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Neureuthers neue Lockerheit

Neureuthers neue Lockerheit

Levi. Der Druck wie vor dem ersten Weltcup-Sieg ist längst weg, doch das Verlangen nach weiteren Erfolgen noch immer nicht gestillt: Mit neu gewonnener Lockerheit will Slalom-Ass Felix Neureuther im WM-Winter angreifen

Levi. Der Druck wie vor dem ersten Weltcup-Sieg ist längst weg, doch das Verlangen nach weiteren Erfolgen noch immer nicht gestillt: Mit neu gewonnener Lockerheit will Slalom-Ass Felix Neureuther im WM-Winter angreifen. Die beiden Top-Plätze von Kitzbühel und beim Heim-Rennen in Garmisch brachten nicht nur die langersehnte Bestätigung, sondern verringern auch die Nervosität beim diesjährigen Torlauf-Start. "Man kann einfach besser einen runterknallen mit der Gewissheit im Hinterkopf", sagt der 26-Jährige vor dem Rennen im finnischen Levi an diesem Sonntag.

Es habe "schon ein bisschen klick gemacht", berichtet der Partenkirchener. Hatten ihn Wochen vor seinem Premieren-Sieg am Ganslernhang im Ski-Mekka Kitzbühel noch trübe Gedanken an eine mögliche Pause der Karriere geplagt, ist die Vorfreude nun sehr groß, wieder "gescheit Gas" zu geben. Vollmundige Ankündigungen, direkt in Lappland seinen dritten Streich folgen zu lassen, sind Neureuther aber nicht zu entlocken. "Ich werde mir keinen hohen Erwartungsdruck mehr schaffen." Mit großen Hoffnungen startete er stets in Levi in die Slalom-Saison - bei drei Anläufen war ein 18. Platz das deutlich beste Ergebnis.

Doch bei aller Tiefstapelei für den Auftakt sollen die beiden Siegtrophäen nicht die einzigen bleiben. "Es gibt noch viele andere Slaloms, es gibt Weltmeisterschaften, Olympia oder die Slalom-Kugel. Da ist noch Einiges, was man gewinnen kann", sagt Neureuther, der diesen Winter "definitiv ein Wörtchen" um die Disziplin-Wertung mitreden will. Neben dem langjährigen alpinen Alleinunterhalter bei den deutschen Herren wird in Levi Fritz Dopfer an den Start gehen, der das erste Mal im Slalom unter die besten 30 fahren will.

Noch blickt bei den deutschen Alpin-Herren alles auf Neureuther, aber mittelfristig will der Deutsche Skiverband die "Monostellung" des Technikers brechen. "Spätestens zu den Olympischen Spielen müssten wir das schaffen können", forderte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Dass seine Nummer eins trotz einer Knie-Arthroskopie im März gut in Form ist, konnte Maier vor drei Wochen feststellen. Mit einer hohen Startnummer kam Neureuther im ersten Riesenslalom-Durchgang von Sölden auf einen achtbaren 18. Platz. Der zweite Lauf wurde wegen Nebels nicht absolviert.

Den Schritt nach ganz oben kann Neureuther vor der eigenen Haustür in Garmisch antreten. Am Gudiberg werden sich im Februar beim WM-Slalom alle Augen auf den Lokalhelden richten. Bis dahin will Neureuther im Weltcup Selbstvertrauen aufbauen: "Ich habe das letzte Rennen dort gewonnen und öfters bewiesen, dass das mein Hang ist." dpa