem FSV Zwickau anschloss. Dort traf er in 27 Spielen sechs Mal, spielte zuletzt in den Planungen des neuen Trainers Joe Enochs aber keine Rolle mehr. „Ich will spielen. In Zwickau wurde mir das verwehrt. Darum sehe ich Regionalliga auch nicht als Rückschritt“, sagt der Schwabe, der sich vorerst nur bis zum Ende der aktuellen Spielzeit an den FCS gebunden hat.



„Ich habe schon in Berlin Regionalliga gespielt. Aber mit der Hertha ging es nur gegen den Abstieg. Hier sind die Voraussetzungen ganz andere. Saarbrücken hat eine Mannschaft auf Drittliga-Niveau“, findet Eisele. Persönlich kennt er bislang nur Markus Obernosterer aus der gemeinsamen Zeit in Stutgart.

In Reutlingen wird der Neue im Kader stehen. „Wir haben ihn nicht geholt, um ihm noch vier Wochen zur Anpassung zu lassen“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, der wahrscheinlich auch wieder auf Marcel Carl zurückgreifen kann. Carl hat nach seiner Muskelverletzung das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Dass mit Carl und Eisele zwei starke Kopfballspieler zur Verfügung stehen, kann gegen den Aufsteiger wichtig werden. „Balingen ist eine gewachsene Mannschaft, die sehr kompakt auftritt“, warnt Lottner davor, den Gegner zu unterschätzen. Die Innenverteidigung der Nordschwarzwälder ist im Offensivkopfball enorm gefährlich. Und genau bei solchen Standardsituationen hat der FCS in den vergangenen beiden Jahren sehr oft geschwächelt. „Mehr Gedanken machen mir aber unsere Offensiv-Standards“, sagte Lottner, „hier bin ich mit Ausführung und Ablauf nicht einverstanden.“

Gegen Balingen wieder im Kader stehen wird auch Fanol Perdedaj. Auch er hat seine muskuläre Verletzung aus dem Steinbach-Spiel überwunden und ist voll einsatzfähig. „Wir haben wieder mehr Alternativen“, sagte Lottner, „wir werden ein Stück weit variabler. Das war in den letzten beiden Spielen nicht der Fall.“ Die Marschrichtung für den Meister der vergangenen Saison ist klar: Alles andere als ein Sieg wäre eine weitere Enttäuschung. „Nach der Niederlage gegen Mannheim geht es darum, wieder drei Punkte zu holen“, sagt Lottner, „es ist unser Anspruch, es nicht abreißen zu lassen, sondern dafür zu sorgen, dass wir auf Tuchfühlung bleiben.“