Neuzugang Carl will mit dem FC Homburg durchstarten

Fußball : Die letzte Saison will Carl vergessen

Beim FCS lief es nicht, beim FC Homburg will der Neuzugang jetzt durchstarten.

Manche Liebe entflammt erst auf den zweiten Blick. So könnte es auch zwischen Marcel Carl und dem FC Homburg laufen. Als der damalige Mittelstürmer vom Regionalligisten Astoria Walldorf im Sommer 2018 mit der Empfehlung von 15 Treffern und vier Vorlagen sich einem neuen Verein anschließen wollte, hatte auch der FCH sein Interesse am heute 25-Jährigen bekundet. Doch Carl gab seinerzeit dem 1. FC Saarbrücken das Ja-Wort. Nach einer mäßigen Saison mit nur neun Startelf-Einsätzen und fünf Toren für den FCS folgte allerdings recht schnell wieder die Scheidung.

Nun soll es mit den Grün-Weißen besser klappen. „Das erste Jahr im Saarland war durchwachsen. Das hatte auch seine Gründe – sportlich und privat. Aber jetzt bin ich guter Dinge. Ich denke, ich habe in der Zeit, in der ich hier in Homburg bin, gezeigt, was ich zu leisten imstande bin“, sagt Carl.

Darüber, welche konkreten Gründe dafür verantwortlich waren, dass er seine starke Vorstellung aus der Saison 2017/2018 beim FCS nicht wiederholen konnte, will Carl nicht sprechen. „Das letzte Jahr vergessen wir einfach. Ich schaue nur noch nach vorne“, sagt der Sohn des Ex-Profis Eberhard Carl, der in den 80er und 90er Jahren für Karlsruhe und die Stuttgarter Kickers in der Bundesliga und der 2. Liga kickte.

Mit Carls Verpflichtung hofft der FCH die zuletzt größte Schwachstelle zu verbessern. Der Tabellendritte der letzten Saison stellte mit nur 30 Gegentreffern zwar die stärkste Abwehr der Liga, blieb mit 54 erzielten Toren aber weit hinter den Werten von Meister Waldhof Mannheim (88) und dem zweitplatzierten FCS (77) zurück. Patrick Dulleck war mit 13 Toren dabei fast schon ein Alleinunterhalter im Sturm. Mittelfeldspieler Christopher Theisen, der häufig als hängende Spitze agierte, kam auf neun Tore. Transfer-Flop Bernd Rosinger (jetzt bei Bayern-Regionalligist SV Seligenporten) blieb ohne jeden Torerfolg. Alexander Hahn, der als Innenverteidiger beeindruckende zwölf Treffer beisteuerte, hat die Homburger ebenfalls verlassen und sich Rot-Weiß Essen angeschlossen.

Mit seiner fußballerischen Einstellung passt Carl exakt in das System von FCH-Trainer Jürgen Luginger, der die vorderen Reihen auf dem Platz nicht nur an ihren Offensivleistungen bemisst, sondern auch daran, wie gut sie nach hinten arbeiten. „Ich bin ein absoluter Teamplayer. Ich gebe alles für die Mannschaft – dann kommen die Tore und Vorlagen von alleine. Man sagt, vorne fängt die Verteidigung an – und so ist es auch“, sagt Carl. Er weiß aber auch, wo seine Kernkompetenz auf dem Platz erwartet wird. „In gewisser Weise muss man als Stürmer egoistisch sein und selbst den Abschluss suchen. Aber man muss auch wissen, wann man die anderen Spieler gut einsetzen muss“, sagt der Neu-Homburger, der sich selbst als Ziel „eine zweistellige Anzahl an Treffern“ gesetzt hat. Damit anfangen will er gleich an diesem Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen Aufsteiger FC Bayern Alzenau.

Mehr von Saarbrücker Zeitung