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Neun Quali-Turniere am Wochenende

Masters-Qualifikation : „Wir werden von Woche zu Woche besser“

Das Mammut-Wochenende der Masters-Qualifikation mit neun Turnieren ist zu Ende: Völklingen löste das Ticket fürs Finale, Rastpfuhl erlebte ein Wechselbad der Gefühle, Köllerbach enttäuschte. Und Kreisligist Felsberg sorgte für eine Premiere.

Turnier des SV Saar 05 Saarbrücken (66 Wertungspunkte):

Fußball-Verbandsligist FC Rastpfuhl hat die Überraschung geschafft und am Freitagabend den Sparda-Bank-Cup des SV Saar 05 in der Joachim-Deckarm-Halle gewonnen. Im Finale schlug das Team den Verbandsligisten SV Bliesmengen-Bolchen mit 4:2 nach Verlängerung. In dieser Verlängerung sorgten Marcel Noll und Sinan Tomzik für die Entscheidung. „Der Sieg war extrem wichtig. Wir brauchen noch Punkte, wenn wir zum Mastersfinale wollen“, sagte Robin Scheid, der Torhüter des Siegers. Für Rastpfuhl war es der erste Turniersieg in diesem Winter. Dennoch fehlen dem Team aktuell nur 0,10 Punkte zur Qualifikation.

Platz drei ging an die Hallenüberflieger des Winters vom SV Hellas Bildstock. Im kleinen Finale gewannen die Bildstocker mit 4:1 gegen Turnierausrichter Saar 05. „Wir haben gut gespielt. Noch besser war, wie wir als Gesamtverein wieder mal dieses Turnier ausgerichtet haben. Es hat alles gepasst“, sagte Saar-05-Trainer Timon Seibert. Gut 1000 Zuschauer sahen die Spiele. Den Vogel schossen die Fans des 1. FC Saarbrücken ab, die mit 100 Leuten für eine fantastische Stimmung sorgten.

Turnier des SV Rohrbach (55 Wertungspunkte):

Der SV Hellas Bildstock und der FV Eppelborn sind die überragenden Teams der Masters-Qualifikation. Beim „11. Teamsports-Cup“ des SV Rohrbach in der St. Ingberter Ingobertushalle standen sich die beiden Favoriten im Finale direkt gegenüber. Zunächst sah alles nach einer deutlichen Angelegenheit für Hellas aus. Manuel Zimmer und Julian Kriesch schossen den Verbandsligisten mit 4:0 in Führung. Doch dann kam Saarlandligist Eppelborn dank Treffern von Marvin Kempf, Edin Makelic sowie Murat Adigüzel noch mal stark auf. In der Schlussminute traf Bildstocks Lukas Schweitzer zunächst zum 5:3, ehe Makelic den 4:5-Endstand besiegelte.

Platz drei belegte der SV Auersmacher II durch einen 4:3-Sieg gegen die SpVgg. Quierschied. Gastgeber SV Rohrbach erreichte das Viertelfinale, wo es eine 3:7-Niederlage gegen den SV Auersmacher II gab. „Sportlich war das ein richtig gutes Turnier. Auch mit den über 500 Zuschauern waren wir zufrieden. Von der Spannung her war für mich das Halbfinale zwischen Bildstock und Quierschied der Höhepunkt“, meint Rohrbachs Spielausschuss-Vorsitzender Renzo Ortoleva. Am Ende war der Bildstocker Kriesch beim 6:5-Sieg nach Verlängerung mit seinem späten Tor der umjubelte Held.

Turnier der AG Püttlinger Vereine (56 Wertungspunkte):

Der SV Röchling Völklingen fährt wie im Vorjahr zum Masters-Finale in die Saarbrücker Saarlandhalle. Am Sonntag gewann der Oberligist das Turnier der AG Püttlinger Vereine und löste damit das Ticket. Im Finale im Püttlinger Trimm-Treff schlugen die Völklinger den Saarlandligisten SV Saar 05 mit 3:2. Dabei war Röchling über die gesamten 15 Minuten die klar bessere Mannschaft, ging aber mit seinen Torchancen fahrlässig um. Dennoch erzielten Jonas Weber, Luka Dimitrijevic und Yacine Baizidi drei Tore für den SVR. Für Saarbrücker trafen Yves Oberhausen und Marc Jung. „Wir spielen gerne in der Halle und werden von Woche zu Woche besser“, sagte Völklingens Lars Birster nach dem dritten Turniersieg des Winters. 800 Zuschauern kamen an beiden Turniertagen.

Den dritten Platz belegte Saarlandligist FV Schwalbach, der mit 5:4 die Oberhand über Verbandsligist SV Ritterstraße behielt. Für den Saarlandligisten SF Köllerbach wurde das 22. Hallenturnier der AG Püttlinger Vereine zur Enttäuschung. Das Team schied in der Zwischenrunde gegen Völklingen und Schwalbach aus und rutschte damit aus den Qualifikationsplätzen für das Mastersfinale. 

Turnier des VfB Theley (51 Wertungspunkte):

Beim 34. Derbystar-Hallenturnier des VfB Theley war das Endspiel eine klare Angelegenheit. Oberligist Hertha Wiesbach setzte sich in der Theleyer Sport- und Kulturhalle mit 6:0 gegen Verbandsligist FC Noswendel Wadern durch. Hendrik Schmidt, der mit elf Treffern auch Torschützenkönig des Turniers wurde, Lukas Feka, Fabio Pelagi, Kilian Staroscik sowie zweimal Jan Umlauf trafen für den Sieger.

Trotz der sechs Gegentore im Finale wurde Noswendels Schlussmann Christian Reiter von der Turnierleitung zum besten Torwart gewählt. Nachdem Reiter während des Endspiels noch geflucht hatte, war er danach versöhnlich gestimmt. „Sechs Gegentore hätten es nicht unbedingt sein müssen“, fand der 32-Jährige. „Trotzdem ist das Turnier für uns fast optimal gelaufen. Im Vorfeld hatten wir uns kaum etwas ausgerechnet, weil wir namentlich nicht unbedingt so stark besetzt waren.“

Wiesbachs Torwart Leon Thomé erklärte strahlend: „So ein ruhiges Finale habe ich noch nie erlebt. In der Zwischenrunde hatten wir gegen Noswendel Wadern 2:2 gespielt, deshalb habe ich eigentlich gedacht, dass es enger werden würde.“

Vor dem Finale sicherte sich Landesliga-Primus SG Wadrill-Sitzerath durch ein 6:3 gegen Saarlandligist SV Hasborn Rang drei. Vorjahresfinalist VfL Primstal (Saarlandliga) war in der Zwischenrunde gescheitert. Das Turnier lockte 780 Fans an.

Turnier des VfB Dillingen (46 Wertungspunkte):

Oberligist FV Diefflen hat sich mit einem Sieg beim 32. Pink-&-Wagner-Cup des VfB Dillingen auf Platz vier der Mastsers-Qualifikationstabelle vorgearbeitet. In der Sporthalle West in Dillingen bezwang der FV im Endspiel den gastgebenden Saarlandligisten VfB Dillingen deutlich mit 6:1.

Dabei lag Diefflen durch ein Tor von Hassan Srour bereits früh zurück. „Da haben wir noch ein wenig geschlafen, danach haben wir aber ein Feuerwerk abgebrannt. Meine Jungs haben das richtig gut gemacht“, freute sich FV-Trainer Thomas Hofer.

Überhaupt nicht aufzuhalten war im Finale dabei ausgerechnet ein Spieler, der als Innenverteidiger normalerweise für das Verhindern von Toren zuständig ist: Marvin Hesedenz traf drei Mal für den Oberligisten. Die weiteren Treffer schossen Fabian Poß, Chris Haase und Kevin Folz. „Jetzt haben wir gute Karten, beim Masters dabei zu sein“, analysierte Hofer. „Wir werden aber noch ein paar Punkte holen müssen.“

Vor dem Finale hatte sich der SV Wallerfangen – mit vielen Ex-Spielern des gastgebenden VfB in seinen Reihen – Rang drei gesichert. Der Spitzenreiter der Bezirksliga Saarlouis setzte sich im „kleinen Finale“ gegen die SG Nalbach-Piesbach (Bezirksliga Merzig-Wadern) mit 5:2 durch. Das Turnier sahen 550 Zuschauer.

Turnier des FC Phönix Kleinblittersdorf (40 Wertungspunkte):

Der FC Phönix Kleinblittersdorf hat am Sonntag sein eigenes Hallenturnier in der Spiel- und Sporthalle gewonnen und die Mastersträume des FC Rastpfuhl erst einmal auf Eis gelegt. Im Finale schlug der Landesligist den Verbandsligisten Rastpfuhl mit 5:2. Matchwinner für Phönix war Leon Reichert, der drei Tore erzielte. Allerdings brockten sich die Rastfpuhler die Niederlage selber ein. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen änderte der FCR beim Stand von 2:2 das System und spielte mit fliegendem Torhüter weiter. Das ging aber komplett in die Hose, Kleinblittersdorfer traf dreimal ins leere Tor. Das Spiel um Platz drei gewann Saarlandligist SV Auersmacher mit 3:2 gegen den Verbandsligisten SV Bliesmengen-Bolchen.

Das dramatischste Spiel des Turniers sahen die etwa 350 Zuschauer im Halbfinale zwischen Kleinblittersdorf und Auersmacher. Beim Stand von 4:4 fielen nach der Schlusssirene ein Auersmacher und ein Kleinblittersdorfer Spieler über den Torhüter des FC Phönix. Alle rechneten mit der Verlängerung, doch Schiedsrichter Tobias Hauer (Bübingen) pfiff zur Verwunderung der ganzen Halle das fünfte Foul für den SVA und gab einen Zehnmeter für Kleinblittersdorf. David Mathews verwandelte zum 5:4-Sieg. Die Phönix-Spieler entschuldigten sich nach dem Spiel bei den Auersmachern. „Es ist schade, dass dieses Spiel so ein Ende nehmen muss. Ich kann diese Entscheidung auch nicht nachvollziehen“, sagte der Phönix-Vorsitzende Stefan Campbell.

Turnier der Spvgg. Merzig (36 Wertungspunkte)

So etwas nennt man wohl souverän: Ohne ein einziges Gegentor am Finaltag hat Saarlandligist SV Mettlach den 1. Hallencup der Spvgg. Merzig gewonnen. In der Merziger Thielsparkhalle musste SV-Torwart Damir Becker in den fünf Endrunden-Partien seines Teams kein einziges Mal hinter sich greifen. Vorne ballerten seine Teamkollegen dagegen aus allen Rohren – auch im Endspiel. Dieses gewann der Turnierfavorit klar mit 5:0 gegen Verbandsligist SG Perl-Besch. Matthias Schäfer traf doppelt, die weiteren Tore schossen Alexander Riga, Alexander Eckert und Michael Ogrodniczek.

Kurios: Trotz des Turniersiegs fiel Mettlach in der Qualifikationstabelle einen Platz zurück. Der Saarlandligist wurde vom FV Diefflen überholt und ist nun Fünfter. Für Trainer Holger Klein war dies aber kein Problem. „Dass eine Mannschaft, die ein besser besetztes Turnier gewinnt, mehr Punkte bekommt, ist ja fair“, erklärte der 37-Jährige.

Das Spiel um Platz drei in Merzig gewann der SV Schwemlingen-Ballern (Bezirksliga) mit 6:3 gegen Landesligist FC Besseringen. Zum Turnier kamen 700 Zuschauer.

Turnier der SF Hostenbach (39 Wertungspunkte):

Verbandsligist SSC Schaffhausen hat den 11. „Meine-VVB-Cup“ der SF Hostenbach gewonnen. In der Glück­auf-Halle setzte sich der SSC mit 4:3 gegen Bezirksligist FV Diefflen durch. „Wenn man das Turnier des Nachbarvereins gewinnt, ist man natürlich im Großen und Ganzen zufrieden“, erklärte Schaffhausens Spielertrainer Mischa Theobald grinsend. „Zumal es ja noch ein wenig Taschengeld für die Mannschaftskasse gab.“ Im Endspiel sah Schaffhausen schon wie der sichere Sieger aus. Nach zwei Toren von Jan Luca Bach, der insgesamt 13 Mal für den SSC traf, und Treffern von Kevin Thinnes sowie Christopher Daub lag der Verbandsligist schon 4:1 vorne. Doch Diefflen II kam noch einmal auf 3:4 heran. Am Ende rettete Schaffhausen den Vorsprung aber über die Zeit.

Rang drei in Hostenbach ging an den FC Kandil Saarbrücken. Das Verbandsliga-Schlusslicht bezwang im „kleinen Finale“ den VfB Differten (Bezirksliga) mit 5:3.

Turnier des SV Felsberg (25 Wertungspunkte):

Mit dem SV Felsberg hat erstmals in diesem Winter ein Team aus der untersten Spielklasse ein Masters-Qualifikationsturnier gewonnen. Der Kreisligist setzte sich beim eigenen Reiters-Brauwelt-Cup durch. Felsberg besiegte im Endspiel in der Überherrner Adolf-Collet-Halle den Bezirksligisten FC Rastpfuhl II mit 5:3 nach Siebenmeterschießen.

„Das war total überraschend, aber natürlich richtig cool“, jubelte Felsbergs Geschäftsführer Lars Diedrich. Benjamin Schneider hatte den SV mit seinem zweiten Treffer im Finale ins Siebenmeterschießen gerettet. Dort wurde Torwart Andreas Weis mit zwei parierten Strafstößen zum Helden für seine Mannschaft.

 Aller guten Dinge sind vier: Der SV Hellas Bildstock feierte mit dem Sieg beim Turnier des SV Rohrbach den vierten Triumph des Winters.  Foto: Stefan Holzhauser
Aller guten Dinge sind vier: Der SV Hellas Bildstock feierte mit dem Sieg beim Turnier des SV Rohrbach den vierten Triumph des Winters. Foto: Stefan Holzhauser Foto: Stefan Holzhauser
 Wiesbachs Hendrik Schmidt (l.) lässt hier in Theley Noswendels Yannick Gleser ins Leere grätschen.
Wiesbachs Hendrik Schmidt (l.) lässt hier in Theley Noswendels Yannick Gleser ins Leere grätschen. Foto: B&K/Bonenberger/

Erst im Siebenmeterschießen wurde auch das Spiel um Platz drei entschieden. Hier setzte sich der FV Schwalbach II (Landesliga) mit 5:4 gegen den SC Reilingen aus der Kreisliga Mannheim (vergleichbar mit der Landesliga im Saarland) durch. Das klassenhöchste Team – Verbandsligist SF Rehlingen-Fremersdorf – verabschiedete sich im Viertelfinale durch ein 2:5 gegen Rastpfuhl II.